- 13.11.2013, 11:25:05
- /
- OTS0110 OTW0110
Erpressung, Wettbetrug, Match Fixing sorgen für Alarmstimmung im Sport
European Lotteries Präsident Friedrich Stickler: "Brauchen dringend härtere Strafen und eine Internationale Agentur zur Überwachung"
Utl.: European Lotteries Präsident Friedrich Stickler: "Brauchen
dringend härtere Strafen und eine Internationale Agentur zur
Überwachung" =
Wien (OTS) - Die Integrität des Sports ist in Gefahr: Die jüngsten
Schlagzeilen über Spielmanipulation, Erpressung und Verhaftung in
Zusammenhang mit Grödigs Fußballer Dominique Taboga und
Ex-Teamspieler Sanel Kuljic sind als Alarmsignale zu werten und
zeigen, wie dringend Maßnahmen gegen die organisierte Kriminalität im
Sport- und Sportwettgeschäft gefordert sind.
Die European Lotteries (EL) unter Präsident Friedrich Stickler,
Vorstandsdirektor der Österreichischen Lotterien, hielten gestern,
Mittwoch, im Europäischen Parlament in Brüssel eine Konferenz zum
Thema "Stärkung der nationalen Netzwerke im Kampf gegen Match Fixing"
ab. Weit mehr als 100 Teilnehmern wurde dabei eine Studie
präsentiert, die mit erschütternden Zahlen deutlich machte, wie
wichtig der Kampf gegen Manipulationen und Absprachen im Sport sowie
gegen Geldwäsche ist. Glücksspielexperten, Sportberichterstatter,
Athleten und EU-Entscheidungsträger diskutierten die
unterschiedlichen Lösungsansätze im Kampf gegen Matchfixing.
Die Studie sorgte auch bei einer Folgeveranstaltung heute im Studio
44 in Wien für Aufsehen: 140 Milliarden Euro würden demnach im Sport
jährlich gewaschen. Und begünstigt würde das durch zwei ganz
wesentliche Faktoren: einerseits dadurch, dass - im Gegensatz zu
früher - nun die einzelnen mafiösen Gruppen untereinander vernetzt
sind und kooperieren, und dass sich andererseits das Wettangebot
stark verändert hat und zwar in eine Richtung, die der Manipulation
entgegenkommt.
Hannu Takkula, finnischer EU-Abgeordneter mit ausgewiesener Expertise
im Sport, eröffnete die Konferenz in Brüssel mit den Worten: "Die
Angriffe auf die Integrität im Sport haben stark zugenommen. Wir
konnten in Bezug auf Match Fixing und illegales Glücksspiel bereits
gute Fortschritte erzielen, wir brauchen aber ein umfassendes
Teamwork, und alle Stakeholder, darunter Regierungen,
Sportorganisationen und Sportwettenanbieter müssen verstehen, dass
nur ein kollektives Vorgehen im Kampf gegen diese Bedrohung
erfolgreich sein kann."
Für Pascal Boniface, Gründungsmitglied und Direktor von IRIS
(Institut für internationale und strategische Relationen mit Sitz in
Paris), der ein Weißbuch für Match Fixing vorstellte, ist Regulierung
und die Überwachung der Anbieter ein Schlüssel zum Erfolg. Seine
Empfehlung umfasst die verbesserten Prozesse für die Identifizierung
von Gewinnern sowie die Verpflichtung von Wettanbietern, verdächtige
Transaktionen zu melden.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurden auch konkrete Lösungen gegen
Match Fixing diskutiert. Pierre Delsaux, stellvertretender
Generaldirektor für den Internen Markt und Services der Europäischen
Kommission erwähnte, dass sich die Kommission in die laufenden
Verhandlungen des Europäischen Rats für eine Convention im Kampf
gegen die Manipulation von Sportergebnissen aktiv einbringen werde.
Declan Hill, weltweit bekannter Experte auf dem Gebiet Match Fixing,
betonte die Gefahren für den Sport: "Wir alle im Sport befinden uns
im Krieg. Die ursprüngliche Art und die Existenz unserer Leidenschaft
sind in Gefahr, wie auch unsere Ideale und Werte im Sport. Wir müssen
dieses moderne Phänomen des globalisierten Match Fixing verstehen um
es erfolgreich zu bekämpfen.
"Die aktuellen Vorfälle machen deutlich, dass dringender
Handlungsbedarf besteht", sagt EL-Präsident Friedrich Stickler: "Wir
brauchen in jedem Fall strengere Gesetze mit härteren Strafen und
eine internationale Agentur für die Integrität im Sport, eine
Einrichtung also, die im Interesser der Sportlerinnen und Sportler,
der Liegen, Vereine und Sponsoren darüber wacht, dass alles sauber
abläuft." Die European Lotteries und ihre Mitglieder sind historisch
gewachsene Partner des Sports und waren immer in führender Position
im Kampf gegen Match Fixing. Sportorganisationen, nationale
Regierungen, internationale Organisationen, rechtskonforme
Glücksspielanbieter und die Polizei müssen im Kampf gegen Match
Fixing zusammenarbeiten."
Kontakt
Friedrich Stickler, EL Präsident und Vorstandsdirektor der
Österreichischen Lotterien
Tel. +43 1 79070 1300, [email protected]
Jutta Buyse, EL General Delegate, Brussels
Tel: + 32 2 234 38 20, [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LMO






