- 02.12.2013, 13:31:45
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Peter Weibel erhält Oskar Kokoschka-Preis 2014
Wien (OTS) - Der mit Euro 20.000,-- dotierte Oskar Kokoschka-Preis
2014 geht an Peter Weibel für sein künstlerisches Gesamtwerk, das
über die Performance, die Konzeptkunst, den Experimentalfilm bis zur
Medienkunst und interaktiven Installationen reicht.
Wie der Jury-Vorsitzende Rektor Gerald Bast mittteilte, ehrt die
Jury mit Peter Weibel einen Künstler, der seit Jahrzehnten mit
intellektueller Konsequenz und ästhetischer Schärfe die Kunst in
einen Dialog mit gesellschaftlichen Verfasstheiten, ökonomischen
Strukturen und wissenschaftlichen Entwicklungen stellt. Er ist mit
seinen Arbeiten, die auch immer wieder die tradierten Grenzen
zwischen künstlerischer und theoretischer Produktion ignorieren,
stets am Puls der Zeit und hat damit Generationen von Künstlerinnen
und Künstlern in ihrem Denken und Schaffen maßgeblich beeinflusst.
Peter Weibel 1944 in Odessa/Ukraine geboren, studierte 1964 in
Wien Medizin und wechselte schließlich zur Mathematik mit Schwerpunkt
Logik. In seinen performativen Aktionen untersucht er nicht nur die
"Medien" Sprache und Körper, sondern auch Film, Video, Tonband und
interaktive elektronische Umgebungen. Neben Aktionen mit Vertretern
der Wiener Gruppe und des Wiener Aktionismus - dem er den Namen gab -
arbeitete er ab 1966 mit Valie Export, Ernst Schmidt jr. und Hans
Scheugl an einem "erweiterten Kino", das die ideologischen und
technischen Bedingungen filmischer Darstellung dekonstruiert. 1978
wendet sich Weibel der Musik zu. Er gründet zusammen mit Loys Egg die
Band Hotel Morphila Orchester. Anfang der 1990er Jahre realisiert er
erste interaktive computerbasierte Installationen, mit denen er
wiederum das Verhältnis von Medien und Wirklichkeitskonstruktion
thematisiert. In den letzten Jahren beschäftigt er sich in seinen
Arbeiten verstärkt mit politischen und wirtschaftspolitischen Themen
(Politische Performance. Zur modernen Finanzarchitektur).
Peter Weibel ist Vorstand des Zentrums für Kunst und
Medientechnologie Karlsruhe und war von 1984 bis 2011 Professor an
der Universität für angewandte Kunst Wien, zunächst für visuelle
Mediengestaltung, später für Medientheorie.
Der 1980 von der Bundesregierung gestiftete Preis wird alle zwei
Jahre an eine/n bildenden Künstler/in in Anerkennung seines/ihres
Schaffens verliehen. Die Auszeichnung gilt als eine der wichtigsten
für bildende Kunst in Österreich, die an eine/n nationale/n oder auch
internationale/n Künstler/in vergeben wird. Der erste Preis ging 1981
an Hans Hartung, seither wurden Mario Merz, Gerhard Richter,
Siegfried Anzinger, Agnes Martin, Jannis Kounellis, John Baldessari,
Maria Lassnig, Valie Export, Ilya Kabakov, Günter Brus, Martha
Rosler, William Kentridge, Raymond Pettibon und 2012 Yoko Ono
ausgezeichnet.
Den Oskar Kokoschka-Preis vergibt eine Jury, bestehend aus Dr.
Gerald Bast (Vorsitzender, Rektor der Universität für angewandte
Kunst Wien), Univ.-Prof. Brigitte Kowanz (Vertreterin des Senats der
Universität für angewandte Kunst Wien), SC Mag. Elmar Pichl
(vertreten durch SC Dr. Elisabeth Freismuth, Vertreterin des BM:WF),
Mag. Olga Okunev (Vertreterin des BM:UKK), Josef Winkler (Präsident
des Österreichischen Kunstsenats), Karola Kraus (Direktorin des
Museums moderner Kunst Stiftung Ludwig), Prof. Dr. Erwin Melchart
(Vertreter der Kunstberichterstattung der Medien), Mag. Eva
Blimlinger (Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien), Dr.
Klaus Albrecht Schröder (Direktor der Albertina, vertreten durch Dr.
Antonia Hoerschelmann) und Univ.-Prof. Dr. Eva Kernbauer (Universität
für angewandte Kunst Wien, Leiterin der Abteilung Kunstgeschichte).
Die Verleihung des Oskar-Kokoschka-Preises 2014 findet am Freitag,
den 28.2.2014, dem Vorabend des Geburtstages von Oskar Kokoschka,
statt.
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