Welt-AIDS-Tag: Österreichs Jugendliche bei Verhütung im oberen Mittelfeld

Die vom Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research durchgeführte HBSC-Studie liefert Daten über das Verhütungsverhalten österreichischer Jugendlicher

Wien (OTS) - Jährlich erinnert der Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember daran, dass der Kampf gegen die Krankheit nicht gewonnen ist und es nach wie vor die Anstrengungen aller bedarf, durch Aufklärung die weitere Ausbreitung zu verhindern. Kondome sind nach wie vor der beste Schutz, um sich gegen sexuell übertragbare Krankheiten, wie z.B. dem HI-Virus zu schützen. In diesem Zusammenhang liefert eine Jugendgesundheitsstudie des Ludwig Boltzmann Instituts für Health Promotion Research (LBI HPR) zum Verhütungsverhalten von 15- und 17-jährigen Schülerinnen und Schüler positive Signale:

Fast drei Viertel (73,0%) der österreichischen Jugendlichen geben an, beim letzten Geschlechtsverkehr ein Kondom zur Verhütung verwendet zu haben. Knapp ein Fünftel (19,2%) hat ausschließlich mittels Antibabypille verhütet. Der Anteil jener, die angeben gar nicht zu verhüten, ist mit 4,3% sehr gering. Österreich befindet sich im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld bei der Verwendung von Kondomen.

"Generell ließ sich feststellen, dass die Schülerinnen und Schüler Verhütung als wichtig erachten - nicht nur, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden. Dass fast drei Viertel der befragten Personen Kondome zur Verhütung verwenden, zeigt von einem gesteigerten Bewusstsein in Bezug auf sexuell übertragbare Krankheiten. Der niederschwellige und kostengünstige Zugang zu Kondomen ist natürlich auch ein ausschlaggebender Faktor für die häufige Verwendung", so Dr. Wolfgang Dür, Leiter des LBI HPR. "Dennoch ist es wichtig, dass weiterhin starke Aufklärung stattfindet. So sind andere sexuell übertragbare Erkrankungen, wie z.B. Syphilis, wieder auf dem Vormarsch, da aufgrund verbesserte Therapien und einem Rückgang der HIV Infektionen die Angst vor einer Ansteckung sinkt und leichtsinnigerweise auf den Schutz durch ein Kondom verzichtet wird."

Diese Ergebnisse wurden im Rahmen der "Health Behaviour in School-aged Children (HBSC)" Studie durchgeführt, die das Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern im Alter von 11, 13, 15 und 17 Jahren untersucht und an der 43 Länder und Regionen teilnehmen. Die Daten der HBSC-Studie werden auch in den gesonderten Berichten der OECD und der UNICEF zur Kinder- und Jugendgesundheit verwendet. Zum Welt-AIDS-Tag hat sich die Gruppe der teilnehmenden HBSC Länder zur Aufgabe gemacht, die erhobenen Daten zum Verhütungsverhalten nochmals zu veröffentlichen. Nähere Informationen zur Studie unter: http://lbihpr.lbg.ac.at oder http://www.hbsc.org/.

Die HBSC Studie:

Die "Health Behaviour in School-aged Children (HBSC)"-Study ist eine regelmäßig alle vier Jahre stattfindende Erhebung der WHO, die für Österreich im Schuljahr 2009/10 unter der Leitung von Priv.Doz. Mag. Dr. Wolfgang Dür vom Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research durchgeführt wurde. Die HBSC-Studie ist eine der größten Kinder- und Jugendgesundheitsstudien, in der die selbstberichtete Gesundheit sowie das Gesundheitsverhalten von Schüler/inne/n im Alter von 11, 13 und 15 Jahren (und seit 2010 in Österreich auch der 17-Jährigen) systematisch erhoben sowie die möglichen Determinanten der Gesundheit in der persönlichen und schulischen sozialen Umwelt der Kinder und Jugendlichen analysiert werden. Die Studie wird von einem eigenverantwortlichen Netzwerk von Forschergruppen aus 43 Ländern (Stand: 2010) und in enger Kooperation mit der WHO durchgeführt. Sie wird in Österreich seit 1986 alle vier Jahre durchgeführt, was die Analyse von Trends ermöglicht.

Über das Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research

Das Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research (www.lbihpr.lbg.ac.at) unter der Leitung von Priv.Doz. Mag. Dr. Wolfgang Dür ist ein Institut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und beschäftigt sich als inter- und transdisziplinäre Forschungseinrichtung mit den Bedingungen und Möglichkeiten von Gesundheitsförderung in Organisationen, wie z.B. Schulen, Krankenhäuser und Langzeitbetreuungseinrichtungen.
Die Partner des in Wien angesiedelten Instituts sind die Universitäten von Wien, Bielefeld und St. Andrews sowie das Bundeministerium für Gesundheit, das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, der Fonds Gesundes Österreich, die Wiener Gesundheitsförderung und der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und betreibt Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute) in den Bereichen der Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Derzeit betreibt die LBG 17 LBI und 5 Cluster mit rund 380 MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von Ludwig Boltzmann Instituten für eine befristete Laufzeit erfolgt aufgrund von Ausschreibungen mit internationalen Begutachtungsverfahren.

Rückfragen & Kontakt:

Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research
Priv.Doz. Mag. Dr. Wolfgang Dür, Institutsleiter
Tel.: +43 (0)1 2121 493-11
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