Hilfe für Angehörige Drogenkranker

St. Pölten (OTS) - Wissenschaftliche Studien (GÖG, 2013) belegen, dass der Konsum illegaler Substanzen in Österreich stabil ist, es ist davon auszugehen, dass zwischen 30.000 und 34.000 Menschen in Österreich einen problematischen Drogenkonsum unter Beteiligung von Opiaten aufweisen. Cannabis wird von 30-40 Prozent der jungen Erwachsenen konsumiert und scheint damit in der breiten Bevölkerung angekommen zu sein. Insgesamt kann in Österreich aufgrund von Berechnungen mit über 200.000 Angehörigen Drogenabhängiger gerechnet werden, die sich um ihre Kinder und Enkelkinder ernsthafte Sorgen machen müssen. Waren Angehörige Drogenkranker noch vor wenigen Jahren von der Suchttherapie eher ausgegrenzt, hat sich in der Zwischenzeit erwiesen, dass sie eine wichtige Rolle in der Behandlung spielen. Information und Beratung der Angehörigen bedeutet nicht nur persönliche Entlastung, sondern auch eine wichtige Chance für Suchtkranke. Als Selbsthilfe-Organisation mit Einbezug von professionellen SuchttherapeutInnen bietet der Verein Angehörige Drogenkranker e.V. eine (auch anonyme) Beratungshotline und moderierte Gruppen für Betroffene.

Besonders im ländlichen Raum ist der Konsum illegaler Drogen sogar steigend, ausgelöst durch einen "Nachzieheffekt", die Situation am Land und in der Großstadt nähern sich in den letzten Jahren immer deutlicher an.

Die Situation von Eltern und anderen Angehörigen von KonsumentInnen illegaler Drogen hat sich in den letzten Jahren eher verschlechtert. Ungenügende Ressourcen in den Drogenberatungsstellen haben dazu geführt, dass Angehörige oft in andere Beratungsstellen verwiesen werden, die thematisch überfordert reagieren und sich für unzuständig erklären. Fachlich ist außerdem ein massiver Interessenkonflikt der Drogenberatungsstellen zu erwarten, wenn Betroffene und Angehörige gleichzeitig in Betreuung stehen. Die Situation der Angehörigen ist geprägt von einer doppelten Belastung, einerseits durch die oft dramatisch verlaufende Drogenerkrankung, andererseits durch die Schuldzuweisungen des sozialen Umfelds bis hin zur Kriminalisierung auch der Eltern.

Der Verein "Angehörige Drogenkranker" sieht seine Aufgabe vorrangig als eindeutiger Ansprechpartner für alle betroffenen Eltern, Partner und das soziale Umfeld von Drogensüchtigen. Ziel der Beratungen ist der Umgang mit Alltagsproblemen im Zusammenleben mit Süchtigen, der Erfahrungsaustausch, aber auch die Loslösung ohne den totalen Abbruch des Kontakts.

Es hat sich erwiesen, dass gerade beim Tabuthema illegale Drogen eine Betroffenenorganisation besonders geeignet ist, glaubhaft ebenfalls Betroffene und die Öffentlichkeit anzusprechen. Wissenschaftlich begleitet wird der Verein Angehöriger Drogenkranker von der Fachhochschule St. Pölten, Masterlehrgang Suchtberatung und Prävention.

Angehörige Drogenkranker können täglich (auch an Wochenenden und Feiertagen) in der Zeit zwischen 9:00 und 17:00 bei der Telefonnummer 0650/3907730 Unterstützung und Verständnis finden. HP:
www.angehoerigen-hilfe.at

Rückfragen & Kontakt:

Kurt Fellöcker, k.felloecker@aon.at, Tel.: 06503210033

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