- 24.10.2013, 11:54:22
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Welt-Diabetes-Tag am 14.11.2013
"Diabetes: Mehr als eine Zuckerkrankheit"
Utl.: "Diabetes: Mehr als eine Zuckerkrankheit" =
Wien (OTS) - Rund zwei Drittel der Diabetes-PatientInnen sterben an
den Folgen der Schädigungen der großen Blutgefäße, also an
Herzinfarkten und Schlaganfällen, die bei DiabetikerInnen 2-3 mal
häufiger auftreten als bei Menschen ohne Diabetes. Die
Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) fordert daher Maßnahmen
zur Cholesterinsenkung bei der Diabetes-Therapie, idealerweise sollen
PatientInnen mit Typ 2 Diabetes weniger als 70 mg/dl des "schlechten"
LDL-Cholesterins haben. Um Schädigungen der kleinen Gefäße zu
verhindern, sind Medikamente zur Blutzuckersenkung wichtig. Neue
Studien zeigen außerdem, dass Lebensstilmaßnahmen bei der Prävention
von Diabetes hochwirksam sind; eine Verhinderung von
Herz-Kreislaufereignissen durch Lebensstilmaßnahmen konnte bei
bestehendem Diabetes jedoch nicht gezeigt werden.
Senkung des LDL-Cholesterins für die Vorbeugung von
Herz-Kreislauferkrankungen wichtig
Die typischen Folgen einer Schädigung der größeren Gefäße (der
Makroangiopathie) bei Diabetes sind Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Etwa zwei Drittel der Diabetes-PatientInnen sterben letztlich an
Herz-Kreislauferkrankungen. Diese Erkrankungen treten zwar auch ohne
Diabetes auf, sind aber bei PatientInnen mit Diabetes 2-3 mal
häufiger als bei Menschen ohne Diabetes. Es spielt ein erhöhter
Blutzucker bei der Erkrankung größerer Gefäße keine so entscheidende
Rolle wie bei der Erkrankung kleiner Gefäße. Die Ergebnisse zweier
großer neuer Studien, die kürzlich auf der Jahrestagung der
Europäischen Herzgesellschaft vorgestellt wurden, der EXAMINE und der
SAVOR Studie, bestätigen dies: Beide Studien verglichen die
Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Ereignissen bei PatientInnen, die mit
den neuen blutzuckersenkenden Medikamenten Alogliptin (EXAMINE) bzw.
Saxagliptin (SAVOR) behandelt wurden, mit der Häufigkeit von
Herz-Kreislauf-Ereignissen bei PatientInnen, die ein Placebo
erhielten. Es zeigte sich, dass die neuen Diabetes-Medikamente zwar
gut verträglich und sicher waren, dass sie aber
Herz-Kreislaufereignisse nicht verhindern konnten.
Nach wie vor sind diese Medikamente natürlich sehr wichtig zur
Senkung des Blutzuckers und zur Verhinderung von Schäden der kleinen
Gefäße. "Da die Erkrankung der großen Gefäße aber nicht in erster
Linie durch hohen Blutzucker verursacht wird, sondern eher durch
überhöhtes "schlechtes" LDL-Cholesterin im Blut, kann eine
Blutzuckersenkung in dieser Hinsicht nicht so viel bewirken. Eine
konsequente Senkung des Cholesterins hingegen kann Herzinfarkte und
Schlaganfälle bei Diabetes sehr effizient verhindern", erklärt Prim.
o. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Drexel, LKH Feldkirch, Abteilung
für Innere Medizin und Kardiologie, Präsident der ÖDG. Deshalb
fordert die ÖDG für alle PatientInnen mit Typ 2 Diabetes ein
niedriges "schlechtes" LDL-Cholesterin von <70 mg/dl.
Vorbeugen ist die beste Therapie
Die Ursache von Diabetes liegt unter anderem in Bewegungsarmut und
Übergewicht. Dass dem Entstehen von Diabetes durch
Lebensstilmaßnahmen entgegen gewirkt werden kann, ist klar bewiesen.
Bei übergewichtigen Patienten mit hohem Diabetes-Risiko konnten die
finnische Diabetes Prevention Study und das Amerikanische Diabetes
Prevention Programme eine über 50%ige Reduktion von Diabetes-Fällen
durch Bewegung und moderate Gewichtsabnahme von 3-7 kg zeigen.
Lebensstilmaßnahmen sind in der Prävention von Diabetes
besonders wirkungsvoll
In einer kürzlich veröffentlichten Studie, Look AHEAD, wurde
untersucht, in wieweit Lebensstil-Interventionen bei bestehendem
Diabetes positive Wirkung hinsichtlich einer Verhinderung von
Herz-Kreislauf-Ereignissen zeigen. In dieser Studie wurden etwa 5.000
übergewichtige Patienten mit Diabetes entweder einer Gruppe mit
intensiver Lebensstil-Intervention (wöchentliche Beratung zu
Ernährung und Bewegung 6 Monate lang) oder einer Kontrollgruppe
(Beratung 3x pro Jahr in Gruppensitzungen) zugeteilt. Das Risiko für
Herz-Kreislaufereignisse unterschied sich über einen
Beobachtungszeitraum von 10 Jahren nicht signifikant zwischen der
intensiven und der sporadischen Intervention.
"Die Look AHEAD Studie zeigt, wie schwierig es ist, einen
deutlichen Effekt von Lebensstilmaßnahmen auf das Auftreten von
Herz-Kreislauf-Ereignissen bei bereits erkrankten Diabetes-Patienten
zu erreichen. Besser wirksam sind Bewegung und Ernährung in der
Prävention von Diabetes. Der Diabetes-Erkrankung vorzubeugen ist
nicht nur besser sondern auch leichter möglich als das Verhindern
ihrer Komplikationen", erklärt Priv.-Doz. Dr. Christoph Säly, LKH
Feldkirch, Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie,
Vorstandsmitglied und Erster Sekretär der ÖDG.
Innovative Therapiekonzepte am Horizont
Diabetes mellitus ist eine Gruppe von Erkrankungen, wobei selbst
innerhalb eines Diabetes-Typs die PatientInnen sich in ihrer
Ausformung ihrer Erkrankung unterscheiden. Die neuen Leitlinien der
ÖDG tragen dieser Tatsache Rechnung und unterstreichen die
Notwendigkeit von verschiedenen Behandlungsoptionen für
DiabetikerInnen. ÄrztInnen steht ein Spektrum an innovativen
Medikamenten zur Verfügung.
So gibt es z.B. Medikamente, die ähnlich wie das körpereigene
glucagon like peptide 1 (GLP-1) wirken. Sie senken den Blutzucker
effizient und sind mittlerweile in der Behandlung von Patienten mit
Diabetes sehr gut etabliert, auch weil mit ihnen im Zuge der
Blutzuckersenkung eine Gewichtsabnahme erzielt werden kann. Ähnlich
wirken Hemmer des Enzyms Dipeptidyl-Peptidase (DPP-4), die den Abbau
von körpereigenem GLP-1 hemmen und so dessen Wirksamkeit steigern.
Zwei Medikamente dieser Gruppe wurden in den oben erwähnten EXAMINE
und SAVOR Studien untersucht.
Ganz neu auf dem österreichischen Markt ist auch ein Medikament
aus der Gruppe der SGLT-2 Hemmer. Diese Medikamente setzen an der
Niere an und bewirken, dass die Zuckerausscheidung im Harn (und damit
die Kalorienausscheidung) steigt und der Blutzucker dadurch sinkt.
Auch zur Behandlung von hohem Cholesterin wird in absehbarer Zeit
ein neues Medikament zur Verfügung stehen. Dieses bewirkt eine
Hemmung des Enzyms PCSK-9, womit sehr starke Senkungen des schlechten
LDL Cholesterins möglich sind. Die Wirksamkeit eines Medikaments
dieser Gruppe zur Verhinderung von Herz-Kreislauf-Ereignissen wird
derzeit in großen Studien untersucht, an denen auch österreichische
PatientInnen teilnehmen.
Blue Monument Challenge und Aktionen zum Weltdiabetestag
Der Welt-Diabetes-Tag wird jedes Jahr am 14. November begangen.
Seit 2008 wird jedes Jahr an diesem Tag zur "World Diabetes Day
Monument Challenge", die von der International Diabetes Federation
(IDF) initiiert wurde, aufgerufen. Dabei werden öffentliche Gebäude
und Sehenswürdigkeiten blau beleuchtet. Auf Initiative der ÖDG sollen
auch 2013 wieder ausgewählte Gebäude und Bauwerke in blaues Licht
getaucht werden. Das Ars Electronica Center in Linz, das Bregenzer
Festspielhaus und Congress Salzburg haben auch in diesem Jahr wieder
zugesagt, ihre Fassaden als sichtbares Zeichen der Solidarität mit
den Betroffenen und der gemeinsamen Aufmerksamkeit für Diabetes zu
beleuchten.
Der nun vom Bundesministerium für Gesundheit veröffentlichte
Diabetesbericht 2013 liefert im Vorfeld des Weltdiabetestags am 14.
November eine aktuelle bundesweite Gesamteinschätzung der
Diabetes-Situation in Österreich: http://www.ots.at/redirect/diabetes
Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG)
Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist die
ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen
Diabetes-ExpertInnen. Ihre zentrale Aufgabe ist die Forschung und
Förderung des wissenschaftlichen Austausches aller auf dem Gebiet der
Diabetologie tätigen ForscherInnen und ÄrztInnen. Die ÖDG engagiert
sich für die Sicherstellung einer Betreuung der DiabetikerInnen in
Österreich, die den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen
entspricht. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind ÄrztInnen
und wissenschaftlich einschlägig orientierte AkademikerInnen.
Assoziierte Mitglieder sind DiabetesberaterInnen und DiaetologInnen.
Pressetext, weiteres Informations- und Bildmaterial finden Sie unter:
http://www.publichealth.at/p-72398.html
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