- 11.12.2013, 10:30:34
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BMUKK: Manès Sperber-Preis 2013 in Paris an Régis Debray überreicht
Wien (OTS/BMUKK) - Aufgrund der Entscheidung einer dreiköpfigen Jury,
bestehend aus Univ. Prof. Dr. Wolfgang Müller-Funk, Prof. Dr. Jacques
Le Rider und Dr. Manfred Müller, geht der Manès-Sperber-Preis für
Literatur 2013 an den 1940 in Paris geborenen französischen Autor
Régis Debray. Die Verleihung erfolgte heute Vormittag in Paris.
Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wird vom Bundesministerium für
Unterricht, Kunst und Kultur für hervorragende Leistungen auf dem
Gebiet des gesellschaftspolitischen Romans, der
politisch-literarischen Essayistik oder der gesellschaftspolitisch
bedeutsamen Kulturphilosophie vergeben. Régis Debray ist einer der
wichtigsten europäischen Schriftsteller und Philosophen und ein
einflussreicher, politisch engagierter Intellektueller.
Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass das Werk von Régis Debray
zutiefst mit den Erfahrungen der europäischen Linken im 20.
Jahrhundert und - wie bei Manès Sperber - auch mit intellektuellen
und politischen Brüchen und Kehren verbunden sei. Seine
Lebensgeschichte, die in seinem literarischen und essayistischen
Oeuvre ihren unverkennbaren Niederschlag gefunden habe, sei geprägt
von einem kompromisslosen Einsatz für eine bessere sozialistische
Welt und zugleich von einer zunehmenden Desillusionierung
hinsichtlich jener politischen Kräfte, die diese Utopie ins Werk zu
setzen versucht haben.
"Diese spezielle Erfahrungen sowie die essayistische Zwischenlage
seines Werkes", so die Jury, "machen ihn zu einem würdigen Träger
eines Preises, dessen Namensgeber, Manès Sperber, in hohem Maße eine
transnationale und europäische Konfiguration des Intellektuellen
verkörpert". Frühere Preisträger waren Siegfried Lenz (1985), Albert
Drach (1988), Ilse Aichinger (1990), Michael Köhlmeier (1996), Ruth
Beckermann (2000), David Grossmann (2002), Karl-Markus Gauß (2005),
Péter Esterházy (2009) und Jirí Grusa (2011).
Régis Debray war in den 1980er Jahren Berater des französischen
Präsidenten Francois Mitterrand für außenpolitische Fragen und unter
Präsident Jacques Chirac mit einem Bericht über die Möglichkeiten
einer Vermittlung von religionsgeschichtlichen und -soziologischen
Kenntnissen im französischen, auf laizistischer Grundlage basierenden
Schulsystem beauftragt. Zu seinen bekanntesten auf Deutsch
erschienenen Werken zählen "Der chilenische Weg" (1972), "Spanien
nach Franco" (1975), "Der Einzelgänger" (1979) und "Jenseits der
Bilder" (1999).
Von 1998 bis 2002 war er Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats
der Nationalen Hochschule für Kommunikationswissenschaft und
Bibliothekswesen ENSSIB, und 2002-2004 Präsident des Europäischen
Instituts für Religionswissenschaften IESR. Régis Debray, der seit
2011 Mitglied der Académie Goncourt ist, die alljährlich den
bekanntesten französischen Literaturpreis "Prix Goncourt" an eine(n)
RomanautorIn vergibt, nahm die Auszeichnung am Mittwoch, 11. 12. 13
von der Leiterin des Österreichischen Kulturforums, Dr. Susanne
Keppler-Schlesinger, entgegen.
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