• 03.12.2013, 12:40:22
  • /
  • OTS0138 OTW0138

ÖAMTC-Expertengespräch: Mobilität und Migration

Grundlagen für eine gerechte Gesellschaft - sieben Experten im Diskurs

Utl.: Grundlagen für eine gerechte Gesellschaft - sieben Experten im
Diskurs =

Wien (OTS) - Heute, Dienstag, hat der ÖAMTC zum zweiten Mal Experten
zu einer Diskussion zum Thema Mobilität und Migration geladen. Fragen
wie "Werden Migranten und Migrantinnen in ihrer Mobilität
benachteiligt?" und "Welche Faktoren beeinflussen die
Verkehrsmittelwahl von Migranten und Migrantinnen?" standen dabei im
Fokus. "Als größter Mobilitätsclub Österreichs mit rund 1,9 Millionen
Mitgliedern trägt der ÖAMTC eine gesellschaftliche Verantwortung.
Dieser Verantwortung werden wir durch unsere Aktivitäten gerecht",
eröffnete Christoph Mondl, stv. ÖAMTC-Verbandsdirektor, die
Veranstaltung. "Wir setzen uns nicht nur für ein respektvolles
Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ein, sondern wollen auch
gegenseitigen Respekt und Integration fördern."

Mark Terkissidis, Antirassismus-Experte und Buchautor, brachte es
in seinem Impulsreferat auf den Punkt: "In erster Linie müssen wir
über Diskriminierung sprechen. Im deutschsprachigen Europa ist das
Bewusstsein für Diskriminierung gering. Oftmals wird die
Angelegenheit einfach geleugnet: bei 'uns' gibt es so etwas nicht.
Doch Erlebnisse mit Rassismus im Verkehr sind für Personen mit
Migrationshintergrund ebenso alltäglich wie 'verdachtsunabhängige'
Kontrollen aufgrund des Aussehens durch Bahnpersonal und Polizei. Es
braucht eine klare Position gegen Diskriminierung und für den Abbau
von Barrieren."

"Rassismus ist immer und überall", stellt auch Patrick Bongola,
Menschenrechtsaktivist und Schauspieler, aus seiner eigenen Erfahrung
heraus fest. "Gesellschaft, Politik und Institutionen müssen
verstärkt Antirassismus-Kampagnen wie jene der Wiener Linien
vergangenes Jahr imitieren, und das 365 Tage im Jahr. Denn Menschen
vergessen schnell."

Diversität (an-)erkennen, Österreichs Bevölkerung
sensibilisieren

Theodora Manakolos arbeitet in der Wiener Magistratsabteilung 17 -
Integration und Diversität. Für sie bedeutet "mobil sein" nicht nur
eine Auswahl an und Zugang zu Transportmitteln und Wegen in
räumlicher Hinsicht zu haben, sondern auch gesellschaftliche
Rahmenbedingungen vorzufinden, die soziale und kulturelle Mobilität
für alle Bevölkerungsgruppen auf Basis gleicher Rechte und Chancen
(Integration) und Wertschätzung von Vielfalt (Diversität)
ermöglichen. Dies zu gewährleisten ist Ziel des Wiener Integrations-
und Diversitätsmonitoring, welches von ihrer Abteilung durchgeführt
wird: "Es soll auch die Verwaltung sozusagen 'mobil machen' für diese
auch durch Zuwanderung hervorgerufene Pluralisierung der Gesellschaft
und die damit verbundenen diversen Bedarfslagen."

Aber nicht nur die Wiener Stadtverwaltung, sondern auch immer mehr
Betriebe setzen ein Statement gegen Rassismus und für
Interkulturalität. "Wo viele Menschen unterwegs sind - so wie bei den
Wiener Linien - liegt die Verantwortung für den Erfolg dieser
Begegnungen auch beim Dienstleister. Daher beziehen wir klar Position
für gegenseitigen Respekt und Anerkennung im Umgang miteinander",
sagt Karlheinz Klausner, Referatsleiter Kontrolle und Kundenservice
bei den Wiener Linien. "Innerhalb der Wiener Linien ist
gleichberechtigtes Miteinander selbstverständlich gelebte Praxis. Bei
uns arbeiten Menschen, die ihre Wurzeln in mehr als 25 verschiedenen
Herkunftsländern haben." Die Wiener Linien setzen auf
Sensibilisierungsschulungen.

Solche gibt es für Führungskräfte und Mitarbeiter seit Herbst auch
beim ÖAMTC. "Die vom Verein ZARA abgehaltenen Workshops sollen zum
Nachdenken, Reflektieren und Hinterfragen anregen. Mit Rassismus wird
man zumeist unerwartet und unreflektiert konfrontiert", erläutert
Christoph Mondl, stv. Verbandsdirektor beim ÖAMTC. "Für uns sind
diese Schulungen ein wichtiger Schritt, um Interkulturalität in
unserer Unternehmenskultur zu verankern."

"Sensibilisierungstrainings weisen einen Weg aus der -
vermeintlichen - Konfrontation 'Wir gegen die anderen', indem sie
uns die eigene, innere Vielfalt zeigen", erklärt Dina Malandi vom
Verein ZARA. "Wenn wir diese akzeptieren, fällt uns auch der Umgang
mit anderen Menschen leichter. Wir sehen nicht nur die Unterschiede,
sondern auch die Gemeinsamkeiten."

Für Uwe Sailer, Exekutivbeamter, Kriminologe und
Antirassismus-Aktivist, ist das auch die Antwort auf die Frage: Was
braucht es, damit sich alle Menschen im öffentlichen Raum sicher
fühlen und gleichberechtigt mobil sein können? "Respekt und
Anerkennung des anderen. Denn das ist ein Verhalten, das auf
wechselseitiger Wirkung beruht."

Aviso an die Redaktionen:
Bildmaterial zur Aussendung ist ab Mittag im ÖAMTC-Fotoservice unter
www.oeamtc.at/presse abrufbar.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OCP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel