• 19.11.2013, 13:34:20
  • /
  • OTS0198 OTW0198

Europäisches Semester: EU kommt wieder ins Lot, KMU in Österreich profitieren davon - Reformen müssen voranschreiten

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4838 Im Bild
v.l.n.r. Mag. Richard Kühnel, Vertreter der EU-Kommission in
Österreich und Dr. Harald Pitters, Trendexperte und Meinungsforscher

Wien (OTS) - Österreichs KMU sehen die Mitgliedschaft in der EU als
vorteilhaft an und profitieren von ihr. Vor dem Hintergrund des
Europäischen Semesters 2013/2014, das die EU-Kommission letzte Woche
gestartet hat, gibt es aber insgesamt Nachholbedarf bei Reformen,
Entbürokratisierung und Kommunikation. Das sind die zentralen
Erkenntnisse der Pressekonferenz "Die EU aus Sicht österreichischer
Unternehmen - Trends und Herausforderungen des europäischen
Semesters", die heute im EU-Haus stattfand.

"Die EU kommt wieder ins Lot. Das zeigen uns die ersten Zahlen aus
dem europäischen Semester, das die EU-Kommission jährlich zur
wirtschaftlichen Koordinierung der Mitgliedsstaaten durchführt.
Österreich steht vergleichsweise gut da, was vor allem auch an der
starken Stellung der KMU im Land liegt. Die solide Situation liegt
auch am internationalen Engagement im EU-Ausland. Allerdings müssen
die Unternehmen ihre Mitarbeiter stärker zu den Vorteilen der
EU-Mitgliedschaft informieren. Genauso wie Europakommunikation
allgemein auf allen Ebenen in Österreich verstärkt werden muss, damit
die zentralen Vorteile der EU-Mitgliedschaft für Österreich stärker
wahrgenommen werden", sagte der Vertreter der EU-Kommission in
Österreich, Richard Kühnel, am Dienstag bei der Pressekonferenz im
Europäischen Haus.

Kühnel regte außerdem an, die Empfehlungen aus dem Europäischen
Semester in ein künftiges Regierungsprogramm als Richtschnur
einfließen zu lassen. Trotz des recht guten Zeugnisses für
Österreich, das Währungskommissar Olli Rehn am Freitag ausgestellt
hatte, sei es nun an der Zeit dringende Reformen des Pensionssystems,
im Bereich der Arbeitskräfte (Migranten, Frauen und ältere
Arbeitnehmer) sowie Bildung anzugehen. Auch die zukünftigen
Bewertungen der österreichischen Wirtschaftslage hingen maßgeblich
von der Umsetzung notwendiger Reformen ab.

Vor dem Hintergrund des Europäischen Semesters hat die
EU-Kommission eine Umfrage unter mehr als 400 österreichischen KMU
zur EU durchführen lassen. Dabei wird deutlich, dass Österreichs KMU
sehr stark vom Binnenmarkt der EU profitieren. Mehr als die Hälfte
(53%) der befragten kleinen und mittleren Unternehmen sind im
EU-Ausland aktiv und rund zwei Drittel (68%) sehen den europäischen
Binnenmarkt als Vorteil. Mehr als jedes zehnte Unternehmen nutzt
EU-Förderungen, wobei größere Unternehmen stärker als kleinere davon
Gebrauch machen. Damit sind die KMU - als Rückgrat der
österreichischen Wirtschaft - Profiteure der EU-Mitgliedschaft. Im
Hinblick auf ein noch stärkeres Engagement (42%) im EU-Ausland sind
diese Ergebnisse ein deutliches Zeichen für die Bedeutung des
EU-Marktes. Allerdings informieren nur wenige KMU-Manager (36%) ihre
Mitarbeiter über die Bedeutung der EU für das Unternehmen oder nutzen
Informationsdienste (Jobplattformen, Eures, Solvit usw. - 16%) der EU
für Ihre Zwecke.

Harald Pitters (Pitters Trendexpert), Studienleiter der Umfrage,
sagte dazu im Rahmen der Pressekonferenz: "Im Vergleich zur
Gesamtbevölkerung sehen die österreichischen Unternehmen die EU
durchaus positiver. Im Zentrum stehen dabei vor allem die Vorteile
des Binnenmarktes und zukünftige Chancen, während hingegen der
bürokratische Aufwand etwa für Förderungen kritisiert wird."

Laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage, die im Rahmen der
Veranstaltung mit präsentiert wurde, sind 84% der Österreicher und
Österreicherinnen der Meinung, dass die EU zu viel Bürokratie
verursache. Damit steht Österreich an vierter Stelle hinter Schweden,
Finnland und Deutschland (zum Vergleich 74% im EU-Durchschnitt).

Richard Kühnel betonte, dass Entbürokratisierung im Sinne einer
besseren Regulierung Priorität für die EU habe. So seien mit dem
REFIT-Programm der EU allein in den letzten zehn Jahren 660
Initiativen zur Vereinfachung von Rechtsvorschriften erlassen, der
Verwaltungsaufwand für KMU zwischen 2007-2010 um mehr als ein Viertel
gesenkt worden und weitere Erleichterungen für KMU im
Verwaltungsbereich mit bis zu 5 Mrd. EUR Einsparungen geplant. "Die
EU-Kommission hat das Problem schon seit langem erkannt und will vor
allem KMU in Europa weiter entlasten. Allerdings gibt es auch auf
nationaler Ebene großes Potential der Entbürokratisierung, das im
Rahmen von Reformen genutzt werden sollte", so Kühnel.

Für die Umfrage wurden 421 KMU in ganz Österreich befragt. Zudem
wurden aktuelle Eurobarometer-Umfragen herangezogen. Das Europäische
Semester ist ein Steuerungs- und Kontrollmechanismus, um frühzeitig
makroökonomische Ungleichgewichte bei EU-Mitgliedsstaaten zu
erkennen.

Weiterführende Links:
Informationen zum aktuellen europäischen Semester:
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-1082_de.htm

Häufig gestellte Fragen zum Europäischen Semester (Englisch):
http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-13-995_en.htm

Arbeitspapier der Kommission zum Budgetentwurf Österreichs
(Englisch): http://www.ots.at/redirect/Arbeitspapier

EU-Kommissionsanalyse des Budgetentwurfs Österreichs (Englisch):
http://www.ots.at/redirect/EU_Kommissionsanalyse

Refit-Programm zur Entbürokratisierurung:
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-891_de.htm

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4838

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM / Originaltext-Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EUK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel