- 13.12.2013, 10:41:14
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GLOBAL 2000: EU-Kommission müsste heute Kriterien zur Bestimmung hormonell wirksamer Chemikalien vorschlagen und tut es nicht
EU-Regulierung hormonell wirksamer Chemikalien in weite Ferne gerückt: Rupprechter und Stöger müssen handeln!
Utl.: EU-Regulierung hormonell wirksamer Chemikalien in weite Ferne
gerückt: Rupprechter und Stöger müssen handeln! =
Wien (OTS) - Nun ist es offiziell: Die Europäische Kommission kommt
ihrem, in den beiden EU-Verordnungen zu Bioziden und Pestiziden ( EG
528/2012 und EG 1107/2009) jeweils festgelegten gesetzlichen
Aufträgen, bis spätestens heute Freitag, den 13. Dezember
beziehungsweise morgen, den 14. Dezember konkrete Maßnahmen zur
Bestimmung von hormonell wirksamen Chemikalien vorzulegen, nicht
nach.
"Dieses Versäumnis der Europäischen Kommission hat zur Folge, dass
die Menschen in Europa noch deutlich länger auf den schon heute
gesetzlich verankerten Schutz von Umwelt und Gesundheit vor hormonell
wirksamen Pestiziden und Bioziden warten müssen. Denn die seit 2011
geltenden Verbote von Pestizid- und Biozidwirkstoffen mit
'endokrinschädlichen Eigenschaften' können erst dann wirksam werden,
wenn eben diese Methoden und Kriterien zur Identifizierung ihrer
hormonellen Wirksamkeit bzw- 'endokrinschädigenden Eigenschaften '
vorliegen'", sagt Helmut Burtscher, Biochemiker von GLOBAL 2000.
"Aber auch für die Regulierung von hormonell wirksamen Chemikalien in
Kosmetika und Körperpflegeprodukten hat das Versagen der
EU-Kommission negative Auswirkungen. Denn die EU Kosmetikverordnung
1223/2009 sieht eine "Überprüfung der Verordnung hinsichtlich Stoffen
mit endokrin wirksamen Eigenschaften" vor,
sobald "in der Gemeinschaft anerkannte Kriterien für die Bestimmung
von Stoffen mit endokrin wirksamen Eigenschaften zur Verfügung
stehen". Und diese fehlen jetzt.
Ebenfalls betroffen vom Fehlen der Kriterien ist das Europäische
Chemikaliengesetz REACH, welches hormonell wirksame Chemikalien als
besonders besorgniserregende Stoffe einem strengen Zulassungverfahren
zuführen würde. Grund für die auftretenden Verzögerungen des
EU-Fahrplans ist, dass die EU Kommission dem Wunsch von Chemie- und
Pflanzenschutzindustrie, noch vor der Präsentation der
wissenschaftlichen Kriterien für endokrinschädigende Stoffe, ein
sogenanntes Impact Assessment durchzuführen, nachgegeben hat. Damit
sollen mögliche negative Folgen einer strengeren Regulierung dieser
Stoffe auf Wirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze etc.
abgeschätzt werden. "Dass die EU-Kommission diesen Begehrlichkeiten
tatsächlich nachgibt, und dafür in Kauf nimmt, dass bereits
beschlossene EU-Gesetze zum Schutz von Umwelt und Gesundheit weiter
zahnlos bleiben, macht deutlich, welchen Einfluss die Industrie auf
die EU-Institutionen bereits ausübt," sagt Burtscher. "GLOBAL 2000
legt deshalb große Hoffnungen in den neuen österreichischen
Umweltminister Andrä Rupprechter, dafür Sorge zu tragen, dass sich
Österreich in den verschiedenen Ausschüssen zur Regulierung hormonell
wirksamer Chemikalien für eine vorsorgeorientierte Regulierung zum
Schutz von Umwelt und Gesundheit stark macht."
Auch der österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger ist
gefordert, durch nationale Gesetze und Verordnungen das gebotene
gesundheitliche Schutzniveau in Österreich zu gewährleisten. Als
ersten Schritt fordert GLOBAL 2000, das dänische Verbot von
Propylparaben und Methylparaben in Körperpflegeprodukten für Kinder
unter drei Jahren auch in Österreich umzusetzen. Derzeit gibt es am
österreichischen Markt, wie der GLOBAL 2000 Kosmetik-Check gezeigt
hat, beispielsweise mit 'Odol Med-3 Milchzahn' und 'Odol Med-3
Junior' mindestens zwei Kinderzahnpasten, die diese in Dänemark für
Kinder unter drei Jahren verbotenen hormonell wirksamen Chemikalien
immer noch enthalten.
Alle Ergebnisse des GLOBAL 2000 Kosmetik-Checks finden Sie auf:
www.global2000.at
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