"Am Schauplatz" auf der Suche nach den verschwundenen Milliarden der Hypo Alpe Adria

Am 21. November um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Fast täglich kommen neue Hiobsbotschaften von Hypo Alpe Adria. Die letzte Kapitalspritze von 700 Millionen Euro hat nicht einmal drei Monate gereicht. Nächste Woche braucht die notverstaatlichte Bank weiter Geld. Wie viel die marode Hypo die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler kosten wird, ist nicht abzusehen:
Manche Experten sprechen von elf Milliarden Euro, die Nationalbank rechnet im schlimmsten Fall mit 17 Milliarden. Wohin ist all das Geld geflossen? Wer hat sich bereichert? "Am Schauplatz"-Reporterin Christine Grabner hat sich auf die Suche nach den verschwundenen Milliarden begeben. Ihre Reise führt sie am Donnerstag, dem 21. November 2013, um 21.05 Uhr in ORF 2 quer über den Balkan - zu verwaisten Baustellen, ungenutzten Grundstücken und luxuriösen Apartments, die keine Käuferinnen oder Käufer finden.

Die Geschichten, die das "Am Schauplatz"-Team zu hören bekommt, klingen immer gleich: Die Hypo habe allzu leichtfertig allzu hohe Kredite für fragwürdige Projekte vergeben. Und eine ganze Reihe von Menschen habe die Hand aufgehalten, erzählt man. Die lokale Politik habe mitgespielt. "Es sind immer die gleichen Personen zum Zug gekommen", schildert eine Projektentwicklerin aus Groznjan, jene, die Verbindungen zur Hypo hatten. "Allen anderen hat man Steine in den Weg gelegt."

Viele der Bauvorhaben sind bis heute nicht verwirklicht worden. Das Geld aber ist verschwunden. Wer versucht herauszufinden, in welche Kanäle all die Millionen flossen, findet sich rasch in einem Dickicht aus Firmen, Treuhändern und Beteiligungsgesellschaften wieder. Besonders beliebte Zwischenstationen des Geldes scheinen Liechtenstein oder die Karibik zu sein. Und nicht selten führt die Spur zurück nach Österreich. 19 Milliarden fauler Kredite und unverkäuflicher Anteile wurden bis jetzt ausgemacht. In der Klagenfurter Hypo-Zentrale bemüht sich eine eigene Sondereinheit, die schlimmsten Machenschaften aufzuklären. Doch werden die Schuldigen tatsächlich zur Rechenschaft gezogen?
Wolfgang Peschorn, Leiter der staatlichen Finanzprokuratur, hat so seine Zweifel. Die Vermögen einstiger Manager und Berater seien bis dato verschont geblieben. Und auf der Hypo-Beraterliste fänden sich heute viele derselben Namen wie dazumal.

Die Hypo hingegen betont, dass alles aufgearbeitet werde. Am meisten zu tun gäbe es diesbezüglich nicht am Balkan, sondern in Kärnten selbst, gibt Hypo-Anwalt Johannes Zink zu: "Wir sind im Zuge unserer Tätigkeit darauf gestoßen, dass sehr viel der kriminellen Energie durchaus von Klagenfurt ausging, von Mitarbeitern des ehemaligen Managements."

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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