• 29.11.2013, 10:42:38
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Politische Kommunikation, Kultur und Wissenschaft im Medienwandel

Tagung der Medienarchive Austria & Mediathek - Pig: "Mediennutzung wird selektiver" - Wiedermann: "Inhalte mit Mehrwert sind gefragt"

Tagung der Medienarchive Austria & Mediathek im
Technischen Museum Wien (TMW). Im Bild v.l.: Waltraud Wiedermann
(Geschäftsführerin APA-DeFacto), Clemens Pig (Politikwissenschafter
und designierter Geschäftsführer APA - Austria Presse Agentur),
Gabriele Zuna-Kratky (Direktorin TMW)

Utl.: Tagung der Medienarchive Austria & Mediathek - Pig:
"Mediennutzung wird selektiver" - Wiedermann: "Inhalte mit
Mehrwert sind gefragt" =

Wien (OTS) - Mit der Herausforderung, Wissenschaft und Kultur zu
virtualisieren, beschäftigten sich Archivare und Kulturexpertinnen
gestern, Donnerstag, auf der Tagung "Authentisch im Netz?" der
Medienarchive Austria (maa) und der Österreichischen Mediathek im
Technischen Museum Wien (TMW). Digitalisierung sei für Archive und
Museen geradezu eine Pflicht und verbessere nachhaltig die
wissenschaftliche Dokumentation einer Sammlung, stellte
TMW-Direktorin Gabriele Zuna-Kratky eingangs fest.

In der Keynote griff der designierte APA-Geschäftsführer und
Politikwissenschafter Clemens Pig das Thema der politischen
Kommunikation in Zeiten der Mediendigitalisierung heraus und stellte
die Frage: "Gibt es denn noch so etwas wie 'Öffentlichkeit', die
durch Massenmedien hergestellt werden kann?" Immer weniger, so Pigs
Befund, auch wenn Themen aus den klassischen Medien im
deutschsprachigen Raum hochgradig die Inhalte in Blogs und Social
Media bestimmen.

"Die Mediennutzung, insbesondere der jüngeren Generation der unter
30-Jährigen, ist gekennzeichnet durch eine sehr selektive Nutzung von
fragmentierten Inhalten, die im Moment gerade interessieren", so Pig.
Dies macht es für Medien schwieriger, durch Packages die Nutzerinnen
und Nutzer auch mit Werbung zu erreichen und dadurch ihre
Geschäftsmodelle zu kapitalisieren. Andererseits verlieren auch die
Medienkonsumenten den Blick auf alles, was nicht unmittelbar in ihrem
momentanen Horizont aufscheint, was sie allerdings aus
demokratiepolitischer Sicht möglicherweise erfahren sollten.

Die "Einfachheit des Findens" war ein Schlagwort bei der von
Siegfried Steinlechner (ORF Archive und Dokumentation) moderierten
abschließenden Podiumsdiskussion. Attraktive Inhalte mit Mehrwert
würden stark nachgefragt, dafür seien Kunden auch bereit, zu
bezahlen, betonte APA-DeFacto-Geschäftsführerin Waltraud Wiedermann.
Der größte Medien- und Fachdatenbankanbieter Österreichs mache "rund
90 Prozent der Datenbankumsätze mit Artikeln vom aktuellen Tag, die
meistens irgendwo kostenlos verfügbar sind. Das zeigt, dass Menschen
bereit sind, gute Aufbereitung, Service und Zusatzinformationen zu
honorieren, etwa welche Reichweite ein Artikel oder Blogbeitrag hat",
so Wiedermann.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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