- 03.12.2013, 09:00:33
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Belvedere Weihnachtsbaum 2013 von Constantin Luser
Wien (OTS) - Nach Werken von Gelatin (2010), Fabian Seiz (2011) und
Eva Grubinger (2012) präsentiert das Belvedere als diesjährigen
Weihnachtsbaum eine für den Ort entwickelte Skulptur des in Wien
lebenden Künstlers Constantin Luser. "Die Präsentation des Belvedere
Weihnachtsbaums beim traditionellen Weihnachtsempfang ist - bereits
im vierten Jahr in Folge - ein besonderer Programmpunkt in der
umfangreichen Ausstellungstätigkeit des Museums. Die Arbeiten, die
speziell für die prachtvolle, vom Barockarchitekten Johann Lucas von
Hildebrandt für den Bauherrn Prinz Eugen von Savoyen im Jahr 1723
fertig gestellte Sala terrena geschaffenen werden, zeigen die
faszinierend vielseitige Auseinandersetzung mit einem alten
Weihnachtbrauch und lassen den Besucher stets außergewöhnliche
Formfindungen und überraschende inhaltliche Bezüge entdecken", meint
Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere.
Constantin Luser (geboren 1976 in Graz, lebt und arbeitet in Wien)
entwickelte den diesjährigen Belvedere Weihnachtsbaum in Form eines
bespielbaren Klangobjekts, das in spannender Wechselbeziehung
zwischen Skulptur und Instrument, visueller und auditiver Kunst
erlebbar ist. Der Betrachter ist eingeladen, die erste interaktiv
ausgerichtete Weihnachtsinstallation des Museums selbst zum Erklingen
zu bringen. Die komplexe Konstruktion von Lusers
Weihnachtsbaum-Interpretation baut auf der Systematik eines
Zupfinstruments auf. Horizontal gespannte Saiten sind mit
Tonabnehmern und Audiosystemen verbunden, welche die durch Zupfen
erzeugten Klänge verstärken und weit in den Raum tragen. Form und
Platzierung der Audioboxen erinnern unweigerlich an
Weihnachtsgeschenke, die hier in großer Zahl um den Weihnachtsbaum
arrangiert sind. "Der stählerne Weihnachtsbaum mit seinen
harfenähnlichen Ästen wird durch die zahlreichen Boxen, von denen er
umringt ist, elektronisch verstärkt. Darüber hinaus tritt die
technische Ästhetik der Skulptur in einen Dialog mit der barocken
Eleganz der Sala terrena und die experimentelle Musik konterkariert
die Besinnlichkeit von Weihnachten", so der Künstler über seine für
das Belvedere entwickelte Arbeit.
Constantin Luser hat sich bereits in mehreren Arbeiten mit dem
klassischen Instrumentenbau auseinandergesetzt, der ihm als
Ausgangspunkt dient, um - die Grenze des Machbaren ausreizend - neue
Formen zu entwickeln. Das von einer Gruppe bespielbare Instrument ist
dabei stets ein zentraler Gedanke. Arbeiten, die dieser Idee
entspringen, sind u. a. das Trommeliglu (2007), die Molekularorgel
(2010) oder die Bandoneon Intensivstation (2012). Besonders imposant
ist der aus 30 Blasinstrumenten bestehende und zehn Meter lange
Vibrosaurus (2008), der anlässlich der Ausstellung Handlungswolken im
Augarten Contemporary des Belvedere konzipiert wurde. Lusers
Klangskulpturen zeichnen sich durch die Einbeziehung des Betrachters
wie durch die Überschreitung tradierter Kunstgattungen und die
Erweiterung des traditionellen Verständnisses von Skulptur,
Instrument bzw. Musik aus. Sie wirken als Interaktions- und
Handlungsfelder, in denen sich Elemente wie Prozesse überlagern und
verdichten. Dabei wird der Vorgang des Musizierens bzw. des
Klangerzeugens zu einem partizipativen, performativen Akt.
Neben Klangskulpturen zählen Zeichnungen und Collagen zu den von
Luser am häufigsten eingesetzten Medien, wobei die Zeichnung, geprägt
durch eine akribische Linienführung und eine prozesshafte wie
fortlaufende Genese, stets als Ausgangspunkt seiner Arbeiten
fungiert. Für seine kleinteiligen Zeichnungen entwickelt Luser
komplexe, beziehungsreiche Lineaturgewebe, für die er Informationen
und Versatzstücke, wie Figuren, Worte, Diagramme oder Gedankenstränge
und Assoziationsketten, neu arrangiert, verdichtet und wieder
auflöst.
Der Belvedere Weihnachtsbaum
Den Auftakt der Reihe Belvedere Weihnachtsbaum bildete 2010 die vier
Meter hohe fleischfarbene Plastik Frohes Fest der Künstlergruppe
Gelatin, die wie eine fünfte Säule zwischen den Atlanten der Sala
terrena stand. Fabian Seiz' verkehrt von der Decke hängender,
ungeschmückter und sich in einem Podest am Boden spiegelnder Hang in
tree spielte mit der Wahrnehmung der Betrachter und dem gängigen Bild
des Weihnachtsbaums. Im Gegensatz zu den ersten beiden Belvedere
Weihnachtsbäumen sprengte Eva Grubingers Arbeit 2012 das Format: Sie
bestand aus einer überdimensionalen schwarzen Christbaumkugel, deren
glänzende Oberfläche nicht nur die barocke Sala terrena, sondern auch
deren Besucher reflektierte. 2013 präsentiert das Belvedere eine
Installation in Form eines bespielbaren Klangobjekts von Constantin
Luser.
Der Weihnachtsbaum 2013 wird mit freundlicher Unterstützung der
Wirtschaftskanzlei KWR Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte GmbH sowie der
Firma BOSE GmbH realisiert und ist bis 2. Februar 2014 im Oberen
Belvedere zu sehen.
X-Mas-Edition 2013
Für seine in den Belvedere Shops erhältliche Edition appliziert
Constantin Luser nachleuchtende Farbe auf die Innenseite
transparenter Glaskugeln, die - strahlenden Miniaturplaneten gleich -
bei Dunkelheit ein mildes Neonschimmern verbreiten und den
klassischen weihnachtlichen Kerzenschein gezielt konkurrenzieren.
Der Pressetext sowie Bilddaten stehen unter folgendem Link zum
Download bereit: www.belvedere.at/presse.
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