Direktor Tobias G. Natter verzichtet auf weitere Vertragsausübung mit der Leopold Museum Privatstiftung

Als Grund nennt er die Errichtung der Klimt-Ucicky-Foundation

Wien (OTS) - Heute Abend wurde der museologische Direktor des Leopold Museums, Tobias G. Natter, mit dem OscART gewürdigt. Der renommierte Museumsmann erhielt den Preis vom Landesgremium des Wiener Kunsthandels für herausragende Verdienste. Bei der Preisverleihung bedankte sich Natter für die Auszeichnung und erklärte gleichzeitig, er habe sich entschieden, als Direktor des Leopold Museum zurückzutreten. Als Grund nennt Natter die Vorkommnisse um die Errichtung der jüngst erfolgten "Klimt-Ucicky-Foundation".
Die "Gustav Klimt / Wien 1900 - Privatstiftung" (kurz Klimt-Ucicky-Foundation) wurde am 24. September 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt und sorgt seitdem in der Fachwelt für Irritationen. Sie umfasst 14 hochkarätige Werke von Gustav Klimt, die aus der Sammlung von Gustav Ucicky (1899-1961) stammen. Ucicky war einer der führenden Filmregisseure der NS-Zeit, der mit dem Propagandafilm "Heimkehr" laut ORF-Bericht "eines der übelsten Machwerke des NS-Filmschaffens" drehte. Der Vermögenswert der in die Klimt-Ucicky-Foundation eingebrachten Klimt-Werke wird von Experten auf rund 200 Millionen Euro geschätzt.

Vorsitzender der neuen Stiftung ist Peter Weinhäupl, kaufmännischer Direktor des Leopold Museums. Er übt sein neues Amt auf Lebenszeit aus. Im dreiköpfigen Vorstand der neuen Foundation sitzen neben Peter Weinhäupl dessen Lebensgefährtin, die bis vor kurzem Mitarbeiterin des Leopold Museums war, sowie sein Bruder. Stiftungsanwalt ist Andreas Nödl, der als Mitglied des Vorstands der Leopold Museum Privatstiftung ebenfalls eng mit dem Leopold Museum verbunden ist. Trotz dieser engen personellen Verflechtungen erfuhren sowohl die Familie Leopold als auch Direktor Natter von der neuen Stiftung erst über die Medien.

In der Personalunion von Peter Weinhäupl als Vorstandsvorsitzender der Klimt-Ucicky-Foundation und gleichzeitig als kaufmännischer Direktor des Leopold Museums sieht Tobias G. Natter mögliche Interessenskonflikte und eine Unvereinbarkeit. Hingegen hat der Vorstand des Leopold Museums erklärt, keine Inkompatibilität zu erkennen. Dazu Tobias G. Natter: "Die Sicht des Vorstandes ist zu akzeptieren, aber für meine Person ziehe ich die Konsequenzen und verlasse das Leopold Museum. Mit heutigem Tag habe ich die Kündigung meines Dienstverhältnisses eingereicht."

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e-mail: tobias.natter@gmx.com
Mobil: +43.664.466.58.48

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