Österreichischer Sparkassenverband: Weitere Leitzinssenkung trifft Sparer mit voller Härte

Wien (OTS) - Heftige Kritik übt Michael Ikrath, Generalsekretär des Österreichischen Sparkassenverbandes, an der Rekordleitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf 0,25%: "Die kalte Enteignung der Sparer geht weiter. Die argumentierten Impulse für die Wirtschaft kommen an der falschen Stelle an."

Die überraschende Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank von Donnerstag stößt bei Michael Ikrath auf hohes Unverständnis: "Wer wieder im wahrsten Sinne des Wortes draufzahlt, sind die Sparer. Die Sparguthaben werden laufend entwertet. Maßnahmen, wie Pensions- bzw Altersvorsorge, werden ad absurdum geführt." Ikrath ortet die Gefahr, dass Privatpersonen vermehrt zu spekulativen Anlagegeschäften greifen, um zu schnellem Geld zu kommen. "Wir bauen schon wieder neue Blasen auf, die ein hohes Risiko in sich tragen und ähnliche Folgen wie die Krisen von 2008/10 nach sich ziehen können."

Die Begründung der EZB, mit der Leitzinssenkung mehr Geld in die Märkte zu pumpen und damit Wachstum, Konjunkturaufschwung und damit Arbeitsplatzbeschaffung zu fördern, kann Ikrath nicht nachvollziehen. "Besonders die südlichen Länder und deren Banken investieren durch die günstigeren Konditionen wieder in Staatsanleihen und geben diese nicht an die Unternehmen weiter." Damit werde die Forderung - unter anderem von IWF und Weltbank - Staatshaushalte und Banken zu entflechten und damit kommenden Dominoeffekten vorzubeugen, nicht erfüllt sondern genau das Gegenteil bewirkt, meint der Generalsekretär der Sparkassenverbandes.

"Die EZB Politik und die Regulatoren haben bis dato nur eines bewirkt: massive Benachteiligung des Sparers und der klassischen Kundenbank, die wichtige Bestandteile des österreichischen Wirtschaftssystems sind. Wer reguliert eigentlich den Regulator?," fragt Ikrath abschließend.

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