Forderung der SchulexpertInnen der Praxis an eine neue Bundesregierung

Qualität steht für Schulpartner an erster Stelle

Wien (OTS) - Dem Bundes-Schulgemeinschaftsausschusses (B-SGA), dem höchsten Vertretungsgremium der Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen an AHS und BMHS, liegt ein qualitativ hochwertiges Schulwesen am Herzen. Daher wird auch die Umsetzung des in Begutachtung geschickten neuen Lehrerdienstrechts abgelehnt. Als ExpertInnen der Praxis fordern Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen:

1. Wer die Vielfalt reduziert, gefährdet leichtfertig die Jobchancen unserer Jugendlichen. Der B-SGA lehnt daher die Einführung einer gemeinsamen Schule mit Entschiedenheit ab und fordert die Beibehaltung des differenzierten Schulwesens einschließlich der AHS in ihrer achtjährigen Langform.

2. Wir fordern den Ausbau eines qualitativ hochwertigen Angebots ganztägiger Schulformen.

3. Zumindest dort, wo derzeit nur masterwertig ausgebildete LehrerInnen unterrichten dürfen, muss das auch in Zukunft gewährleistet sein.

4. Ein vielfältiges Schulwesen benötigt bestqualifizierte LehrerInnen mit unterschiedlicher Ausbildung und spezifischer Berufserfahrung. Vor allem im berufsbildenden Schulwesen muss der Lehrerberuf für QuereinsteigerInnen attraktiv sein.

5. Fachfremder Unterricht wird abgelehnt, weil dieser nur auf Kosten der Unterrichtsqualität erfolgen kann.

6. Österreichs Schulen belegen lt. TALIS-Studie im OECD-Vergleich den letzten Platz bei der Ausstattung mit Supportpersonal. Der B-SGA fordert daher den zügigen Aufbau von qualifiziertem Supportpersonal, um Österreichs Schulen jene Möglichkeiten zu bieten, die in anderen Staaten längst eine Selbstverständlichkeit sind.

7. Jede NMS-Klasse bekommt vom Bund sechs zusätzliche Unterrichtsstunden finanziert. Der B-SGA fordert auch für Bundesschulen zumindest einen Bruchteil dieser zusätzlichen Ressourcen, die an der Schule flexibel für pädagogische Zwecke wie z. B. Interessens- und Begabungsförderung, pädagogische Schwerpunktsetzungen, Individualisierung etc. einzusetzen sind. Über den Einsatz dieser zusätzlichen Mittel sollen die Schulpartner vor Ort entscheiden.

8. Den Schulen sind ausreichend Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um die gesetzlich normierte Klassenschülerhöchstzahl auch tatsächlich einhalten und die vorgeschriebenen Gruppenteilungen auch tatsächlich durchführen zu können.

9. Ein neues Dienst- und Besoldungsrecht für LehrerInnen muss vom Dienstgeber so modern und attraktiv gestaltet werden, dass die Leistungsstärksten eines Jahrganges diesen Berufsweg einschlagen wollen. Mittelfristiges Ziel muss es sein, dass so viele Personen diesen Beruf ergreifen wollen, dass die geeignetsten für diesen verantwortungsvollen Beruf ausgewählt werden können.

10. Personen, die den hohen Anforderungen des Lehrerberufs nicht mehr entsprechen können, sind sozial vertretbare Ausstiegsmöglichkeiten zu bieten.

11. Dem österreichischen Schulwesen sind ausreichend Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um leistungsstark sein zu können, nachdem ihm in Relation zum OECD-Mittelwert innerhalb von nur 15 Jahren etwa ein Viertel der Ressourcen entzogen worden sind!

12. Wir fordern eine faire Behandlung aller Schularten. Dem österreichischen Schulwesen soll jede Schülerin und jeder Schüler gleich viel wert sein!

Der B-SGA vertritt rund 400.000 SchülerInnen, deren Eltern und 44.000 LehrerInnen.

Rückfragen & Kontakt:

Angi Groß, Bundesschulsprecherin
angi.gross@bsv.at
Ing. Theodor Saverschel, MBA
Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs
office@bundeselternverband.at
Mag. Dr. Eckehard Quin
Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD
eckehard.quin@goed.at
MMag. Jürgen Rainer
Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD
juergen.rainer@goed.at

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