• 28.11.2013, 07:30:33
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Creditreform KMU-Umfrage, Herbst 2013: Jedes 7. Unternehmen von schlechter Zahlungsmoral betroffen

Zahlungsmoral hat sich leicht verschlechtert, Forderungsverluste sind aber zurückgegangen

Utl.: Zahlungsmoral hat sich leicht verschlechtert,
Forderungsverluste sind aber zurückgegangen =

Wien (OTS) - Creditreform hat im Herbst 2013 rund 1.700 Klein- und
Mittelbetriebe nach der Zahlungsmoral ihrer Kunden befragt. Das
Zahlungsverhalten der Kundschaft des Mittelstandes hat sich dabei in
den letzten Monaten leicht verschlechtert. Einige Kunden versuchen
weiterhin, einen Teil ihrer eigenen Belastungen durch
Zahlungsverzögerungen abzumildern. Wie schon im Herbst 2012, so
können auch heuer gut zwei Drittel der Unternehmen im Schnitt
spätestens nach 30 Tagen einen Zahlungseingang verbuchen. Gut jeder
fünfte Mittelständler musste sich bis zu 60 Tage gedulden, bevor
seine Arbeit bezahlt wurde. Eine äußerst schlechte Zahlungsmoral
ihrer Kunden mussten insgesamt 14 Prozent (+2,2 Prozentpunkte) der
Betriebe hinnehmen. Sie warteten bis zu 90 Tage oder gar darüber
hinaus auf das Geld ihrer säumigen Kundschaft.

Kleine Unternehmen am meisten betroffen

Am meisten betroffen von der schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden
sind nach wie vor kleine Unternehmen mit maximal 10 Mitarbeitern.
Hier muss knapp ein Viertel der Befragten mit einem Minus in Höhe von
mehr als 1,0 Prozent des Umsatzes kämpfen. Da kleine Firmen oft nicht
über nennenswerte Kapitalreserven verfügen, kommen sie bei einem
Forderungsausfall in dieser Höhe oft an ihre finanziellen Grenzen.

Im Bau und im Verarbeitenden Gewerbe wird am langsamsten
gezahlt

Am zufriedensten sind Handel und Dienstleistungen mit dem
Zahlungsverhalten ihrer Kunden. In diesen Branchen konnten 70 Prozent
der befragten KMU bis spätestens 30 Tage nach Rechnungsstellung einen
Zahlungseingang feststellen. Die schlechtesten Erfahrungen mit der
Zahlungsmoral ihrer Kunden machte in den letzten Monaten das
Baugewerbe. Hier warteten über 13 Prozent der Betriebe bis zu 90 Tage
auf die Begleichung ihrer Rechnung, 5,5 Prozent sogar mehr als drei
Monate. Eine ähnliche Entwicklung gab es beim Verarbeitenden Gewerbe.
Hier lag der Anteil derer, die bis zu 90 Tage lang offene Forderungen
bei ihren Kunden stehen hatten, bei 11 Prozent und mehr als drei
Monate warteten 7 Prozent der Befragten auf den Zahlungseingang.

Forderungsverluste leicht gesunken

Der Anteil der Unternehmen, die Forderungsverluste hinnehmen
mussten, hat sich binnen Jahresfrist leicht verringert. Mit 17
Prozent ist der Anteil der Betriebe, die sich über die Begleichung
aller Rechnungen freuen konnten, nahezu identisch mit dem
Vorjahreswert. In den Segmenten Forderungsverluste bis maximal 1,0
Prozent des Gesamtumsatzes haben sich die Werte insgesamt verringert.
Bei den Verlusten bis 0,1 Prozent sank der Anteilswert sogar von 32
Prozent im Vorjahr auf heuer 26 Prozent. Lediglich bei den
Unternehmen, die Zahlungsverluste über 1,0 Prozent ihres Umsatzes zu
verbuchen hatten, gab es eine Steigerung von 10,3 Prozent auf 11,9
Prozent.

Gut jeder fünfte Betrieb der Dienstleistungsbranche und des
Verarbeitenden Gewerbes konnte sich in den vergangenen Monaten über
die gute Zahlungsmoral seiner Kunden freuen und musste keine Erträge
abschreiben. Beim Baugewerbe war es dagegen nur jedes sechste
Unternehmen und beim Handel lediglich jedes zehnte. Auch bei den
Betrieben, die Verluste von mehr als 1,0 Prozent ihres Umsatzes zu
beklagen hatten, liegt das Verarbeitende Gewerbe an erster Stelle.
Fast jeder fünfte Betriebe (+6 Prozentpunkte)) dieser Branche war
davon betroffen, beim Baugewerbe waren es über 13 Prozent der
Unternehmen (+4 Prozentpunkte). Der Anteil in den Branchen Handel und
Dienstleistungen liegt bei den Zahlungsausfällen über 1,0 Prozent des
Umsatzes noch im einstelligen Bereich und hat sich binnen Jahresfrist
erhöht.

Conclusio: KMU haben aus der Krise gelernt

Die fast permanente Krisenberichterstattung hat die heimischen
Unternehmen vorsichtiger werden lassen. Dazu kommt ein verschärfter
Zugang zu Bankkrediten, der den Lieferantenkredit wichtiger werden
lässt. Diese beiden Faktoren führen dazu, dass sich Unternehmen heute
stärker um die Zahlungseingänge kümmern. Lange Außenstände kann man
sich in anspruchsvollen Zeiten nicht mehr leisten. Wer liefert und
leistet, möchte auch alsbald sein Geld dafür haben. Schließlich ist
ein Geschäft erst dann abgeschlossen, wenn das Geld am eigenen Konto
eingelangt ist. Langes Warten oder gar Forderungsverluste schädigen
die eigene Liquidität und Bonität.

Die Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung befragt
seit 1996 zweimal jährlich an die 1.700 österreichische KMU zur
aktuellen als auch zur zukünftigen Wirtschaftslage.

Für den Inhalt verantwortlich:

Rainer Kubicki
Geschäftsführer
Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG, Wien

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