- 19.11.2013, 12:00:02
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Die Tricks der Einbrecher: So knacken Diebe in Sekunden Ihr Zuhause! - BILD/VIDEO

Wien (OTS) - Sie öffnen in Sekunden Wohnungstüren oder Fenster.
Blitzschnell stehlen sie Wertgegenstände und persönliches Hab und
Gut. Täglich werden in Österreich im Durchschnitt mehr als 40
Einbrüche verübt. Aber was schreckt Einbrecher wirklich effektiv ab?
Der österreichische Versicherungsverband VVO, das KFV (Kuratorium
für Verkehrssicherheit) und das Bundeskriminalamt zeigen, wie die
Täter vorgehen und mit welchen Sicherheitsmaßnahmen man sich und sein
Eigenheim am besten schützt.
Die Zahlen belegen: 15.479 Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und
Einfamilienhäuser wurden 2012 in Österreich angezeigt. "Das bedeutet,
dass im Durchschnitt täglich mehr als 40 Einbrüche österreichweit
verübt werden. Trotz kontinuierlicher Rückgänge der Einbruchzahlen,
ist das nach wie vor eine alarmierend hohe Zahl", erläutert
VVO-Vizepräsident Generaldirektor Dr. Othmar Ederer. Nicht
verwunderlich, denn oftmals wird es Dieben viel zu leicht gemacht in
ein Objekt einzubrechen. Unzureichende Sicherungsmaßnahmen in den
Wohnobjekten ermöglichen den Tätern lohnenswerte Beute.
Gute Gelegenheit: 70 Prozent Spontantäter
Trotz der hohen Einbruchszahlen sind sich die Bewohner der
möglichen Sicherheitsrisiken nicht immer bewusst und unterschätzen
gerne den Wert der Gegenstände, die sie zu Hause haben. "In den
meisten Fällen wissen Einbrecher vor der Tat nicht genau, welche
Beute sie erwartet. Nur 30 Prozent der Einbrecher sind Plantäter, der
Rest entscheidet sich spontan zum Begehen einer Straftat. Selektiert
wird das Objekt der Begierde in erster Linie nach dem
Entdeckungsrisiko, nach dem Schwierigkeitsgrad, in das Haus
eindringen zu können und dann nach dem Beutewert", so Ederer.
Untersuchungen zeigen, dass es leider die Hausbewohner selbst sind,
die sich keine großen Gedanken über ihre eigene und noch weniger über
die Sicherheit anderer machen. Eigeninitiative ist hier das beste
Mittel, um sich und andere vor Diebstahl zu schützen. Denn die
meisten Einbrecher wenden ganz simple Tricks an. In der Regel
benötigt ein professioneller Einbrecher nur ca. 15 Sekunden, um durch
ein ungesichertes Fenster oder eine Terrassentür in ein Objekt
einzudringen.
KFV-Erhebung zeigt: Einbruchsrisiko wird unterschätzt
"Bei mir gibts eh nichts zu holen" - dürfte der weitverbreitete
Irrglaube vieler Österreicher sein. Wie eine aktuelle Erhebung des
KFV zur Verwahrung von Wertgegenständen in Wohnobjekten zeigt, wird
die Wahrscheinlichkeit Opfer eines Einbruches zu werden in Österreich
stark unterschätzt: "Unsere Erhebung zeigt, dass
sich rund 43 Prozent der befragten Österreicher keine oder nur selten
Sorgen darüber machen, dass es zu einem Einbruch kommen könnte. Trotz
einer erkennbaren latenten Unsicherheit - immerhin geben rund 73
Prozent der Befragten an, sich schon einmal Gedanken über die sichere
Verwahrung von Wertgegenständen gemacht zu haben - werden
Sicherungsmaßnahmen oft nicht oder nur unzureichend in die Tat
umgesetzt.
Schließfach Schlafzimmer?
Obwohl rund 89 Prozent der befragten Personen ein Schließfach
außerhalb der eigenen vier Wände als sichersten Ort zur Aufbewahrung
von Wertgegenständen bewerten, gelten Verstecke in der eigenen
Wohnung (34 Prozent) nach wie vor als sicher. Bargeld und teurer
Schmuck wandern in Schubladen, lagern unter dem Wäschestapel oder in
Schrankecken. "In der Regel kann man davon ausgehen, dass Einbrecher
als Wiederholungstäter viel Erfahrung darin besitzen, wo Menschen ihr
Hab und Gut verstecken. Scheinbar kreative Verstecke entpuppen sich
als schnell entdeckt. Den Zweitschlüssel in der Garage, im Blumentopf
oder auf dem Türstock findet jeder. Das gleiche gilt für Tricks aus
den verschiedensten Filmen. Die Juwelen im Tiefkühlfach oder umhüllt
von einem Plastikbeutel schwimmend im Spülkasten sind schon so oft im
Fernsehen gezeigt worden, dass diese Verstecke nicht mehr originell
sind. Wertgegenstände gehören, wenn sie in der Wohnung aufbewahrt
werden, in einen sicher verbauten Tresor", so Direktor des KFV Dr.
Othmar Thann.
"Materielle Schäden und psychische Folgen oft schwerwiegend"
Ein Einbruch in die eigenen vier Wände ist für die Betroffenen oft
ein großer Schock. "Die Verletzung der Privatsphäre verändert nicht
nur das verloren gegangene Sicherheitsgefühl, sie kann auch Auslöser
für schwerwiegende psychische Schäden sein, welche oft Jahre andauern
können und sogar bis zur Aufgabe der Wohnung und dem Austausch der
gesamten Kleidung führen können", weiß Generalmajor Gerhard Lang,
Leiter der Strategieabteilung im Bundeskriminalamt.
Eigentum wirksam schützen!
"Sehr viele Menschen schützen sich erst, wenn bereits eingebrochen
wurde. Dabei können einfache Präventionsmaßnahmen im Vorfeld das
Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, deutlich verringern", betont
Lang. Sicherungstechnische Maßnahmen (elektronische und mechanische)
leisten einen großen Beitrag zur persönlichen Sicherheit. "Diese
Maßnahmen zum Schutz vor Einbrechern sind allerdings nur dann
sinnvoll, wenn sie konsequent angewendet und aufeinander abgestimmt
werden. Eine Mehrfachverriegelung hindert zwar den Einbrecher daran,
das Türschloss zu knacken, wenn jedoch der danebenliegende
Lichtschacht nur ungenügend gesichert ist, wird er auf diesem Weg in
kurzer Zeit ins Haus eindringen. Die richtige Beratung ist hier das
Um und Auf", erklärt Lang. Darüber hinaus sind Eigeninitiative und
Veränderungen der Gewohnheiten im eigenen Verhalten das beste Mittel,
um sich und andere vor Diebstahl zu schützen. "Einen
hundertprozentigen Schutz vor Einbruch gibt es nicht. Jeder ist mit
einem gewissen Maß selbst verantwortlich, um sich und sein Heim zu
schützen", so der Generalmajor.
Sicherheitstipps:
* Fenster mit Spezialverriegelung erschweren das Aushebeln. Fenster
der Widerstandklasse 2 (WK2) gewährleisten zumindest mehrere Minuten
Widerstand.
* Einbau von Sicherheitstüren, die der ÖNORM B5338 entsprechen (6
Klassen, Klasse 3 wird für den Heimbereich empfohlen).
* Haus- und Nebeneingangstüren mit vorstehenden Zylindern und
abschraubbaren Beschlägen gegen einbruchssichere Schlösser
austauschen.
* Fenster und Terrassentüren schließen. Ein gekipptes Fenster ist für
einen Einbrecher genauso ein leichtes Spiel wie ein offenes Fenster.
* Wichtig ist auch guter Nachbarschaftskontakt. Wer weiß, was
vorgeht, kann ungewöhnliche Aktivitäten erkennen und diese der
Polizei sofort melden.
* Weitere Tipps zum Einbruchschutz finden Sie unter www.kfv.at.
Wussten Sie, dass...
... ein Profi-Einbrecher keine 15 Sekunden braucht, um sich über ein
normales Fenster oder eine normale Türe Eintritt in ein Wohnobjekt zu
verschaffen?
... im Jahr 2012 in Österreich 9.059 Fälle von Einbruchsdiebstahl in
Wohnungen und 6.420 in Einfamilienhäuser angezeigt wurden?
... Einbrecher zumeist darauf vertrauen, dass sich niemand darum
kümmert, was im Stiegenhaus oder beim Nachbarn vorgeht?
... sich jeder Einzelne leicht vor Langfingern schützen kann?
Balkenriegelschlösser, Sicherheitstüren und Zylinderschlösser
schrecken ab!
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4872
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