- 21.11.2013, 11:35:39
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GLOBAL 2000: NGOs verlassen heute unter Protest Klimakonferenz in Warschau
Keine Ambition, kein Geld, keine ernsthaften Verhandlungen - genug ist genug
Utl.: Keine Ambition, kein Geld, keine ernsthaften Verhandlungen -
genug ist genug =
Wien/Warschau (OTS) - Heute werden hunderte NGO-VertreterInnen die
Klimakonferenz in einem gemeinsamen "Walk Out" aus Protest gegen die
nicht ernsthaft geführten Verhandlungen verlassen. Darunter sind
VertreterInnen von GLOBAL 2000, Friends of the Earth International,
Greenpeace, WWF, Oxfam und vieler anderer Organisationen. "Die
Erwartungen an die Klimaverhandlungen in Warschau waren zwar gering,
aber hier wird nicht ernsthaft verhandelt. Diese Klimakonferenz ist
eine Farce und ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich glaubwürdig
um ein stabiles Klima und eine lebenswerte Umwelt für uns und die
nächsten Generationen bemühen. Polluters talk - we walk. Wir
verlassen diesen Platz daher unter Protest", sagt Johannes
Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.
GLOBAL 2000 kritisiert, dass über wichtige Fragen nicht ernsthaft
diskutiert wird: Die entscheidende Frage der Erhöhung der Ambition
vor 2020 betreffend ist das einzige Ergebnis, dass Japan seine Ziele
verringert. Wie als Hohn findet sich im Text dann die "dringende
Aufforderung" an alle Staaten ihre Ziele zu erhöhen. "Viele Staaten
wollen darüber aber erst gar nicht reden und auch die EU bleibt bei
ihrem niedrigen Ziel, bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 20
Prozent zu senken, obwohl es nicht mehr viel bedeutet, da mit 2012
bereits eine Reduktion um 18 Prozent verzeichnet wird - Jahre der
Untätigkeit zeigen keine Vorreiterrolle. Es redet niemand ernsthaft
über angemessene Klimaziele. Vor allem die Industriestaaten, die
bereits in Kopenhagen den Lead übernehmen sollten, lassen hier völlig
aus, eine Führungsrolle ist nicht erkennbar - und das ist ein Grund,
warum niemand folgt", erklärt Wahlmüller.
Das Dokument wiederum, das als Startpunkt für das Klimaabkommen bis
2015 gelten soll, ist voll mit Allgemeinplätzen, selbst praktische
Fragen wie die Vereinbarung eines Zeit- und Arbeitsplans scheinen
schwierig zu erreichen. "Es wird viel Zeit mit Nebensächlichkeiten
verbracht, die inhaltliche Diskussion kommt viel zu kurz", sagt der
Klimasprecher von GLOBAL 2000. Der Green Climate Fund, der 2010 groß
präsentiert wurde, ist immer noch nicht aufgesetzt. "Versprechungen,
die gemacht werden, müssen auch eingelöst werden - auch Österreich
als eines der reichsten Länder der Erde sollte klar machen, dass es
zu seiner Verantwortung steht und die ärmsten Länder der Erde im
Kampf gegen den Klimawandel unterstützt. Hier ist es aber bisher zu
keinen nennenswerten Fortschritten gekommen, was neue und zusätzliche
finanzielle Mittel betrifft", kritisiert Wahlmüller.
Die Klimakonferenz selbst nahm zuletzt immer groteskere Züge an:
Nicht genug, dass die Stahlindustrie, Hersteller von Atomkraftwerken
und Fluggesellschaften hier als offizielle Sponsoren auftreten und
die Kohleindustrie eine Parallelkonferenz veranstaltete, bei der
Christina Figueres als offizielle Vertreterin der UN eine Rede hielt,
wurde wenige Tage vor dem Ende der Klimakonferenz auch noch der
polnische Umweltminister entlassen und damit der Vorsitzende der
Klimakonferenz quasi auf den Status eines Privatmanns herabgestuft.
"Was hier passiert, sind keine ernsthaften Verhandlungen. Millionen
Menschen drohen zu Klimaflüchtlingen zu werden, Millionen drohen von
Hunger und Wasserknappheit betroffen zu werden und Millionen drohen
durch Klimaextreme ihr Hab und Gut zu verlieren. Aber hier wird
Klimawandel nicht einmal ignoriert. Wir werden daher heute diesen
Platz verlassen. Genug ist genug", protestiert Johannes Wahlmüller.
Fotos der für 14h angesetzten Aktion kurz später unter:
http://www.flickr.com/photos/foeeurope
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