- 04.12.2013, 09:54:58
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Baubranche in Frankreich dominiert Insolvenzgeschehen - Risiken werden 2014 weiter ansteigen
Bau kommt Unternehmen am teuersten zu stehen
Utl.: Bau kommt Unternehmen am teuersten zu stehen =
Wien (OTS) - Die Baubranche in Frankreich ist in einer paradoxen
Situation. Ein Drittel aller Unternehmensinsolvenzen betrifft den
Bau, obwohl der Immobilienmarkt in der Krise 2008/2009 recht stabil
geblieben war. Von November 2012 bis Ende Oktober 2013 meldeten über
20.000 Unternehmen aus der Branche Insolvenz an (+5 Prozent zum
Vergleichszeitraum 2011/2012). 78 Prozent davon entfielen auf den
Hochbau und öffentliche Auftragnehmer. Die Lage bei den
Immobiliendienstleistern und im Baunebengewerbe ist weniger ernst,
aber auch hier stiegen die Zahlen um 3,5 bzw. 9 Prozent.
Ein weiterer signifikanter Unterschied im Vergleich zum Beginn der
Krise ist, dass jetzt mehr Insolvenzen unter älteren und größeren
Unternehmen zu verzeichnen sind, da sie aufgrund der anhaltenden
Probleme anfälliger geworden sind.
Wenig überraschend steigen auch die Insolvenzkosten weiter. Mit
plus 9,6 Prozent in einem Jahr machen sie nun fast 30 Prozent der
Folgekosten aller Insolvenzen in Frankreich aus. Damit ist der Bau
die mit Abstand "teuerste" Branche, weit vor der
Lebensmittelindustrie und dem Handel. Die sozialen Folgen bleiben auf
einem beunruhigend hohen Niveau: Rund 60.000 Arbeitsplätze entfielen
am und um den Bau oder sind in Gefahr. Im Durchschnitt kostete somit
jede Insolvenz 2,88 Jobs.
Finanzen der Unternehmen wegen Auftragslage instabiler
Der Anstieg der Insolvenzzahlen und der damit verbundenen Kosten
beruht hauptsächlich auf der immer fragileren Finanzlage in der
Branche, die zu 95 Prozent aus Kleinstunternehmen besteht. Seit 2009
gingen die Gewinne merklich zurück und die Selbstfinanzierungsquote
sank in sechs Jahren um 44 Prozent. Zuvor war diese Quote doppelt so
hoch wie der Durchschnitt aller französischer Firmen.
Diese Anfälligkeit wird durch die schwache Auftragslage
verschärft. Die Nachfrage ist gering. Das zeigt sich auch in den
leicht nachgebenden Grundstückspreisen, die Coface mit rund 30
Prozent unterbewertet schätzt. Das steht in Wechselwirkung mit dem
Investitionsverhalten und privaten Aufträgen. Als Folge registriert
Coface seit dem zweiten Quartal 2013 auch steigende Zahlungsausfälle.
Das Branchenrisiko bleibt annähernd gleich hoch wie Anfang 2009.
2014: Coface erwartet 7 Prozent mehr Insolvenzen in der
Baubranche
Coface bleibt für den französischen Bausektor skeptisch im
Hinblick auf 2014. Die Baugenehmigungen, "die Baustellen von morgen",
blieben Ende September 16 Prozent unter dem Vorjahreswert zurück. So
ist vor dem zweiten Quartal 2014 nicht mit einer spürbaren Erholung
im Neubaubereich zu rechnen. Die Entwicklung des traditionell
dynamischeren Renovierungs- und Modernisierungsmarktes ist ebenfalls
unsicher, da die privaten Haushalte sich derzeit abwartend verhalten.
Auch der öffentliche Bereich wird die Orderbücher kaum füllen, denn
auch hier ist die Auftragslage eher schlechter.
Schließlich erwartet Coface einen weiteren Rückgang der
Immobilienpreise. Im statistischen Risikomodell der Coface bedeuten
um 5 Prozent fallende Immobilienpreise 7 Prozent mehr Insolvenzen in
der Baubranche. Zusammen mit der geringen Wachstumsprognose für die
französische Wirtschaft, die Coface bei 0,6 Prozent sieht, dürften
die Insolvenzen 2014 bei rund 22.000 liegen und damit um fast sieben
Prozent steigen.
"Der übergroße Anteil der Insolvenzen aus der Baubranche am
Gesamtinsolvenzgeschehen in Frankreich ist frappierend. Er macht seit
2006 unabhängig von Schwankungen im Wirtschaftswachstum stets
mindestens 30 Prozent aus, verglichen mit zuletzt 19,4 Prozent in
Deutschland. Zudem steigt die Zahl der Insolvenzen schneller als im
Durchschnitt aller Branchen. Diese Schere wird sich im Bausektor mit
plus sieben Prozent in 2014 noch weiter öffnen. Dagegen bleiben die
Gesamtinsolvenzen - wenn auch auf hohem Niveau - annähernd stabil",
erklärt Coface-Ökonomin Jennifer Forest.
Über Coface
Die Coface-Gruppe ist ein weltweit führender Kreditversicherer und
bietet Unternehmen auf der ganzen Welt Lösungen für das
Forderungsmanagement im Inlands- und Exportgeschäft. 2012 erreichte
die Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 1,6 Mrd. Euro. 4.400
Mitarbeiter in 66 Ländern bieten weltweiten Service vor Ort.
In Frankreich ist Coface Mandatar für die staatlichen
Exportkreditgarantien. Coface ist eine Tochtergesellschaft von
Natixis, einer Gesellschaft der Groupe BPCE für
Unternehmensfinanzierung, Investment Management und spezielle
Finanzservices.
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