- 27.10.2013, 08:00:35
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"trend": Frank Hensel kritisiert erneut Wettbewerbsbehörde
Der Rewe-Boss besteht auf Abstimmungen mit Lieferanten bei Aktionen. - Lebensmittel werden noch teurer werden müssen.
Utl.: Der Rewe-Boss besteht auf Abstimmungen mit Lieferanten bei
Aktionen. - Lebensmittel werden noch teurer werden müssen. =
Wien (OTS) - Frank Hensel, Chef der Rewe-Gruppe mit den Marken Billa,
Merkur oder Adeg, geht in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin
"trend" wieder auf Konfrontationskurs mit der
Bundeswettbewerbsbehörde: "Die Interpretation des Kartellgesetzes
durch die Behörde ist in einigen Bereichen völlig wesensfremd." Etwa,
wenn es um Abstimmungen mit Lieferanten vor großen Preisaktionen
gehe: "Die Vorstellungen der Behörde gehen da vollkommen an der
Realität vorbei. Wir müssen Lieferanten mitteilen können, wann wir
eine Aktion machen. Sonst können die uns zu dem Zeitpunkt ja gar
nicht beliefern. Die Kuh gibt nicht plötzlich mehr Milch, nur weil
wir eine Aktion machen."
Vor wenigen Wochen noch akzeptierte Rewe weitgehend kommentarlos eine
verhängte Kartellstrafe von 20,8 Millionen Euro wegen "vertikaler
Preisabsprachen", wie es hieß. Hensel dazu im "trend"-Interview: "Wir
haben zwar die Strafe akzeptiert, sind aber nicht inhaltlich auf der
Gedankenlinie der Bundeswettbewerbsbehörde." Die Alternative wäre
eine Konfrontation mit der Behörde gewesen, "die sich über Jahre
hinweg zieht". Als positives Zeichen habe Rewe nun "intern einen
Leitfaden erstellt, der festlegt, wie unsere Einkäufer mit den
Lieferanten in Kontakt treten dürfen, ohne die Wettbewerbsregeln zu
verletzen".
Wenn die Preise in den Supermärkten steigen, dann im übrigen nicht
wegen mangelnden Wettbewerbs unter den Marktteilnehmern, ist der
Konzernboss überzeugt: "Lebensmittel werden sogar noch teurer werden
müssen, weil wir eine steigende Nachfrage in den Entwicklungs- und
Schwellenländern haben. Zudem wird die Anbaufläche immer geringer.
Und drittens: Wir haben auch eine noch nie dagewesene Urbanisierung.
Das heißt, weltweit können sich immer weniger Leute selbst
versorgen." Außerdem sei alles relativ: "Gemessen an der Arbeitszeit,
die ich dafür arbeiten muss, sind Lebensmittel heute so billig wie
nie zuvor."
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