• 08.11.2013, 10:11:51
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Wissenschaftslandschaft - Karlheinz Töchterle: Breite Spitze ist möglich und wünschenswert

Wissenschafts- und Forschungsminister bei der Tagung des Österreichischen Wissenschaftsrates - "Exzellenz in der Wissenschaft - Österreich im internationalen Vergleich"

Utl.: Wissenschafts- und Forschungsminister bei der Tagung des
Österreichischen Wissenschaftsrates - "Exzellenz in der
Wissenschaft - Österreich im internationalen Vergleich" =

Wien (OTS) - "Mein Ziel ist eine breite Spitze in der heimischen
Wissenschaftslandschaft - es wäre unverantwortlich, mehrere
Universitäten zugunsten einiger weniger zu schwächen", so
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle gestern
Abend bei der jährlichen Tagung des Österreichischen
Wissenschaftsrates, die heuer unter dem Motto "Exzellenz in der
Wissenschaft - Österreich im internationalen Vergleich" steht. Der
Einladung von Dr. Jürgen Mittelstraß (Vorsitzender des
Österreichischen Wissenschaftsrates) ins Naturhistorische Museum
waren u.a. FWF-Präsidentin Dr. Pascale Ehrenfreund,
OeAD-Geschäftsführer Dr. Hubert Dürrstein, Rektorin Dr. Christa
Neuper, Rektor Dr. Tilmann Märk und FHK-Generalsekretär Mag. Kurt
Koleznik gefolgt.

Die "breite Spitze" sei ein Oxymoron, drücke aber seinen Anspruch
treffend aus, so Töchterle: "Ich will nicht ein entweder oder,
sondern ein sowohl als auch." Lediglich auf eine Spitzenuniversität
zu setzen, sei nicht sein Szenario, führte der Minister aus. "Eine
breite Spitze ist möglich und wünschenswert." Es gebe in Österreich
mehrere hervorragende Universitäten. "Es wäre unverantwortlich, sie
durch eine Fokussierung im engen Sinne zu schwächen." Dies hätte
nicht "nur" Auswirkungen auf die Wissenschaftslandschaft, sondern
würde etwa auch ökonomische und kulturelle Aspekte betreffen - "die
gesamte Entwicklung einer Region wäre betroffen". Daher plädierte
Töchterle, "die Verteilung der Institutionen über alle Bundesländer
als Stärke zu bewahren, wenngleich nicht alle alles machen müssen und
es entsprechende Profile zu schärfen gilt".

In einer "schmalen Spitze" würde Töchterle zudem die Gefahr einer
Reduzierung auf bestimmte Disziplinen sehen. "Mir geht es aber um die
universitas litterarum, um die Gesamtheit der Wissenschaften." Es
gelte gerade auch, die Geistes- und Sozialwissenschaften, die oft mit
wesentlich weniger Mitteln als etwa die Naturwissenschaften
auskommen, zu stärken. Neben den Mitteln gehe es aber auch um
optimale Strukturen, dazu zählt der Minister Infrastrukturprogramme,
Doktoratskollegs, die Bündelung von Stärken und den Mut zur Lücke.
Und - "auch wenn wir den Wettbewerb lieben und auf Rankings schielen"
- es müsse nicht immer nur das Herausragende, eben die "Exzellenz",
sein, es müsse vor allem die Qualität zählen. "Sie muss man
jedenfalls verlangen und sichern." Den besten Maßstab dafür sieht
Töchterle in der scientific community - "dann kann man sich auch so
manche fragwürdige Rangliste ersparen".

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