• 28.11.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Ab in ruhigere Gewässer - von Oliver Jaindl

Emittenten vertrauten Prognosen, wonach Zukunft ökonomisches Paradies sei

Utl.: Emittenten vertrauten Prognosen, wonach Zukunft ökonomisches
Paradies sei =

Wien (OTS) - Die Probleme bestehen schon seit 2008, die Auswirkungen
werden erst jetzt durch das Auslaufen der Fonds bemerkbar:
Anlegerschäden durch geschlossene Schiff- und Immo-Fonds werden zur
immer größeren Massenschaden-Causa. Konsumentenschützer und
Anlegeranwälte sind bereits routiniert darin, auch ohne die längst
überfällige Gruppenklage Ansprüche von Investoren einzeln oder im
Sammelpack durchzusetzen. Oder zumindest damit zu drohen.

Die zentrale Frage ist aber nicht so sehr, wer an der Misere Schuld
hat. Sowohl die Sichtweisen der Anleger als auch der vermittelnden
Banken und der Emittenten sind schlüssig. Die Anleger strebten nach
konservativen Werten und ärgern sich, dass Ausschüttungen ausbleiben,
die Rückführung eingelegten Kapitals nicht klappt oder nicht klappen
könnte oder dass ihr Schiff-Investment gleich ganz untergegangen ist.
Die Banken haben sich auf Emittenten verlassen, diese wiederum
vertrauten auf vor 2008 omnipräsente Prognosen, wonach die Zukunft
überspitzt formuliert ein ökonomisches Paradies sei, in dem Milch und
Honig fließen.

Somit kann die Frage nur lauten, wie man das Problem für alle
Beteiligten am besten löst. Es gibt zwei Optionen: Entweder schaffen
es Verbraucher, Anwälte, Banken und Emittenten in "Krisengipfeln",
für einen größeren Teil der Betroffenen eine zumindest halbwegs
akzeptable Lösung anzubieten. Das geht rasch und ohne großes
Aufsehen, wie der Vergleich zwischen den Erzfeinden VKI und früherer
AWD beweist. Oder es kommt zur Eskalation. Dann folgen lange Prozesse
- wie man bereits im Fall Meinl gesehen hat, mitunter mit dem
Ergebnis, dass man sich danach umständlich in zig Einzelverfahren
erst wieder auf "soziale Vergleiche" (Meinl-Diktion) einigt. Diese
hätte man aber auch gleich vorher - für eine ganze Gruppe von
Anlegern - anbieten können. Daher kann die einzige Lösung nur sein,
den leckgeschlagenen Kahn der Schifffonds viribus unitis in ruhigere
Gewässer zu schleppen. Deeskalation und den Sturschädel zu Hause zu
lassen lautet das Motto - und die jüngste Wirtschaftsgeschichte
Österreichs beweist es!

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