Binder-Maier/ Mitterlehner/Gamsjäger: Keine Toleranz bei Gewalt gegen Frauen!

Jede fünfte Frau in Niederösterreich ist Opfer von Gewalt in der Familie - Infoaktion in St. Pölten

St. Pölten (OTS) - Die SPÖ Frauen NÖ führen auch heuer viele Aktionen durch, um bei den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen von 25. November bis 10. Dezember darauf hinzuweisen, dass Gewalt gegen Frauen ein gravierendes Problem ist und nicht toleriert werden darf. Jede fünfte Frau war, wird oder ist schon einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen gewesen.

"Die Dunkelziffer ist in diesem Zusammenhang sehr hoch. Unsere Gesetze sind gut, aber leider oft nicht ausreichend. Es ist daher wichtig, dass Frauen und Mädchen wissen, wo Sie sich hinwenden können wenn Ihnen Gewalt widerfährt", so die SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende, Nationalrätin a.D. Gabriele Binder-Maier: "Jede fünfte Frau erlebt häusliche oder sexuelle Gewalt, vor allem dort, wo sie etwas ganz Anderes erwarten - in der Liebe und in der Sexualität. Solche Gewalterlebnisse werden oft als Einzelfälle betrachtet oder zur privaten Angelegenheit erklärt, denn noch immer ist Gewalt in der Familie ein Tabu." Es gelte daher zu den gesetzlichen Maßnahmen die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen zu fördern, erklärt Bezirksfrauenvorsitzende STRin Renate Gamsjäger: "Bei Gewalt an Frauen liegt ein ungleiches Machtverhältnis und Rollenverständnis zugrunde. Die betroffenen Frauen haben oft Angst, aufgrund finanzieller Abhängigkeiten gegenüber dem Partner aus der vorhandenen Gewaltspirale auszubrechen. Daher ist es notwendig, dass Frauenbeschäftigung gefördert wird, Aus- und Weiterbildung möglich ist, eine Neubewertung von Arbeit vorgenommen wird, ein Mindestlohn von 1.500 Euro gesetzlich festgeschrieben wird und Kinderbetreuungseinrichtungen auf zeitgemäße Anforderungen sowohl was Qualität und Quantität betrifft, ausgebaut werden."

"Um auf die Gewaltspirale aufmerksam zu machen und Wege aus der Gewaltspirale aufzuzeigen, verteilen die SPÖ-Frauen auf Bahnhöfen und Verkehrsknotenpunkten Visitenkarten unter dem Motto 'Ich bin sicher!' mit der Nummer der Frauenhelpline gegen Gewalt und mit einem Hinweis auf die neue 'Fem:HELP-App' für Smartphones" erläutert Landesfrauengeschäftsführerin Annemarie Mitterlehner die Aktion. Die Aktion in St. Pölten fand heute, Montag, auf dem Bahnhofsvorplatz statt.

Die fem:HELP-App für Handys und iPhones wurde von Frauenministerin Gabi Heinisch-Hosek im September 2013 präsentiert. Sie bietet Frauen die Möglichkeit, Hilfseinrichtungen rasch und unkompliziert zu kontaktieren. Außerdem ist es möglich, Gewalterfahrungen zu dokumentieren. "Auch wenn nicht sofort eine Anzeige erfolgt, ist es sinnvoll, eine chronologische Dokumentation zu haben, denn das Thema Gewalt darf kein Tabu sein. Sich mitzuteilen, Aufzeichnungen zu führen, kann der erste Schritt aus einer Gewaltbeziehung sein", ist Binder-Maier überzeugt. Die SPÖ-Frauenorganisation will Frauen stärken und die Gewaltschutzeinrichten in Österreich ausbauen und nachhaltig absichern.

1.968 Personen wurden im Gewaltschutzzentrum NÖ 2012 beraten.
Der Großteil der betreuten Personen waren österreichische StaatsbürgerInnen (1.613/82 Prozent). Ebenso die "Gefährder", diese waren zu 77 Prozent österreichische StaatsbürgerInnen.

Binder-Maier weist darauf hin, dass die sechs niederösterreichischen Frauenhäuser bei der Betreuung von Gewaltopfern wichtige Arbeit leisten und unverzichtbare soziale Einrichtungen sind. Binder-Maier fordert für die Frauenhäuser dringend höhere finanzielle Mittel und langfristige, fixe Finanzierungsverträge, um die gute Betreuung weiterhin gewährleisten zu können: "Das Land NÖ ist dazu aufgerufen, die notwendigen Mittel ohne Wenn und Aber bereitzustellen, um langfristige Planung zu ermöglichen."

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