ÖAMTC testet Dachboxen: Dreimal top, fünf Modelle mit Sicherheitsmängeln (+Foto, +Video)

Club fordert Verbesserungen bei Montage, Sicherung und Gebrauchsanweisungen

Wien (OTS) - Kurz vor dem Start der Skisaison testete der ÖAMTC in Zusammenarbeit mit seinen Partnerclubs acht Dachboxen. "Mit dem einzigen 'sehr gut' überzeugt die Thule Motion 800 in der Handhabung, bei der Fahrsicherheit und beim Crashtest. Damit erreicht das teuerste Modell die Bestnote", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Zwei weitere Modelle mit einem "gut" zeigen, dass sich das Sicherheitsniveau in den vergangenen Jahren verbessert hat. "Allerdings mussten fünf von acht getesteten Dachboxen aufgrund von Sicherheitsmängeln abgewertet werden", relativiert Kerbl. Verbesserungsbedarf ortet der ÖAMTC-Techniker bei der Montage, bei der Ladungssicherung und bei den Gebrauchsanweisungen.

Im Topsegment erhielt die Hapro Traxer 6.6 auf Platz zwei Bestnoten bei der Sicherheit. Die minimal schlechtere Bewertung resultierte aus der umständlichen Einfädelung der Gurtbänder. Die Kamei 510 auf Platz drei punktete ebenfalls mit guten Noten in der Fahrsicherheit. Schwächen zeigten sich beim City-Crashtest mit 30 km/h: Die Gurthalter brachen teilweise durch.

Viermal "befriedigend" durch Sicherheitsmängel und falsche Volumenangaben

Nur ein "befriedigend" erhielten die Neumann XX-Line, die Atera Cargo 830, die Cartrend Exodus und die Rameder Black Line 580. "Die vier Modelle weisen sicherheitsrelevante Mängel auf, die im Straßenverkehr zu gefährlichen Situationen führen können", stellt der ÖAMTC-Techniker Kerbl klar. Die Neumann XX-Line rutscht beim Ausweichtest relativ stark, was das Fahrverhalten negativ beeinflusst. Bei der Atera Cargo 830 besteht die Gefahr, dass man sie nicht ausreichend fest auf dem Träger montiert. Ein seitliches Verrutschen könnte in der Folge auch hier kritische Fahrsituationen auslösen. Beim Modell Cartrend Exodus bricht die Bodenwanne beim City-Crashtest vorne. Bei der Rameder Black Line 580 kann sich durch Probleme beim Schließmechanismus der Deckel während der Fahrt öffnen.

Außerdem wurden bei drei Modellen falsche Volumenangaben nachgewiesen: Bei der Atera Cargo 830 liegt die Volumenangabe um 14 Prozent unter der realen Größe, bei der Rameder Black Line beträgt die Abweichung 16 Prozent, beim Modell Cartrend Exodus liegt das reale Ladevolumen sogar 24 Prozent unter den Angaben.

Box hebt ab - ein "genügend" durch schwere Sicherheitsmängel

Nur ein "genügend" gab es für das Modell Jetbad 70 Premium. "Hier führen schwerwiegende Mängel im Befestigungssystem zum Aufbrechen der hinteren Klammern beim City-Crashtest. Dadurch hebt sich das Heck, die Box wird nur mehr durch die vorderen Klammern gehalten", erläutert der ÖAMTC-Techniker.

ÖAMTC fordert Verbesserungen

Aufgrund der im Test festgestellten Sicherheitsmängel ortet der ÖAMTC-Techniker Verbesserungsbedarf. "Bei der Entwicklung der Dachboxen sollte größerer Wert auf einfache Montage gelegt werden. Jede Dachbox sollte auch alleine montierbar sein", so Kerbl. Außerdem notwendig sind ausreichend Befestigungspunkte und Ladungssicherungsmittel wie Gurte. Gebrauchsanweisungen sollten Anleitungen zur richtigen Sicherung und Verteilung der Ladung in der Box sowie Hinweise zum geänderten Fahrverhalten des Autos enthalten.

ÖAMTC-Expertentipps zu Kauf und Nutzung von Dachboxen

* Vor dem Kauf der Box testen, ob das Modell den persönlichen Ansprüchen genügt (z. B. Verschlüsse, Handhabung, Größe).

* Die Inhalte einer Dachbox müssen richtig geschlichtet und gesichert werden.

* Bei der Beladung auf die zulässige Beladung der Box und die zulässige Dachlast des Fahrzeuges achten. Nicht vergessen werden darf dabei das Gewicht der leeren Dachbox und des Dachträgers.

* Beim Fahren mit Dachbox ändert sich das Fahrverhalten des Autos. Durch die größere Gesamthöhe ist das Fahrzeug bei Seitenwind empfindlicher. "Besonders nach Waldstücken und auf Brücken droht Gefahr durch plötzlich auftretende Windböen", warnt der ÖAMTC-Experte.

* Die größere Windangriffsfläche führt zu einem höheren Spritverbrauch. "Leerfahrten mit der Box sollten daher vermieden werden", so Kerbl abschließend.

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