- 12.12.2013, 13:50:04
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Geplante Einsparungen in der Arbeitsmarktpolitik dürfen nicht auf dem Rücken der Schwächsten erfolgen!
Geförderte Arbeitsplätze in Sozialen Unternehmen von Kürzungswelle bedroht
Utl.: Geförderte Arbeitsplätze in Sozialen Unternehmen von
Kürzungswelle bedroht =
Wien (OTS) - Die kommende Regierung muss sparen, soviel ist klar.
Doch der sozialpolitische Anspruch einer Regierung in einem der
reichsten Länder der Welt muss es sein, die besonders ausgegrenzten
Mitglieder unserer Gesellschaft so gut wie möglich zu unterstützen.
Genau dies ist nun in Gefahr, wie erste Informationen aus den
laufenden Koalitionsgesprächen zwischen SPÖ und ÖVP belegen.
Im vergangenen Jahr erreichte Zahl der Menschen ohne Erwerbsarbeit
bisher unbekannte Ausmaße: im November 2013 waren bereits 301.898
Menschen arbeitslos vorgemerkt und weitere 79.684 in Schulungen des
AMS. AMS Vorstand Johannes Kopf rechnet mit einem weiteren Anstieg:
"Ende Jänner werden wir erschreckende Zahlen sehen: ich rechne mit
450.000 Menschen ohne Arbeit. Erst Ende 2015 wird die Zahl erstmals
sinken" sagte er dem "Kurier" am 10. November 2013. Viele dieser
Menschen sind armutsgefährdet oder leben in Armut. Besonders
schwierig gestaltet sich die Situation für langzeitarbeitslose
Menschen, die bereits seit Jahren arbeitslos sind oder nur auf kurze
Beschäftigungsepisoden zurückblicken können.
AMS Budget: Kürzungswelle bei der Förderung
langzeitarbeitsloser Menschen zu befürchten
Die einzig richtige Reaktion auf diese Zahlen wäre eine Erhöhung
des arbeitsmarktpolitischen Förderbudgets. Für das Jahr 2014 plante
das AMS Österreich ursprünglich eine Erhöhung der Fördermittel um 79
Mio. Euro - nur so wäre es möglich die - aufgrund der gestiegenen
Arbeitslosigkeit und der Reform der Invaliditätspension - gewachsene
Zielgruppe des AMS angemessen zu betreuen und zu unterstützen. Diese
bereits beschlossene Erhöhung soll in der kommenden Regierung aus SPÖ
und ÖVP nun wieder zurückgenommen werden.
Besonders erschwerend ist, dass bereits mehr als die Hälfte des
arbeitsmarktpolitischen Förderbudgets des AMS fix verplant ist. Der
nötige Spielraum, um diese Kürzungen abzufedern findet sich nur mehr
in einigen wenigen Programmen: bei Sozialen Integrationsunternehmen,
der Eingliederungsbeihilfe (EB) und Kursmaßnahmen.
bdv austria fordert adäquate Ausstattung der
Arbeitsmarktpolitik 2014
Judith Pühringer, Geschäftsführerin des bdv austria, der
bundesweiten Interessensvertretung der Sozialen Unternehmen: "Im
schlimmsten Fall bedeuten diese Kürzungen (oder angesichts der
gestiegenen Arbeitslosigkeit auch "zurückgenommene Erhöhungen") in
sozialen Integrationsunternehmen, dass rund 4.000 geförderte
Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose und arbeitsmarktferne Menschen
nicht angeboten werden können. Dies betrifft jene Menschen, die eine
nachhaltige Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt am
dringendsten benötigen, wie ältere Menschen, Personen mit
gesundheitlichen Einschränkungen oder mit keiner über die
Pflichtschule hinausgehenden Ausbildung."
Soziale Integrationsunternehmen bieten diesen KlientInnen
befristete Arbeitsplätze und eine an ihre individuellen Bedürfnisse
und Fähigkeiten angepasste Beratung und Betreuung durch
SozialarbeiterInnen. Sie sind ein Entwicklungsrahmen auf Zeit, sie
fördern Kompetenzen und helfen Probleme im persönlichen Umfeld zu
lösen, bevor die KlientInnen beim Wiedereinstieg in den ersten
Arbeitsmarkt unterstützt werden. Damit haben sie eine bei weitem
nachhaltigere Wirkung als andere Förderinstrumente wie die
Eingliederungsbeihilfe und Kurse.
bdv austria ist die bundesweite Interessensvertretung von
gemeinnützigen Sozialen Unternehmen im arbeitsmarktpolitischen
Bereich. Er vertritt rund 250 Organisationen und Projekte, die
langzeitarbeitslose Menschen durch befristete Beschäftigung und
individuelle Betreuung wieder in den regulären Arbeitsmarkt
integrieren.
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