AK: Österreich muss bei Frauenquote Vorbild sein

Entscheidung des EU-Parlaments ist Schritt in die richtige Richtung

Wien (OTS) - Als "Schritt in die richtige Richtung" bewertet Heinz Leitsmüller, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien, die Unterstützung des EU-Parlaments zur Erhöhung des Frauenanteils in den Aufsichtsräten großer europäischer Börse-Unternehmen (ab 250 Beschäftigten). Allerdings geht die Richtlinie für die AK nicht weit genug, da eine fixe Quote in der Höhe von 40 Prozent nicht durchgesetzt werden konnte, sondern lediglich die Einstellungsprozesse transparenter gestaltet werden müssen. Leitsmüller: "Jetzt ist die künftige österreichische Bundesregierung gefordert, hier Vorbildwirkung zu beweisen und eine Quotenregelung in der kommenden Legislaturperiode umzusetzen."

Dass in Österreich dringend Handlungsbedarf besteht, zeigt der jährlich erstellte Frauen.Management.Report der AK Wien. Im jüngsten Bericht liegt der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten der ATX-Unternehmen bei zwölf Prozent. Damit nimmt Österreich im Europa-Vergleich einen Platz im hinteren Feld ein. An der Spitze finden sich Norwegen mit 46 Prozent vor Finnland (29 Prozent) und Lettland (28 Prozent).

"In der Praxis zeigt sich, dass nur in Ländern mit einer verbindlichen Quotenregelung auch tatsächlich etwas passiert", resümiert Leitsmüller. Ein Beispiel: Italien verankerte im Sommer 2011 eine gesetzliche Frauenquote. Seitdem stieg der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten in nur einem Jahr von fünf auf 13 Prozent. Leitsmüller: "Die Bewegung auf EU-Ebene muss jetzt in Österreich zum Anlass genommen werden, um eine fixe Quote einzuführen. Hier ist die künftige Bundesregierung gefordert."

Konkret fordert die AK die Einführung einer gesetzlichen Geschlechterquote von 40 Prozent bei der Besetzung von Aufsichtsratsmandaten - zuerst in den börsennotierten Unternehmen sowie in Gesellschaften, die mehrheitlich im Besitz der öffentlichen Hand stehen, danach in allen großen Kapitalgesellschaften. Bei Nichteinhaltung sind entsprechende Sanktionen wie spürbare Strafen oder die Eintragung im Firmenbuch vorzusehen.

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