- 25.11.2013, 14:34:28
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Binder-Maier/ Mitterlehner/Gamsjäger: Keine Toleranz bei Gewalt gegen Frauen!
Jede fünfte Frau in Niederösterreich ist Opfer von Gewalt in der Familie - Infoaktion in St. Pölten
Utl.: Jede fünfte Frau in Niederösterreich ist Opfer von Gewalt in
der Familie - Infoaktion in St. Pölten =
St. Pölten (OTS) - Die SPÖ Frauen NÖ führen auch heuer viele Aktionen
durch, um bei den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen von 25. November
bis 10. Dezember darauf hinzuweisen, dass Gewalt gegen Frauen ein
gravierendes Problem ist und nicht toleriert werden darf. Jede fünfte
Frau war, wird oder ist schon einmal in ihrem Leben von Gewalt
betroffen gewesen.
"Die Dunkelziffer ist in diesem Zusammenhang sehr hoch. Unsere
Gesetze sind gut, aber leider oft nicht ausreichend. Es ist daher
wichtig, dass Frauen und Mädchen wissen, wo Sie sich hinwenden können
wenn Ihnen Gewalt widerfährt", so die SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende,
Nationalrätin a.D. Gabriele Binder-Maier: "Jede fünfte Frau erlebt
häusliche oder sexuelle Gewalt, vor allem dort, wo sie etwas ganz
Anderes erwarten - in der Liebe und in der Sexualität. Solche
Gewalterlebnisse werden oft als Einzelfälle betrachtet oder zur
privaten Angelegenheit erklärt, denn noch immer ist Gewalt in der
Familie ein Tabu." Es gelte daher zu den gesetzlichen Maßnahmen die
ökonomische Unabhängigkeit von Frauen zu fördern, erklärt
Bezirksfrauenvorsitzende STRin Renate Gamsjäger: "Bei Gewalt an
Frauen liegt ein ungleiches Machtverhältnis und Rollenverständnis
zugrunde. Die betroffenen Frauen haben oft Angst, aufgrund
finanzieller Abhängigkeiten gegenüber dem Partner aus der vorhandenen
Gewaltspirale auszubrechen. Daher ist es notwendig, dass
Frauenbeschäftigung gefördert wird, Aus- und Weiterbildung möglich
ist, eine Neubewertung von Arbeit vorgenommen wird, ein Mindestlohn
von 1.500 Euro gesetzlich festgeschrieben wird und
Kinderbetreuungseinrichtungen auf zeitgemäße Anforderungen sowohl was
Qualität und Quantität betrifft, ausgebaut werden."
"Um auf die Gewaltspirale aufmerksam zu machen und Wege aus der
Gewaltspirale aufzuzeigen, verteilen die SPÖ-Frauen auf Bahnhöfen und
Verkehrsknotenpunkten Visitenkarten unter dem Motto 'Ich bin sicher!'
mit der Nummer der Frauenhelpline gegen Gewalt und mit einem Hinweis
auf die neue 'Fem:HELP-App' für Smartphones" erläutert
Landesfrauengeschäftsführerin Annemarie Mitterlehner die Aktion. Die
Aktion in St. Pölten fand heute, Montag, auf dem Bahnhofsvorplatz
statt.
Die fem:HELP-App für Handys und iPhones wurde von Frauenministerin
Gabi Heinisch-Hosek im September 2013 präsentiert. Sie bietet Frauen
die Möglichkeit, Hilfseinrichtungen rasch und unkompliziert zu
kontaktieren. Außerdem ist es möglich, Gewalterfahrungen zu
dokumentieren. "Auch wenn nicht sofort eine Anzeige erfolgt, ist es
sinnvoll, eine chronologische Dokumentation zu haben, denn das Thema
Gewalt darf kein Tabu sein. Sich mitzuteilen, Aufzeichnungen zu
führen, kann der erste Schritt aus einer Gewaltbeziehung sein", ist
Binder-Maier überzeugt. Die SPÖ-Frauenorganisation will Frauen
stärken und die Gewaltschutzeinrichten in Österreich ausbauen und
nachhaltig absichern.
1.968 Personen wurden im Gewaltschutzzentrum NÖ 2012 beraten.
Der Großteil der betreuten Personen waren österreichische
StaatsbürgerInnen (1.613/82 Prozent). Ebenso die "Gefährder", diese
waren zu 77 Prozent österreichische StaatsbürgerInnen.
Binder-Maier weist darauf hin, dass die sechs niederösterreichischen
Frauenhäuser bei der Betreuung von Gewaltopfern wichtige Arbeit
leisten und unverzichtbare soziale Einrichtungen sind. Binder-Maier
fordert für die Frauenhäuser dringend höhere finanzielle Mittel und
langfristige, fixe Finanzierungsverträge, um die gute Betreuung
weiterhin gewährleisten zu können: "Das Land NÖ ist dazu aufgerufen,
die notwendigen Mittel ohne Wenn und Aber bereitzustellen, um
langfristige Planung zu ermöglichen."
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