- 17.11.2013, 11:23:57
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Robbie Williams exklusiv in Ö3-"Frühstück bei mir": "Ja, jetzt möchte ich Amerika erobern. Aber nicht als Sänger."
Wien (OTS) - Erstaunliches gab Robbie Williams beim exklusiven Talk
für Ö3-"Frühstück bei mir" mit Claudia Stöckl preis: Bis dato hat der
Popstar ja immer gesagt, er möchte in Amerika unbehelligt leben und
deshalb dort keine Karriere starten. Jetzt hat der Entertainer wohl
seine Meinung geändert. Bei dem zweistündigen Interview im noblen
Londoner "Savoy" Hotel für Ö3-"Frühstück bei mir" sagte er: "Ich
denke heute anders. Ich möchte etwas in Amerika machen. Vielleicht
kommt eine Fernsehshow, ein Film oder ein Musical. Die Lage hat sich
verändert, seit meine Tochter da ist und ich gesettelter bin." Nur in
seinem angestammten Beruf möchte der Sänger nicht arbeiten: "Weil
ich genug um die Ohren habe mit Europa, Australien und Asien. Ich
habe keine Lust dort ein Album herauszubringen, keine Lust auf
Promotion in Amerika oder auf eine Konzerttour dort. Dazu wäre ich
dann doch zu faul. Aber ein anderes Feld und dort herumspielen wäre
toll."
Außerdem gab Williams zu, den "wirklich bösen, bösen" Drogen jetzt
endlich abgeschworen zu haben. Und den anderen? "Die kann ich nehmen
oder auch nicht." In jedem Fall betonte er seine Suchtpersönlichkeit:
"Ich bin süchtig nach allem, das verändern kann, wie ich mich fühle.
Fernsehen, Drogen, Essen, Frauen, Freundschaft, der Computer, das
Internet, Kleidung, Bücher, Leben, ich bin einfach danach süchtig,
süchtig zu sein." Wie seine aktuelle Droge heisst? "Ich spiel gerade
ein Spiel, das heißt Eight Ball Pool im Internet. Und ich bin gerade
süchtig nach Schlafen. Ich bin in einem guten Schlafrhythmus,
eigentlich zum ersten Mal in meinem Leben seit ich aus der Schule
bin"
Robbie Williams enthüllte erstmals, dass viele Mitglieder seiner
Familie zu Drogen gegriffen haben - deshalb würde es ihn auch nicht
schockieren, wenn es seine Tochter Teddy eines Tages täte. "Wenn sie
Drogen nehmen will, so what? Ich hab keine Angst davor. Wir werden
dann mit ihr darüber reden. Jeder tut es doch. Ihre Mutter hat es
getan. Ich hab es getan. Mein Schwager auch. Und meine Mutter. Jeder
hat in irgendeiner Art und Weise Alkohol oder Drogen genommen. Und
sie sind nicht alle so geendet wie ich.
Williams, der im Februar 40 wird, will bis zu seinem 50. Geburtstag
noch dreimal auf Welt-Tournee gehen: "Danach wird das mein Körper
einfach nicht mehr aushalten. Weil er schon während dieser Tour
zusammengebrochen ist. Der Rücken. Die Knie. Die Leiste, alles war
kaputt. Also ich werde hart arbeiten und mir mein Herz aus dem Leib
singen für die nächsten 10 Jahren . Und danach? Wir werden sehen.
Vielleicht bin ich auch süchtig nach dem Popbusiness. Wahrscheinlich
werden wir wieder hier sitzen wenn ich 60 bin, und ich hör schon die
Frage: wo siehst du dich mit 70?"
Weitere Interviewpassagen aus Ö3-"Frühstück bei mir" mit Robbie
Willams:
Über das Jahr 2001, als "Swing when you're winnig" erschien und
seine Wandlung:
Ich denke, ich war damals ungeheuer dünn. Und ich war unglaublich
dünn, weil ich so unglaublich deprimiert war. Es war eine sehr
depressive Zeit für mich. Unglücklicherweise sehe ich am besten aus
wenn ich am depressivsten bin. Damals stand ich eben in diesem
grellen Scheinwerferlicht - ich war die Beute, und die Medien waren
die Jäger. Es war unerträglich damals. Heute suchen sie mich nicht
mehr. Sie sind weitergezogen, zu neuer Beute - zu Miley Cyrus, Adele,
Justin Bieber. Aber 2001 ist folgendes passiert: ich hab es bis ganz
nach oben geschafft. Und da sollte ich jetzt sagen: 'Ich bin
glücklich und es macht mich dankbar. Jetzt bin ich ein ausgeglichener
Mensch, weil Erfolg großartig ist.' Aber ich war einfach nur
verwirrt, weil ich wirklich unglücklich war, und es bei mir genau das
Gegenteil bewirkt hat. Aber ich bin damals einfach immer
hinaufgefallen. Alles, was ich angegriffen habe, hat sich in Gold
verwandelt -sich einfach toll verkauft. Und gemeinsam mit dieser
großen Traurigkeit war dieser riesige Erfolg, und ich hab versucht,
die beiden zu vereinen und das alles zu verstehen. Ich bin wirklich
glücklich, dass ich da herausgefunden hab. Die Person, die ich heute
bin, ist also weniger deprimiert, zufriedener, glücklicher,
ausgeglichener, sie jammert nicht soviel herum. Einfach allgemein
glücklicher und erfüllt.
Über Drogen:
Also, du nimmst Drogen nicht, weil sie nur Scheiße sind. Sie machen
eben süchtig. Und das bringt dich in Schwierigkeiten. Und ich habe
viele gute Zeiten erlebt - nicht lange eigentlich, weil ich schnell
ausgebrannt bin. Aber eine Zeit lang haben die Hochs die Tiefs
aufgewogen. Und das ist jetzt nicht mehr so. Das ist zu anstrengend.
Ich bin nicht so unüberlegt heute. Ich würde sagen, ich bin jetzt
wirklich auf dem Weg zu einem Ort, der "Mäßigung" heißt. Aber ich
wehre mich mit Händen und Füssen auf dem Weg dorthin, das wird mich
wohl ins Grab bringen. Ich bin eben noch immer ein kleiner
Wahnsinniger, der sich zudröhnen will. Aber ich bin eben auch ein
Papa, und meine Tochter verdient etwas Besseres.
Über sein Burn Out und Berühmtheit:
Du wirst einfach verrückt, wenn du so berühmt bist. Es ist einfach
eine Ansammlung von dummen Dingen. Ein Licht, das auf dich leuchtet,
das ist scheißunheimlich. Du siehst Dein Leben wie im
Spiegelkabinett. Alles ist verzerrt. Die Reaktionen der Leute dir
gegenüber sind verzerrt. Es wird dir ausgerichtet, dass du ein
Mistkerl bist. Ach so, ich bin also ein Mistkerl. Dann wird dir
gesagt, dass Du ein Gott bist. Ach so, ich bin ein Gott! Du wirst mit
Kokain abgefüllt. Du trinkst das. Deine Familie dreht durch. Du hast
dieses Mädchen, mit der du Sex hattest, die eine Geschichte über Dich
verkauft hat und du kannst einfach nicht mehr vertrauen. Und es
summiert sich alles. Aber wen kümmert's? Es ist passiert, und es
passiert doch jedem. Ich glaube jeder, der nach dem Rampenlicht
sucht, aus welchem Grund auch immer, ist keine sehr runde
Persönlichkeit. Da ist eine Bedürftigkeit da. Eine Empfindlichkeit.
Ich war immer eine sehr sensible Persönlichkeit. Dinge gehen mir
näher als dem Durchschnitt.
Über sein Familienleben:
Ich bin mir sicher, dass mir mein derzeitiges Leben irgendwann
langweilig wird. Genau dafür gibt es ja die Midlife-Crisis. Ich bin
mir sicher, dass mich so etwas erwartet. Also Paparazzis: macht euch
bereit für das Foto von mir und zwei Stripperinnen auf dem Rücksitz
eines Ferrari in circa sechs Jahren. Ich bin eigentlich süchtig
danach zufrieden zu sein. Ich muss nicht da hinausgehen und alles
zunichte machen, die gute Arbeit, die ich gemacht habe, oder das
Glück, das ich gefunden habe. Ich würde die Behauptung wagen, dass
ich in diesem Modus bleibe bis ich sterbe.
Über seine Ehefrau Ayda:
Ich habe eigentlich nur gearbeitet habe, seit ich 16 war. Ich hab
Album nach Album nach Album herausgebracht. Jedes Jahr derselbe
Trott. Album - Promo - Tour - Album - Promo - Tour-Girl - Girl - Sex
- Sex - Koks - Koks - Girl - Girl. Es gab keine Zeit für eine
Beziehung. Und ich war nicht fähig eine zu führen, auch wenn ich eine
wollte. Und dann bin ich älter geworden, hab mir eine Auszeit
genommen und habe diese wunderbare Person getroffen. Der ich
vertraue. Die mich zum Lachen bringt. Die ein warmes Herz hat. Die
mich nie langweilt und die ich nie langweile. Und sie findet mich
auch großartig! Und sie ist wirklich ehrlich.
Über Treue:
Ich hab seit 13 Jahren nichts mehr getrunken. Ich glaube, dass wenn
Du beim Alkohol einmal wieder die Tür aufmachst, dann gibt es kein
Halten mehr. Ich bin jedenfalls nie in einer brenzligen Situation, wo
ich mir Sorgen machen müsste. Klar, Du kannst mit dem Feuer spielen.
Aber keiner zwingt dich dazu. Komischerweise: seit ich mit dem Koks
aufgehört habe, begegnet es mir auch nicht . Und seit ich verheiratet
bin, gibt es keine Sexhäschen mehr, die vor mir das Höschen
runterziehen.
Über seine Vaterrolle:
Ich weiß, wie ich meine Eltern für bestimmte Dinge verantwortlich
mache. Und es ist immer sehr einfach auf andere Leute zeigen zu
können, bevor man dann selber die Verantwortung übernehmen muss. Und
es macht mir Angst, weil ich eigentlich nur fernsehen will. Und um
vier Uhr früh ins Bett gehen. Und um zwei am Nachmittag aufwachen.
Das bin ich nun mal. Aber ich habe herausgefunden, dass in mir auch
der Papa steckt, der verantwortungsbewusst ist und der es wirklich
genießt, Zeit mit seiner Tochter zu verbringen. Und sie ist so toll.
Sie ist so cool. Und lieb und lustig. Und schön. Und gescheit.
Ich bin ein Papa, der anpackt. Ich wechsle Windeln. Ich füttere sie.
Ich kümmere mich ums Bäuerchen. Ich mache das Bad. Ich bring sie ins
Bett. Und ich geh spazieren mit ihr. Aber ich stehe nicht auf in der
Nacht, wenn sie weint.
Über seinen Alltag:
Ich wollte mich immer als der Typ von Nebenan gesehen werden. Als ein
Mann zum Angreifen. Vor drei Wochen hab ich mir ein Gemüse im
Kühlschrank angeschaut. Und ich wusste nicht, was es war. Es war eine
Gurke! Also, ich bin wirklich ziemlich daneben. Und da hab ich
erkannt, dass ich wohl ein wenig irre bin und dass ich mich verändert
habe. Denn wenn du nicht mehr weißt wie eine Gurke aussieht hast du
ein Problem.
Über seine Diät:
Für die längste Zeit hab ich nur Frühstück gegessen, und sonst nix.
Circa sechs Wochen lang jetzt. Und ich hab etwa sieben, acht Kilos
abgenommen. Kommenden Februar werde ich 40. Und ich möchte den
Februar erleben, 40 werden und in guter Form sein. Ich habe das als
fixe Idee, sodass ich dann wirklich sagen kann: 'Ja, es ist total in
Ordnung 40 zu werden. Macht euch keine Sorgen!' Weil ich könnte ohne
weiteres der 200-Kilo-Typ sein. Wenn es nicht diesen Druck der Medien
gäbe, dann hätt ich wahrscheinlich schon verstopfte Arterien.
Über den 40. Geburtstag:
Ich bin einfach misstrauisch. Ich weiß nicht, was es bedeutet. Es ist
ein Alter, das einmal sehr alt war als ich sehr jung war. Und es war
ein Alter, das nie mein Alter sein würde, weil es zwanzig, dreißig
Jahre weit weg war. Und jetzt steht der Vierziger vor meiner Tür.
Aber ich messe meine Karriere auch an der eines Fußballers. Und ich
werde nie mehr ein A-Liga-Fußballer sein - was traurig ist. Und die
gehen in meinem Alter auch in Pension. Also kann ich mein Alter an
nichts mehr messen. Schau, alle Altersgenossen sind Fußballer und
gehen jetzt in Pension.
Über seine Glücksquote derzeit:
Ich bin näher am Orgasmus als am Selbstmord. Auf einer Skala von 1
bis 100 auf 98 vielleicht sogar 99. Vielleicht liegt es ja in meinen
Genen, dass ich eine depressive Persönlichkeit bin. Aber wenn Du
durch bist, und du wieder Kopf über Wasser hast, dann schätzt du es
viel mehr als jemand, der nie an einem dunklen Ort war. Ich bin den
90ern, Mam.
Das Ö3-"Frühstück bei mir" mit Robbie Williams ist als Podcast
abrufbar - in der Orginialversion und in der synchronisierten Fassung
- alle Infos unter oe3.ORF.at.(hb)
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