• 30.10.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Vom Sparen wird man nicht reich - von Andre Exner

Das Sparbuch ist der Notgroschen, wer Renditen sehen möchte, soll investieren

Utl.: Das Sparbuch ist der Notgroschen, wer Renditen sehen möchte,
soll
investieren =

Wien (OTS) - Heute ist Weltspartag. Für viele Beobachter ein
willkommener Anlass, um die Europäische Zentralbank zu kritisieren
und über die tiefen Sparzinsen zu jammern. Nicht einmal die
offizielle Inflationsrate wird von den bösen Banken abgegolten, heißt
es dann gerne. Die Europäische Zentralbank mit ihrer
Niedrigzinspolitik wird uns noch das Sparen abgewöhnen, warnen selbst
ansonsten ernst zu nehmende Ökonomen.

Na hallo? Wer spart schon, um reich zu werden? Die
Inflationssicherung ist nun mal nicht die Aufgabe des Sparbuchs!
Dafür gibt es andere Instrumente, vom Immobilieninvestment mit dem
indexierten Mietertrag bis zur Anleihe mit Inflationsschutz. Auch
wenn manche etwas anderes behaupten: Die Rolle des Sparbuchs im
privaten Anlageuniversum ist nicht die eines Renditegenerators.

Sparen hat das Ziel, einen Polster für schlechte Zeiten aufzubauen,
mit der Ansammlung von kleineren Beträgen einen größeren Wunsch zu
erfüllen und sich selbst zu Disziplin im Umgang mit Geld zu erziehen.

Wie hoch der Zinssatz liegt, ist dabei in der Praxis komplett egal:
Angesichts der Beträge, die Durchschnittsösterreicher im Monat zur
Seite legen können, macht ein Prozentpunkt mehr oder weniger an
Zinsen selbst nach 20 oder 30 Jahren Ansparperiode keinen großen
Unterschied. Einen riesigen Unterschied macht hingegen das
Vorhandensein von Erspartem im Vergleich zum Nichtvorhandensein, wenn
ein akuter Liquiditätsbedarf besteht.

Dieses Wissen um die Vorteile des Sparens ist in den Köpfen
hierzulande fest verankert und einer der Gründe für die Stabilität
der österreichischen Volkswirtschaft. Das Triple A und der über
Generationen gelebte Satz aus der Werbung, "Geld macht glücklich,
wenn man rechtzeitig darauf schaut, dass man es hat, wenn man es
braucht", sind eng miteinander verbunden. In Saus und Braus leben
andere - tu felix Austria, spare!

Schade ist nur, dass vor lauter Sparen manchmal das Investieren zu
kurz kommt. Denn wer sein Geld vermehren möchte, muss etwas Mut
beweisen, etwas Risiko auf sich nehmen und sein Kapital dort arbeiten
lassen, wo es seiner Meinung nach gut aufgehoben ist. Das Sparbuch
ist nur der Notgroschen, wer Renditen sehen möchte, soll investieren.

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