• 23.10.2013, 12:00:34
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Elisabeth Leopold: "Lederer war mit dem Kaufpreis hoch zufrieden"

Restaurator: "Beethoven-Fries nicht transportfähig"

Utl.: Restaurator: "Beethoven-Fries nicht transportfähig" =

Wien (OTS) - Neue, für die Restitutions-Causa "Beethovenfries"
möglicherweise entscheidende Fakten in der morgen erscheinenden
NEWS-Ausgabe. Elisabeth Leopold, Witwe des Kunstsammlers Rudolf
Leopold, berichtet, der Kunstsammler Erich Lederer habe mit ihrem
Mann den Preis für den Verkauf des Werks an die Republik selbst
festgesetzt. Lederer habe Leopold als den führenden Experten
beigezogen und das Ehepaar ins Depot des Belvederes geführt. "Der
Fries war in elendem Zustand. Mein Mann bückte sich und hob ein
Glasauge auf, das auf dem Boden lag. Er hat es einer der Gorgonen -
oder war es sogar die Wolllust? - ins Auge zurückgedrückt. Mein Mann
hat den Wert auf 15 Millionen Schilling geschätzt. Die Summe stammt
also von ihm, was niemand weiß. Lederer war mit der Summe hoch
zufrieden." Elisabeth Leopold weiter: "Juristisch besteht vielleicht
ein Anspruch, moralisch von Verwandten zweiten und dritten Grades
sicher nicht."

In NEWS kommt auch der Restaurator Uwe Hammer zu Wort. Er stellte
den Fries im Auftrag der Republik acht Jahre lang wieder her und
erklärt das Werk für nicht transportfähig: "Ich kann nur davor
warnen, den Fries einem neuerlichen Transport auszusetzen. Er ist ein
sehr sensibles Gebilde, das wir mit einer eigens dafür gefertigten
Stahlkonstruktion stabilisiert haben. Der Fries ist enorm empfindlich
gegen Erschütterungen, nicht ohne Grund wurde der Fries in der
Secession tief in die Erde versenkt. Von dort kann er nur mit Mühe
herausgeholt werden."

Andererseits bringt NEWS auch Dokumente, die den Druck der
Republik auf Lederer belegen. So empfahl die Finanzprokuratur dem
Bundesdenkmalamt ein beschämendes Vorgehen: "Im übrigen sei noch
streng vertraulich erwähnt, dass dem Finanzamt für Gebühren und
Verkehrssteuern in Wien gegen Lederer möglicherweise eine in die
100.000.-e Schillinge gehende Gebührenforderung zusteht, da ein von
Lederer seinerzeit abgeschlossener Vergleich nicht vergebührt wurde.
So bestünde vielleicht für die Republik Österreich die Möglichkeit,
unter günstigen Bedingungen an den Fries zu kommen."

NEWS veröffentlicht auch eine erste grobe Schätzung über den
heutigen Wert des Frieses: Otto Hans Ressler, früherer Chef des
Auktionshauses "im Kinski" veranschlagt ihn "nicht unter 200
Millionen Euro", nach alter Währung 2,8 Milliarden Schilling.

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