• 13.11.2013, 10:56:06
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Diakonie: Niemand darf verloren gehen - allen Jugendlichen eine Zukunft geben

Diakonie fordert Aktionsplan für Jugendliche an der Schnittstelle zwischen Bildung und Sozialem

Utl.: Diakonie fordert Aktionsplan für Jugendliche an der
Schnittstelle zwischen Bildung und Sozialem =

Wien (OTS) - "Österreich steht bei den Jugendthemen international
gesehen gut da. Wegen der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit ist
Österreich für andere europäische Länder sogar Vorbild. -
Gleichzeitig wird allgemein in Österreich ein Reformstau bei Bildung
und Schule diagnostiziert. Dieser Umstand schafft massive Probleme
für manche Gruppen von Jugendlichen, denn unser segregierendes
Bildungssystem schafft unter Kindern und Jugendlichen VerliererInnen,
denen Aufstiegschancen verwehrt bleiben," betont Michael Chalupka,
Direktor der Diakonie Österreich.

"Sinnvoll wäre deshalb ein Aktionsplan, der Bildungsministerium,
Sozialministerium, Wirtschaftsministerium und Jugendagenden
zusammenbringt," so Diakonie Direktor Chalupka. Es geht darum, die
Schnittstellen zwischen Schule, sozialer Arbeit und Ausbildung zu
sichten und zu verbinden. Überall dort, wo die Koordination zwischen
Schule und Sozialem gelingt, gelingt es auch Jugendlichen effektiv zu
helfen.

135.000 Kinder und Jugendliche in Österreich sind von manifester
Armut betroffen. 30.000 Kinder und Jugendliche sind auf Unterstützung
der Jugendhilfe angewiesen. Mehr als 8000 Jugendliche brechen jedes
Jahr vorzeitig die Schule ab. 78.000 junge Menschen im Alter zwischen
16 und 24 Jahren sind weder beschäftigt noch in Ausbildung. - Das ist
der sichere Weg in lebenslange Armut! Und die Situation für
Jugendliche verschärft sich in Folge der Finanzkrise in ganz Europa.

Die Diakonie präsentierte heute anlässlich des Starts ihrer
diesjährigen Plakatkampagne 24 "Hoffnungsträger"-Projekte für ein
neues soziales Regieren in Österreich. Zuallererst geht es darum,
Kinderarmut, Schulabbruch und Hoffnungslosigkeit zu bekämpfen.
Konkret fordert die Diakonie den flächendeckenden Ausbau von
schulunterstützender Sozialarbeit und die Zusammenarbeit in der
Politikgestaltung an Schnittstellen zwischen Schule und offener
Jugendarbeit.

Erfolgreiche Projekte an der Schnittstelle zwischen
Jugendarbeit und Bildung

Projekte wie die Notschlafstelle Wàki des Diakonie Zentrum
Spattstraße in Linz zeigen erfolgreich, wie junge Leute aufgefangen
und unterstützt werden können. Gerhard Eisschill, der Leiter der
Notschlafstelle in Linz schildert die Situation so: "Im Waki treffen
wir Jugendliche an, die sich in psychischen Ausnahmezuständen
befinden, teilweise hochgradig gefährdet sind. Sie sprechen voller
Wut und Hass gegen die Erziehungsberechtigten und wollen im ersten
Moment nie mehr in Kontakt mit ihren Eltern treten. Nach wenigen
Wochen schaffen sie es, sich zu umarmen und den Weg nach Hause
anzutreten." Das Waki zeigt, dass bei notwendig vorhandenen
Ressourcen (Personal, Zeit) innerhalb sehr kurzer Zeit vieles möglich
ist: Krisenintervention, Deeskalation, Beruhigung der Situation. Die
Probleme kommen auf den Tisch, die Motivation und Kooperation der
Beteiligten ist erreicht und die Basis für eine entwicklungsfördernde
Arbeit ist gesichert.

In diesem Zusammenhang weist die Diakonie auf die Notwendigkeit
hin, die Leistungen der Jugendwohlfahrt bis zum 21. Lebensjahr zu
gewähren. Denn Jugendliche mit schwieriger Lebensgeschichte brauchen
Begleitung und Betreuung über das 18. Lebensjahr hinaus. "Auch in
einer Familie endet die Sorge und Unterstützung nicht einfach mit dem
achtzehnten Geburtstag. Diese Begleitung wirkt auch stark präventiv
und beugt Abstürzen vor, wie wir aus anderen europäischen Ländern
wissen," betont Diakonie Direktor Chalupka.

Eine andere Maßnahme, die hilft massive Probleme an der Wurzel zu
bekämpfen, ist eine gute Ressourcenausstattung für Schulen an
sozialen Brennpunkten. Wenn Schulen in ärmeren Bezirken gut
ausgestattet werden und eine ganztätige Betreuung mit einem
Schulessen anbieten können, ist gesichert, dass keine SchülerIn
zurückgelassen wird.

Die Stadtdiakonie in Wien zeigt mit dem Projekt "Lernen mit leerem
Bauch? - Geht nicht!" vor, wie mit Hilfe eines gemeinsamen Essens in
4 Wiener Schulen vieles verbessert werden kann. "Das beginnt mit der
Konzentration und Aufnahmebereitschaft der Kinder im Unterricht die
gesteigert wird, die Noten verbessern sich und die Akzeptanz und
Freundschaft der Kinder untereinander steigt merklich an," schildert
Claudia Röthy, Leiterin der Stadtdiakonie Wien die Erfolge des
Projekts. "Nur wer gut isst, kann auch gut lernen. Das ist das
Wesentliche," ergänzt Claudia Röthy. "Unser Ziel ist es deshalb,
gesundes Essen für alle Kinder an so vielen Schulen wie möglich
anbieten zu können".

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