- 29.10.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Im Osten viel Neues - von Ingrid Krawarik
Rosige Zeiten sehen anders aus - einen zweiten Blick ist Osteuropa aber wert
Utl.: Rosige Zeiten sehen anders aus - einen zweiten Blick ist
Osteuropa aber wert =
Wien (OTS) - Selten wurde eine Region so oft zu Grabe getragen wie
Osteuropa in den vergangenen fünf Jahren - und immer wieder hat sich
die Region zurückgemeldet. So auch jetzt: Im kommenden Jahr soll die
Wirtschaft dort um 2,7 Prozent wachsen. Das ist zwar meilenweit
entfernt von den Fabelwachstumsraten aus der Zeit vor der
Finanzkrise, die fünf bis zehn Prozent betrugen. Im Nachhinein
gesehen war das aber ein purer Hype, eine Übertreibung par
excellence, und solche haben es nun mal an sich, von anderen Trends
abgelöst zu werden oder in sich zusammenzufallen. Den Ländern
Osteuropas wurde allerdings 2008 mitten im Aufschwung der
vermeintliche Todesstoß versetzt. Das Potenzial war noch gar nicht
ausgeschöpft und lag die vergangenen Jahre brach. Dass ein
nachhaltiges Lebenszeichen kommen musste, war also nur eine Frage der
Zeit. Die positiven Wachstumsraten sind zwar dem zarten Aufschwung in
Westeuropa geschuldet - ohne den geht im Osten nichts. Dafür schaffen
es die Osteuropäer jedoch, schneller und stärker zu wachsen.
Von rosigen Zeiten ist hier zwar noch nicht die Rede, dafür ist die
Risikoaversion noch zu groß. Aber einen zweiten Blick ist die Region
auf jeden Fall wert. In Rumänien gibt es erste Versuche von
Privatisierungen, die das Interesse ausländischer Investoren geweckt
haben. Polen meldet sich nach einem schwachen Jahr 2013 wieder zurück
und die Türkei findet nach starken Abflüssen von ausländischem
Kapital als liquidester Markt in der Region neue Investoren. Für
Privatanleger hat sich das Engagement in osteuropäische Aktien
teilweise gelohnt. Knapp zehn Prozent Fondsrendite per annum auf die
letzten fünf Jahre sind nicht zu verachten, vor allem deshalb, weil
dieser Gewinn ohne russische Aktien erzielt wurde (siehe S. 16). Wer
vor drei Jahren eingestiegen ist, hatte weniger Glück, liegt aber
immerhin nur leicht unter Wasser. In vielen Osteuropa-Fonds sind
österreichische Aktien wie die Erste Group, OMV oder auch Vienna
Insurance Group beigemischt, weil diese Unternehmen das Potenzial der
Region frühzeitig erkannt haben, dort trotz massiver Verluste während
der Krisenjahre ausgeharrt haben und nun wieder reüssieren werden.
Wer jetzt in Osteuropa investieren möchte, muss Zeit mitbringen.
Unter fünf Jahren Anlagehorizont zahlt sich ein Engagement nämlich
gar nicht erst aus.
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