- 02.12.2013, 12:39:39
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1,13 Millionen Euro für Suchtprävention und psychosoziale Gesundheit
Pharmig und Sozialversicherung setzen die Partnerschaft fort
Utl.: Pharmig und Sozialversicherung setzen die Partnerschaft fort =
Wien (OTS) - Das Gremium Gesundheitsziele hat zwölf von 35
eingereichten Projekten eine Finanzierungszusage in Höhe von
insgesamt 1,13 Millionen Euro erteilt. Sie zielen auf Suchtprävention
und auf die Vermeidung psychosozialer Erkrankungen ab.
1,13 Millionen Euro stellen Pharmawirtschaft und
Sozialversicherung für zwölf Projekte zur Verfügung, die mit
konkreten Maßnahmen Süchte und psychosoziale Erkrankungen vermeiden
helfen sollen. Grundlage dieser Finanzierung ist der
Rahmen-Pharmavertrag, über den bis Ende 2015 insgesamt 82 Millionen
Euro an Solidarzahlungen der Sozialversicherung und den Krankenkassen
zugutekommen. 6,75 Millionen davon sind zweckgewidmet für
Kindergesundheit und Prävention.
"Wir sind stolz, dass wir gemeinsam mit der Sozialversicherung den
Willen, die Bevölkerung Österreichs gesünder zu machen, in die Tat
umsetzen und dass dieses Engagement über das gemeinsame Gremium
sichtbar wird. Dadurch profitiert nicht nur unser Gesundheitssystem,
sondern jeder Einzelne", sagt Dr. Robin Rumler, Präsident der
Pharmig, des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs.
Nachdem im vergangenen und damit ersten Jahr des Bestehens dieses
Gremiums die Kinder- und Jugendgesundheit im Mittelpunkt stand, legte
das Gremium heuer den Fokus auf die Prävention von substanz- und
nicht substanzgebundenen Süchten sowie psychosozialer Erkrankungen.
Es sind damit Präventionsmaßnahmen gegen Alkohol- und Drogensucht
ebenso erfasst wie gegen Spiel- und Kaufsucht. "Prävention ist für
uns ein unverzichtbarer Baustein in der Gesundheitsversorgung der
Bevölkerung. Hauptverband und Pharmaindustrie setzen darin weithin
sichtbare Zeichen mit Leuchtturmprojekten und tragen gemeinschaftlich
und aktiv dazu bei, dass für die Österreichinnen und Österreicher
mehr gesunde Lebensjahre möglich werden - ganz im Sinne der
österreichischen Rahmen-Gesundheitsziele", so Rumler.
Auch Mag. Peter McDonald, stv. Vorsitzender der Konferenz der
österreichischen Sozialversicherungsträger und Obmann-Stv. der
Sozialversicherung der Selbständigen (SVA), zeigt sich erfreut:
"Diese Kooperation der Pharmawirtschaft und der Sozialversicherung
und die gemeinsame Widmung eines Teilbetrags in gezielte
Präventionsprojekte ist weltweit einzigartig."
Zur Schwerpunktsetzung sagt McDonald: "Abhängigkeiten und
Suchterkrankungen nehmen in unserer Gesellschaft generell zu. Und die
Zahl der Österreicher mit psychischen Erkrankungen steigt." Es seien
daher mehr Investitionen in Prävention und Innovationen sowie ein
stärkerer Fokus auf Informationsvermittlung nötig, um eine gewisse
Sensibilisierung für diese Themen zu erwirken. Für McDonald ist es
daher umso erfreulicher, dass nun zwölf gezielte Praxis- und
Forschungsprojekte umgesetzt werden. Sie fokussieren teils auf
nationale, teils auf Bundesländerebene.
Mag.a Ingrid Reischl, Vorsitzende der Trägerkonferenz, Obfrau der
Wiener Gebietskrankenkasse und Mitglied des Gremiums
Gesundheitsziele: "Als Sozialversicherung haben wir uns - zuletzt
auch im Rahmen der Gesundheitsreform - dem Ausbau der Prävention
verpflichtet. Die Projekte, die nun gemeinsam mit der
Pharmawirtschaft angegangen werden, leisten hier einen wesentlichen
Beitrag." So wird unter dem Titel "Prävalenz und Versorgung
psychischer Krankheiten in Österreich" der Behandlungsbedarf bei
Erwachsenen breit erhoben und analysiert. Reischl dazu:
"Krankenstandstage und auch vorzeitige Pensionierungen aufgrund
psychischer Erkrankungen steigen kontinuierlich. Es ist eines der
zentralen Themen der Zukunft, die Therapie nicht nur besser planen zu
können, sondern zudem effektive Strategien zur Prävention zu
entwickeln."
Nicht weniger dringend ist für Reischl die Kinder- und
Jugendgesundheit: "Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Alkohol
bei Jugendlichen ganz oben auf der Liste der konsumierten
Rauschmittel steht. Das Projekt einer Suchtprävention in der
betrieblichen und überbetrieblichen Lehrlingsausbildung setzt damit
an der richtigen Stelle an", ist Reischl überzeugt, dass solche
Maßnahmen über die Projektphase hinaus nachhaltig Stellenwert haben.
Dr. Andreas Windischbauer, Präsident der ARGE Pharmazeutika,
begrüßt in diesem Sinn auch das Projekt "Niko-Teen" der Werkstatt für
Suchtprophylaxe: "Österreich liegt im weltweiten Vergleich, was die
Zahl an rauchenden 15jährigen betrifft, mittlerweile an erster
Stelle. Rund 25 Prozent aller 15jährigen rauchen in unserem Land
zumindest einmal pro Woche." Das Vorarlberger Projekt richtet sich an
Rauchende ebenso wie an deren Bezugspersonen, darunter Eltern und
Lehrer. Erst gar nicht mit dem Rauchen anzufangen oder aber zumindest
weniger zu rauchen sind Ziele dieses Projektes.
Ein weiteres praxisorientiertes Projekt ist die Erarbeitung eines
Schulungscurriculums und von Lehrunterlagen zur Suizidprävention.
Österreich liegt bei der Suizidrate im oberen Mittelfeld im
europäischen Vergleich. Windischbauer: "Prävention bedeutet hier, ein
Suizidrisiko bei Betroffenen möglichst früh zu erkennen." Das von der
MedUni Wien initiierte Projekt setzt genau hier an und möchte die
Erkennung und Behandlung von gefährdeten Personen verbessern, indem
die Schulung von Personen in der Primärversorgung und in weiteren
Sektoren des Gesundheitswesens gefördert wird.
Wie bereits im vergangenen Jahr wird nach der Auszahlung der
jährlichen Tranche das Gremium Gesundheitsziele auch im nächsten Jahr
zu den gemeinsam definierten Gesundheitszielen eine Förderung
ausschreiben und einen weiteren Teilbetrag der insgesamt 6,75
Millionen Euro auszahlen.
Über das Gremium Gesundheitsziele: Das Gremium Gesundheitsziele
ist ein zwischen Pharmawirtschaft und Hauptverband paritätisch
besetztes Gremium. Es entscheidet über die Auswahl und Abwicklung von
Maßnahmen im Rahmen gemeinsamer Gesundheitsziele und die Freigabe der
damit verbundenen finanziellen Mittel.
Über den Rahmen-Pharmavertrag:
Die Pharmawirtschaft und die Sozialversicherung setzten im Sommer
2011 den im Jahr 2008 begonnenen gemeinsamen Weg fort: Bis 2015
leistet die Pharmawirtschaft einen Beitrag in Höhe von 82 Millionen
Euro zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der sozialen
Krankenversicherung gegenüber deren PatientInnen. Neu war die
Zweckwidmung für Investitionen in gemeinsame Gesundheitsziele zu den
Themen Kindergesundheit und Prävention.
Über die Pharmig:
Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der
österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband 120
Mitglieder (Stand Dezember 2013), die den Medikamenten-Markt zu fast
100 Prozent abdecken. Die Mitgliedsunternehmen der Pharmig bieten
Arbeitsplätze für ca. 10.000 Beschäftigte.
Über den Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger:
Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-,
Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs. Die Sozialversicherung
garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und
Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere
Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,4 Millionen Menschen
anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige).
Über die ARGE Pharmazeutika:
Die Arbeitsgemeinschaft des Pharmazeutischen Großhandels ist die
Interessensvertretung der österreichischen Vollgroßhändler. Ihre
Aufgabe ist die verantwortungsvolle Vertretung der Interessen ihrer
acht Mitgliedsfirmen. Gemeinsam mit den anderen Akteuren im
österreichischen Gesundheitswesen obliegt es der ARGE Pharmazeutika,
die notwendigen Veränderungen im österreichischen Gesundheitssystem
verantwortungsvoll und vernünftig voranzutreiben.
Über die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft:
Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA)
ist der Sozialversicherungsträger für Österreichs Unternehmerinnen
und Unternehmer. In ihrer Zuständigkeit für die gesetzliche
Krankenversicherung der Selbständigen betreut die SVA rund 700.000
Anspruchsberechtigte (davon 340.000 Aktive, 130.000 Pensionisten und
230.000 Angehörige), in ihrer Zuständigkeit für die gesetzliche
Pensionsversicherung 360.000 Versicherte (300.000 Gewerbetreibende
und 60.000 Freiberufler).
Als modernes Dienstleistungsunternehmen setzt die SVA auf
Kundennähe, effiziente, schlanke Verwaltung und Aktionen wie "Fit zu
mehr Erfolg" und den einzigartigen "SVA-Gesundheitshunderter", welche
den Versicherten Motivation zur aktiven Prävention geben.
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