• 27.11.2013, 09:35:32
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Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember: Frühe Diagnose erhöht den Therapie-Erfolg

Wien (OTS) - Etwas mehr als 30 Millionen Menschen weltweit leiden an
AIDS bzw. sind Träger des HI-Virus. In Österreich sind es rund 400
neue Diagnosen jährlich. AIDS kennt keine Altersunterschiede - in
jedem Alter kann man sich mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV)
anstecken. "Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser der
Therapie-Erfolg und die Lebensqualität", betont Katharina
Grabmeier-Pfistershammer von der Universitätsklinik für Dermatologie
der MedUni Wien und Expertin an der AIDS-Ambulanz anlässlich des
bevorstehenden Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember, der seit 1996 von der
UNAIDS organisiert wird.

Denn AIDS ist heutzutage sehr gut behandelbar, die Betroffenen können
mit Hilfe der wirksamen Kombinationstherapien, die auch ganz
individuell abgestimmt werden können, praktisch ein ganz normales
Leben führen und einer regelmäßigen beruflichen Tätigkeit nachgehen
und mit der Erkrankung bis ins hohe Alter leben. Neben der
Früherkennung einer der wichtigsten Faktoren, so die MedUni
Wien-Expertin ist die Therapietreue: "Entscheidend ist eine möglichst
lückenlose Therapieeinnahme. Schon ein kurzfristiges Aussetzen kann
die Therapie gefährden. Es ermöglicht dem Virus, Resistenzen
aufzubauen."

Nach wie vor stellen Homosexuelle die größte Risikogruppe in
Österreich dar. Aber auch der ungeschützter heterosexueller
Geschlechtsverkehr, Nadeltausch oder Nadelstichverletzungen stellen
Übertragungswege dar.

Je früher das Risiko einer Ansteckung erkannt wird, desto besser: Wer
sich binnen 48 Stunden nach einem Risikokontakt (ungeschütztem
Geschlechtsverkehr, Stich- und Schnittverletzungen im Umfeld von
Risikogruppen) in einer AIDS-Ambulanz meldet, kann nach der
Evaluierung der Infektions-Wahrscheinlichkeit eine so genannte
Postexpositionsprophylaxe (PEP) verordnet bekommen. Dabei handelt es
sich um die vorbeugende Einnahme antiretroviraler Medikamenten über
vier Wochen, womit das Risiko für eine Etablierung der Infektion
stark sinkt.

Eine PEP verhindert die Vermehrung der in die menschlichen Zellen
eindringenden HI-Viren. Grabmeier-Pfistershammer: "Die HI-Viren
funktionieren wie Herpes-Viren. Wenn man sie einmal hat, hat man sie
für immer - allerdings sind sie viel gefährlicher, vermehren sich im
menschlichen Körper und führen zu einer Schwächung des Immunsystems,
was in weiterer Folge die Entstehung von Tumoren, opportunistischen
Infektionen aber auch kardiovaskuläre Erkrankungen führen kann.

Das Problem ist die Früherkennung an sich, denn die HIV-Infektion
beginnt meist als ein unspezifischer viraler Infekt, ähnlich einer
Grippe, der auch als solcher behandelt wird. Typisch für eine
HIV-Primärinfektion sind Fieber, Lymphknotenschwellung, Halsschmerzen
und ein Exanthem. Bei solchen Symptomen sollte bei einer
entsprechenden Risikoanamnese immer auch an HIV gedacht werden.
Gewöhnlich folgt der Primärinfektion eine auch jahrelange
symptomfreie Phase, bevor HIV/AIDS assoziierte Erkrankungen
auftreten.

Apropos HIV-Test: Die ExpertInnen an der MedUni Wien, geleitet wird
die AIDS-Ambulanz von Armin Rieger, empfehlen generell das Angebot
eines HIV-Tests im Rahmen der Gesundenuntersuchung in Österreich.

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