- 06.11.2013, 14:01:50
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- OTS0175 OTW0175
Empfehlungen des ORF-Publikumsrats
Wien (OTS) - Der ORF-Publikumsrat hat in seiner Plenarsitzung vom
Mittwoch, dem 6. November 2013, unter dem Vorsitz von Mag. Hans
Preinfalk, folgende Empfehlungen beschlossen:
1) Keine Empfehlung des Publikumsrats für das Jahressendeschema 2014
Die Stellungnahme des Publikumsrats zu den Schemaanträgen der
Geschäftsführung für das Jahr 2014 erfolgt unter anderen
Rahmenbedingungen als sonst. Der ORF wird gezwungen, sich von den
Wünschen und Bedürfnissen seines Publikums zu entfernen. Das ist
schlecht für das Publikum, den ORF und in der Folge auch für das
ganze Land.
Der Publikumsrat kann daher den Beschluss der vorgelegten
Sendeschemata und Programmaufträge im Interesse des Publikums nicht
empfehlen. Sie bilden den Rahmen für eine einschneidende Reduzierung
des Programmangebots, die in diesem Ausmaß in der Geschichte des ORF
ohne Beispiel ist.
Der Publikumsrat anerkennt ausdrücklich das Bemühen und das Geschick
der mit Programmfragen befassten Mitglieder der Geschäftsführung und
aller in der Programmentwicklung tätigen Mitarbeiter des ORF, in
einer von außen verursachten, schwierigen finanziellen Situation die
Programme attraktiv und an den Bedürfnissen und Wünschen des
Publikums orientiert zu halten.
Die aus finanziellen Gründen notwendigen Einschnitte sind aber so
gravierend, dass der Publikumsrat im Interesse des Publikums dazu
nicht schweigen kann. Er sieht vor allem in der Kürzung
eigenproduzierter Sendungen, sowohl höchst anspruchsvoller
Nischenprogramme als auch populärer Fernsehereignisse, eine schon
mittelfristig wirksame, grundsätzliche Gefährdung der letzten
eigenständigen österreichischen Stimme im immer vielfältiger
werdenden Konzert der elektronischen Programmangebote.
Die vielen entfallenden Gemeinschaftsproduktionen mit
österreichischen Filmproduzenten - sei es bei Spielfilmen oder
Dokumentationen - werden die zuletzt so erfolgreiche österreichische
Filmwirtschaft nachhaltig schädigen.
Der Publikumsrat fordert erneut die im Parlament vertretenen Parteien
auf, dem ORF nicht weiter die Refundierung der aus der
Gebührenbefreiung entfallenden Mittel zu verweigern.
2) Kinderprogramm
Der Publikumsrat empfiehlt, die geplanten Kürzungen im Kinderprogramm
nicht zu realisieren und die Platzierung der Kindersendungen auf
Basis der Erkenntnisse der Publikumsratsstudie über die Erwartungen
und Ansprüche an das Kinderprogramm des ORF zu überdenken.
3) ORF SPORT +
Der Publikumsrat stimmt den vorgeschlagenen Schemaänderungen für
SPORT + nicht zu. Sie bedeuten eine faktische Einstellung des
Spartensenders. Der Publikumsrat anerkennt ausdrücklich die
Bemühungen der Sportredaktion des ORF-Fernsehens, mit geringen
Mitteln einen lebendigen, dem Verbands-, Breiten-, Gesundheits- und
Schulsport gewidmeten Sender zu betreiben. Das bisherige Programm hat
auch bemerkenswerte Publikumserfolge erzielt. Der weitgehende Entzug
der Mittel wegen der dem ORF verweigerten Refundierung ihm
zustehender Teilnehmerbeiträge macht es offensichtlich unmöglich,
noch ein sinnvolles Sport-Spartenprogramm zu produzieren. Die Folgen
für das Sportleben in Österreich abseits der Eventsportarten werden
erheblich sein. Der Publikumsrat fordert erneut die volle
Refundierung der dem ORF durch die Gebührenbefreiung entzogenen
Mittel, um ihn dadurch in die Lage zu versetzen, den Programmauftrag
für einen Sport-Spartensender auch voll und im Interesse des
Publikums und der vielen Sportvereine in Österreich erfüllen zu
können.
4) ORF III
Der Erfolg des Kultur- und Informationskanals des ORF, sowohl was die
relative Reichweite als auch die Zustimmung des Publikums betrifft,
ist in Europa ohne Beispiel. Eine Kürzung des ohnehin schon knappen
Budgets kann diese positive Entwicklung gefährden und trifft die
Interessen von Hundertausenden Österreicherinnen und Österreichern,
die an Kultur und Information interessiert sind und sich bei ORF III
gut aufgehoben fühlen.
Der Entzug von dem ORF zustehenden Mitteln durch die Einstellung der
Refundierung der Kosten der Gebührenbefreiung bedroht auch die
erfolgreichste mediale Kulturinnovation der letzten Jahrzehnte in
Österreich. Auch wenn die Schemaänderungen bei ORF III nicht in
direktem Zusammenhang mit den Budgetkürzungen von rd. 1,5 Millionen
Euro stehen, kann aus diesem Grunde ein Beschluss nicht empfohlen
werden.
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