Spielsuchthilfe: Strenge Kontrolle und mehr Geld für Therapie

Zentrale Forderungen der Spielsuchthilfe anlässlich des 30 Jahre Jubiläums

Wien (OTS) - Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens stellte die Spielsuchthilfe - die älteste fachspezifische Behandlungseinrichtung in Österreich - die Ergebnisse der bislang umfangreichsten Langzeitstudie betreffend Spielsüchtiger und ambulanter Spielsuchtbehandlung vor und formulierte klare Forderungen. "Die Erfahrung aus der persönlichen Betreuung von etwa 6000 Klienten allein in den Jahren 2000 bis 2012 ermöglicht es uns, sehr genaue und zielgerichtete Empfehlungen auszusprechen, um noch effizientere Hilfe und Behandlungen anbieten zu können", so Dr. Izabela Horodecki und Dr. Peter Berger, die beiden Vorstände der Spielsuchthilfe.

Konkret fordert die Spielsuchthilfe verstärkte und bessere Alterskontrollen, um den Jugendschutz besser umzusetzen. Dr. Peter Berger, erwartet sich aber auch durch die Umsetzung der verbesserten Schutz- und Kontrollbestimmungen im neuen Glücksspielgesetz eine deutliche Verbesserung des Jugendschutzes, denn "die Auswertung der Erstkontakte hilfesuchender Spieler/innen weist darauf hin, dass das Glücksspiel bei etwa einem Drittel der Betroffenen schon im jugendlichen Alter begonnen hat".

In der Öffentlichkeit wird oft die Meinung vertreten, dass das Problem der Glücksspielsucht am besten durch ein Verbot in den Griff zu bekommen sei - eine Ansicht der die Spielsuchthilfe widerspricht. "Aus unserer mittlerweile 30-jährigen Erfahrung wissen wir, dass Verbote nur zu einer Verschiebung in andere, oft ausländische oder illegale Angebote führen, wo konkrete Hilfe nur sehr schwer und Kontrolle kaum möglich ist", konkretisiert Dr. Horodecki. Besorgniserregend sei in diesem Zusammenhang auch die zunehmende Bedeutung von Glücksspiel im Internet, wie Dr. Berger ergänzt:
"Während 2002 keine der von uns behandelten Personen das Glücksspiel im Internet als problematische Glücksspielart nannte, waren es 2012 bereits 25% aller Patient/innen."

Abschließend appellierten die beiden Vorstände der Spielsuchthilfe, dass nur ein streng reguliertes Glücksspiel-Angebot zielführend sei, um Spieler- und Jugendschutz zu gewährleisten. "Dazu gehört vor allem auch eine Anbieter-übergreifende Spielerkarte und eine klare Zweckwidmung eines Teils der Einnahmen aus dem Glücksspiel für die Behandlung", so Dr. Horodecki und Dr. Berger.

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Ambulante Behandlungseinrichtung Spielsuchthilfe
Siebenbrunnengasse 21/DG
1050 Wien
www.spielsuchthilfe.at
E-Mail: therapie@spielsuchthilfe.at

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