- 04.11.2013, 13:54:28
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55.429 Arbeitslose in Niederösterreich, Ältere von Anstieg besonders betroffen
AKNÖ-Wieser: "Brauchen Maßnahmen für Über-50-Jährige und mehr AMS-BetreuerInnen"
Utl.: AKNÖ-Wieser: "Brauchen Maßnahmen für Über-50-Jährige und mehr
AMS-BetreuerInnen" =
Wien (OTS/AKNÖ) - 55.429 NiederösterreicherInnen waren im Oktober auf
Arbeitssuche. Das sind 11,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Besonders hart trifft es Über-50-Jährige. Und in einigen Regionen
fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit dramatisch aus.
AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser fordert Maßnahmen vor allem für
ältere Arbeitslose.
Plus 31,3 Prozent Arbeitslose in Scheibbs, plus 27,8 in
Waidhofen/Ybbs, plus 26,6 im Bezirk Melk. In einigen Regionen
Niederösterreichs ist die Entwicklung dramatisch, sagt
AKNÖ-Arbeitsmarktexpertin Claudia Tschernutter. "Warum es einzelne
Regionen so hart erwischt hat, wird man analysieren müssen. Aber auch
niederösterreichweit ist die Entwicklung eine schlechte. Wenn man die
SchulungsteilnehmerInnen mit reinrechnet, ist die Arbeitslosigkeit
gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent gestiegen."
Auch bei den Über-50-Jährigen fiel der Anstieg überproportional aus,
sagt die Expertin. "Bei dieser Altersgruppe ist die Arbeitslosigkeit
um 25,6 Prozent gestiegen, also mehr als doppelt so stark wie im
Durchschnitt." Einziger Lichtblick: Die Zahl der 15- bis 19-Jährigen
auf Arbeitssuche ist um fünf Prozent gesunken.
Utl.: Wieser fordert Maßnahmen für Ältere
AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser fordert in einer ersten Reaktion
Maßnahmen gegen die hohe Altersarbeitslosigkeit. "Wir brauchen ein
Bonus-Malussystem, damit ältere ArbeitnehmerInnen nicht aus dem
Arbeitsplatz gedrängt werden und dann keine Chancen mehr auf dem
Arbeitsmarkt haben." Außerdem hätten erfahrene ArbeitnehmerInnen auch
eine Menge Know How. "Betriebe würden sich selbst etwas Gutes tun,
wenn sie die Fähigkeiten älterer ArbeitnehmerInnen besser einsetzen
würden."
Gleichzeitig müsse es mehr AMS-BetreuerInnen geben. "Die
Bundesregierung hat 100 zusätzliche Planstellen versprochen. Das ist
ein Anfang, aber angesichts dieses Anstiegs wohl etwas wenig.
Arbeitslose haben den Anspruch auf bestmögliche Betreuung. Dazu
gehört auch eine aktive Arbeitsmarktpolitik, wo Menschen ohne Arbeit
die Chance haben, fehlende Qualifikationen nachzuholen. Damit das AMS
das gewährleisten kann, muss man ihm auch ausreichend
MitarbeiterInnen zur Verfügung stellen."
Die Arbeitslosenzahlen würden einmal mehr zeigen, dass Österreich
eine Bildungsreform brauche. "Menschen mit keiner oder mit geringer
Bildung sind besonders stark vom Anstieg betroffen. Anders
formuliert: Bildung ist die beste Versicherung gegen
Arbeitslosigkeit. Es ist unsere Verpflichtung als Gesellschaft, allen
Menschen den bestmöglichen Zugang dazu zu ermöglichen", fordert
Wieser.
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