• 27.11.2013, 11:54:17
  • /
  • OTS0132 OTW0132

ÖH: Raus aus dem Praktikum - Rein in die echte Arbeitswelt!

Studie über Arbeitsbedingungen von Praktikant_innen untermauert Forderungen der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH)

Utl.: Studie über Arbeitsbedingungen von Praktikant_innen
untermauert Forderungen der Österreichischen
Hochschüler_innenschaft (ÖH) =

Wien (OTS) - Die aktuelle Studie der Forschungs- und Beratungsstelle
Arbeitswelt (FORBA) zeigt die katastrophalen Arbeitsbedingungen von
Praktikant_innen auf. Nur noch knapp ein Drittel der Pflichtpraktika
von Student_innen ist bezahlt. Selbst nach dem Studienabschluss
müssen 13 Prozent eines Jahrgangs noch mindestens ein Praktikum
absolvieren um Chancen am Arbeitsmarkt zu haben. "Praktikant_innen
arbeiten häufig unter sehr schlechten Bedingungen, ohne Kranken- und
Sozialversicherung oder in Form von Ketten-Praktika. Die FORBA-Studie
untermauert unsere Forderungen nach echten Arbeitsverhältnissen und
sozialer Absicherung bei Pflichtpraktika," kommentiert Bernhard
Lahner vom ÖH-Vorsitzteam die Ergebnisse.

Besonders betroffen sind vor allem Student_innen aus Geistes-,
Sozial- und Kulturwissenschaften - genau die Studienrichtungen, die
einen sehr hohen Anteil von Studentinnen aufweisen. Die Chancen auf
reale Beschäftigung in diesen Bereichen sind noch geringer als in
männlich dominierten Studien. Die Student_innen sind dermaßen stark
auf Praktika angewiesen, da ein sehr hoher Druck von Seiten des
Arbeitsmarktes ausgeübt wird. Viele zukünftige Arbeitgeber_innen
erwarten von Absolvent_innen einen gewissen Grad an Berufserfahrung,
Praktika sind ein entscheidender Faktor bei der Bewertung der
Qualifikationen. "Student_innen werden so in ein
Abhängigkeitsverhältnis gedrängt und Praktikant_innen werden als
"billige" Arbeitskräfte ausgenutzt," ergänzt Bernhard Lahner,
"Praktika sollen nicht nach dem Abschluss der Schritt in den
Arbeitsmarkt sein, da ein ganzes anderes Ziel verfolgt wird: das
Ausbildungsziel während des Studiums. Daher müssen Praktika in den
Lehrplänen geregelt und als Arbeit anerkannt werden, um so eine
Möglichkeit für Praxiserfahrung während des Studiums zu schaffen.
Nach dem Studium dürfen junge Menschen nicht mehr auf Praktika
angewiesen sein."

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft selbst wirkt mit dem
Gütesiegel Praktikum den prekären Anstellungsverhältnissen entgegen.
Das Gütesiegel wird an Firmen, mit entsprechenden Arbeitsbedinungen
verliehen. "Wir haben mit diesem Gütesiegel eine Auszeichnung für die
Firmen geschaffen, die ernsthaft an guten Arbeitsbedinungen und
sozialer Absicherung ihrer Angestellten interessiert sind," erklärt
Lahner. "Die Ergebnisse der FORBA-Studie zeigen leider weiterhin
Verschlechterungen im Praktika-Bereich. Ziel soll nicht sein, das
Gütesiegel als Ehrenpreis zu werten, sondern dass faire
Arbeitsbedingungen der Normalfall werden. Studierende müssen raus aus
dem prekären Praktikum und rein in die echte Arbeitswelt," so Lahner
abschließend.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NHO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel