- 25.10.2013, 15:06:35
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AK Kundtner: "Keine Panikmache bei Pensionen"
Entscheidend ist Entwicklung am Arbeitsmarkt - AK fordert Bonus-Malus-System
Utl.: Entscheidend ist Entwicklung am Arbeitsmarkt - AK fordert
Bonus-Malus-System =
Wien (OTS) - Vor Panikmache bei den Pensionen warnt Alice Kundtner,
Bereichsleiterin für Soziales und stellvertretende Direktorin der AK
Wien. Das Langfristgutachten 2013 der Pensionskommission zeigt: Die
beschlossenen Reformmaßnahmen greifen bereits. Für den Zeitraum bis
2030 führen sie zu einer deutlichen Korrektur gegenüber dem Gutachten
2010. Das zeigt, dass die Bemühungen der Politik das faktische
Pensionsalter anzuheben durchaus erfolgreich waren. Die AK fordert
Verbesserungen für ältere ArbeitnehmerInnen und die Einführung eines
Bonus-Malus-Systems. "Wenn wir es schaffen, älteren Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer gute Arbeitsplätze zu bieten, sind wir einen ganzen
Schritt weiter", sagt Kundtner.
Ab dem Jahr 2030 wird im Gutachten kaum mehr ein Anstieg des
Pensionsantrittsalters ausgewiesen. Diese Annahme einer verhaltenen
Entwicklung der Erwerbsquoten ab dem Jahr 2030 ist mit großen
Unsicherheiten behaftet, wie das Gutachten selbst anmerkt. Es gibt
zahlreiche Maßnahmen, die bereits greifen und in Zukunft noch stärker
greifen werden", sagt Kundtner. Die positiven Effekte der sich
verändernden Bildungsstruktur und die langfristigen Auswirkungen der
pensionsrechtlichen Änderungen wie etwa Reformen im Bereich der
Invaliditätspensionen und der vorzeitigen Alterspensionen,
Angleichung des Frauenpensionsalters und erheblich stärkere
Anreizeffekte bei gleichzeitig wesentlich erhöhter Transparenz der
Pensionsberechnung sollten hier zu deutlich besseren Ergebnissen
führen. Auch die Dynamik der Erwerbsquoten-Entwicklung der Frauen
wird zu positiven Effekten beitragen.
Die Anhebung des Pensionsalters für die "Hacklerregelung" der Frauen
für die Jahrgänge 1959 bis 1965 um 7 Jahre (!), vom 55. auf das 62.
Lebensjahr bewirkt, dass bis zum Jahr 2020 um ca. 100.000 Frauen der
Altersgruppe 55+ mehr am Arbeitsmarkt sein werden.
Die AK fordert ein wirksames Bonus-Malus-System, das auch die
Arbeitgeber in die Pflicht nimmt. Entscheidend ist also, ob es im
nächsten Jahrzehnt gelingt, strukturelle Verbesserungen bei
alternsgerechten Arbeitsplätzen und gesunden Arbeitsbedingungen zu
schaffen, so dass es älteren ArbeitnehmerInnen auch tatsächlich
möglich ist, länger in Beschäftigung zu bleiben. Hier sind auch die
Unternehmen gefordert, ältere Beschäftigte länger im Betrieb zu
halten. "Wir brauchen rasch wirksame Anreize für die Unternehmen,
mehr Älteren die Chance auf Arbeit und Einkommen zu geben. Wer Ältere
beschäftigt, soll belohnt werden. Unternehmen, die keine oder zu
wenig ältere ArbeitnehmerInnen haben, sollen zur Kasse gebeten
werden", so Kundtner. Zusätzlich braucht es ein flächendeckendes
Krankenstandsmonitoring zur Reduzierung krankmachender
Arbeitsbedingungen und ein Konzept für gesunde Berufswege, das den
Umstieg auf leichtere Tätigkeiten ermöglicht, wenn dies aus
Gesundheitsgründen erforderlich ist.
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