• 19.11.2013, 11:33:10
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Herausforderung für Banken: Anpassung an neues Umfeld eines kontinuierlichen regulatorischen Wandels

Wien (OTS) - BCG-Studie: Bankensektor teilt sich in eine Welt mit
drei verschiedenen Wachstumsgeschwindigkeiten - Regulatorische
Reformen sind die nächste Hürde, die Banken überwinden müssen, um
wettbewerbsfähig zu bleiben - Strategie zur Klassifizierung,
Priorisierung und Umsetzung neuer Vorschriften erforderlich

Banken, die sich zukünftig im globalen Wettbewerb durchsetzen,
werden sich durch eine langfristige Perspektive auf ihre Entwicklung
sowie durch ihre Fähigkeit auszeichnen, proaktiv und kontinuierlich
mit den derzeitigen und bevorstehenden Regulierungswellen umzugehen.
Dies zeigt die aktuelle Studie Global Risk 2013-2014: Breaching the
Next Banking Barrier der Boston Consulting Group (BCG). Sie kommt zu
dem Ergebnis, dass die globalen und regionalen Reformen des
Bankensektors zusammengenommen ein neues, höheres Niveau an
regulatorischen Verschärfungen darstellen - und dass die Banken diese
Hürde überwinden müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Studie
untersucht zum vierten Mal in Folge Zustand und Performance des
globalen Bankensektors, basierend auf Daten zur Wertschaffung von
rund 320 Retail-, Geschäfts- und Investmentbanken, die zusammen 90
Prozent aller Bankaktiva weltweit abdecken. Als umfassende Messgröße
für die finanzielle Situation der Banken dient dabei die
Wertschaffung. Diese setzt Risiko- sowie Refinanzierungskosten und
operative Kosten ins Verhältnis zum Ertrag und erlaubt es so, die
Ertragslage einer Bank zu berechnen.

Banken, die sich in diesem schwierigen Umfeld durchsetzen, müssen
- so ein Fazit der Studie - proaktiv vorgehen, indem sie einen
strategischen Ansatz entwickeln, um aktuelle und neu entstehende
Vorschriften zu kategorisieren, zu priorisieren und umzusetzen.

Der globale Bankensektor hat sechs Jahre nach Beginn der
Finanzkrise 2007 einen neuen Wendepunkt erreicht: Einige Banken haben
ihre Profitabilität wiedererlangt, andere tun sich dagegen weiterhin
schwer. Zwar hat sich die durchschnittliche Performance der Banken
weltweit betrachtet 2012 im Vorjahresvergleich wenig verändert, es
gibt jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen sowie
zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. "Der Bankensektor ist
nunmehr dreigeteilt", erklärt Gerold Grasshoff, Senior Partner und
globaler Leiter des Risk-Management-Sektors bei BCG. "Während die
Schwellenländer deutlich an Momentum gewonnen haben und Banken in
Nordamerika die Finanzkrise allmählich hinter sich lassen,
verzeichneten europäische Banken - vor allem in Südeuropa - 2012 das
schlimmste Jahr seit Ausbruch der Krise."

In Nordamerika erholten sich die Banken schneller als in Europa.
Dies deutet darauf hin, dass der in den USA verfolgte Ansatz beim
Krisenmanagement - radikale Neukapitalisierung von Banken und
obligatorische frühzeitige Abschreibungen - eine raschere Gesundung
ermöglicht hat als das schrittweise Vorgehen in Europa. Amerikanische
Banken wurden vor allem in den Jahren 2008 und 2009 in
Mitleidenschaft gezogen; ihre Risikovorsorge bezogen auf das
Kreditvolumen war mehr als drei Mal so hoch wie bei schwächer
kapitalisierten europäischen Banken. Diese radikalere
Rekapitalisierung der Banken ist die Hauptursache für die Erholung
der US-Banken im Jahr 2012, und der Bankensektor in den USA dürfte
davon auch künftig profitieren.

Vor dem Hintergrund der Re-Nationalisierung der Vorschriften gibt
die Studie einen umfassenden Überblick über die wachsende Zahl nicht
aufeinander abgestimmter, teilweise sogar widersprüchlicher neuer
Regeln und Beschrän-kungen und bewertet die steigenden Kosten sowie
die operative Komplexität, die daraus für Banken entstehen. Allein in
Europa befinden sich derzeit über 60 Gesetzesinitiativen zur
Bankenregulierung in Vorbereitung; die BCG-eigene Datenbank (BCG
Regulatory Database) umfasst mehr als 1.200 regulatorische
Anforderungen weltweit.

Die BCG-Experten gruppieren die globalen Reformen in drei große
Cluster und stellen ein Rahmenwerk und eine Reihe von Maßnahmen vor,
mit denen die Banken ihre operativen Prozesse - vor allem im
Risikomanagement - optimieren können.

"Weltweit stehen Banken vor der Herausforderung, Wert zu
schaffen", sagt Gerold Grasshoff. "Banken müssen ihre
Risikofunktionen optimieren, um den Wert ihrer Investitionen zu
steigern." Zu den drei wichtigsten Themen auf der Agenda des Chief
Risk Officer, so ein Fazit der Studie, zählen eine Anpassung der
Risikofunktion an das neue Umfeld, die Erzielung von
Wettbewerbsvorteilen durch die strategische Umsetzung neuer
Regulierungen sowie die Verbesserung der Gesamtbanksteuerung.

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale
Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der
Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen
und Regionen dabei, Wachs-tumschancen zu nutzen und ihr
Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In
partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG
individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige
Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des
Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu
verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist
heute an 78 Standorten in 43 Ländern vertreten. Das Unternehmen
befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In
Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2012 mit 1.060
Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 490 Millionen Euro.

Für weitere Informationen: www.bcg.at

In ihrem Internetportal bcgperspectives.com bündelt die Boston
Consulting Group alle unternehmenseigenen Studien, Kommentare,
Grafiken und Videos und stellt sie online zur Verfügung. Neben
Publikationen zu aktuellen Wirtschafts- und Unternehmensthemen
beinhaltet die Plattform auch Veröffentlichungen aus der 50-jährigen
Unternehmensgeschichte. Das Onlineportal findet sich unter
www.bcgperspectives.com.

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