Menschen mit Behinderungen wollen in Freiheit leben

Anlässlich des Internationalen Tages behinderter Menschen begrüßt Selbstbestimmt Leben Österreich die De-Institutionalisierung des Behindertenheims in Schernberg

Wien/Innsbruck/Salzburg (OTS) - In Österreich leben über 13.000 Menschen mit Behinderungen in Sondereinrichtungen. Der Tagesablauf in diesen ist geprägt von Fremdbestimmung, sozialer Aussonderung und dem besonders hohen Risiko Gewalt zu erleben. Die umfassende Kritik Österreichs durch die Staatenprüfung der UNO im September dieses Jahres, hob bei der schleppenden Umsetzung der UN-Konvention, diesen Missstand zu Menschenrechten und Menschenwürde in Einrichtungen besonders hervor.

"Neben der UNO, bestätigt die Volksanwaltschaft unsere Kritik an speziellen Wohn-Ghettos für Menschen mit Behinderungen", sagt Bernadette Feuerstein, Vorsitzende von Selbstbestimmt Leben Österreich (SLIÖ), "österreichweit gibt es weder Ansätze noch Strategien zur De-Institutionalisierung, das weit verbreitete "Licht-ins-Dunkel-Denken" ist ein Schlag für die Menschenrechte behinderter ÖsterreicherInnen." SLIÖ nimmt den Internationalen Tag von Menschen mit Behinderungen zum Anlass, Taten für dieses große behindertenpolitische Problem zu fordern.

"International haben in den letzten Jahrzehnten viele Länder am Abbau von großen Einrichtungen gearbeitet und Österreich überholt", erläutert Feuerstein, "die Zahl der Menschen mit Behinderungen, die in Sondereinrichtungen leben, ist mit 13.000 Personen alarmierend hoch". Davon leben mehr als 5.600 Personen in Großeinrichtungen mit mehr als 30 BewohnerInnen, fast 5.700 Menschen mit Behinderungen leben in Einrichtungen mit 11 bis 30 Plätzen. Nur etwa 1.800 Menschen mit Behinderungen leben in Institutionen mit bis zu zehn BewohnerInnen.

SLIÖ begrüßt daher den Entschluss des Salzburger Soziallandesrats zum Stopp der Renovierung des Behindertenheims in Schernberg als längst überfällig. Dort leben derzeit 167 Frauen und Männer mit Behinderungen. "Als Alternative zur Betreuung in Heimen fordern wir einmal mehr den flächendeckenden Ausbau von Persönlicher Assistenz für alle Menschen mit Behinderung", betont Feuerstein abschließend.

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