Raus aus der Energiearmut

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit setzt auf Ideen österreichischer Unternehmen und unterstützt Partnerländer bei der Umsetzung sauberer, nachhaltiger Energielösungen.

Wien (OTS) - "Nachhaltige Energiequellen wie Sonne, Wasser oder Wind werden noch nicht ausreichend genutzt. Das muss aber geschehen, wenn das Ziel der Vereinten Nationen 'Nachhaltige Energie für alle' erreicht werden soll", sagt Martin Ledolter, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, beim DialogEntwicklung im Albert Schweitzer-Haus.

Leistbare Energieversorgung als Schlüssel für Entwicklung

Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang zu sauberer Energie haben. Die Energieeffizienz sowie der Anteil an erneuerbaren Energien sollen weltweit verdoppelt werden. "Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt erfolgreich Programme und Projekte zur nachhaltigen Energieversorgung. Wir haben Windparks auf Kap Verde mitaufgebaut, Wasserkraftwerke in Bhutan finanziert und Know-how für Solarthermie-Anlagen im südlichen Afrika bereitgestellt. Österreichische Unternehmen und ihr Know-how sind dabei wichtige Partner, um neue Wege aus der Energiearmut zu ebnen", so Ledolter. Noch immer muss ein Drittel der Weltbevölkerung ohne verlässliche Energieversorgung auskommen. Viele Länder kämpfen mit Versorgungsengpässen, hohen Preisen für fossile Brennstoffen, Missmanagement oder veralteten Technologien. "Zudem wird der Energieverbrauch in den kommenden 20 Jahren weltweit um 35 Prozent steigen. Gute Ideen für die Versorgung der Menschheit mit sauberer und leistbarer Energie sind also gefragt", so Ledolter.

Afrika: Energie produzieren wir selbst

Solarthermie - also Sonnenwärme, die genutzt wird, um Wasser zu erhitzen - ist eine unterschätzte Möglichkeit. "Warmwasser für Haushalte, Spitäler, Hotels und Schulen sowie Niedertemperaturprozesswärme für die Industrie mit Strom zu erzeugen, halte ich für eine Verschwendung", sagt Werner Weiss, Geschäftsführer des AEE - Instituts für Nachhaltige Technologien. "Durch die Nutzung der Sonnenwärme kann Wasser ebenso erhitzt werden. Das ist günstiger und spart Strom", so der steirische Energie-Experte: "Im südlichen Afrika ist die Sonneneinstrahlung doppelt so hoch wie in Österreich. Trotzdem werden Solarthermieanlagen viel seltener genutzt als hier bei uns. Genau das wollen wir durch das Programm SOLTRAIN (Southern African Solar Thermal Training and Demonstration Initiative) ändern."

Durch SOLTRAIN werden in Südafrika, Namibia, Mosambik, Simbabwe und Lesotho bestehende Solarthermieanlagen modernisiert und wurden bisher 65 neue Demonstrationsanlagen in Schulen, Spitälern oder Kinderheimen gebaut. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit fördert das Programm mit mehr als 2 Millionen Euro. Ein wichtiger Teil des Programms ist der Aufbau von Kompetenzzentren für Solarthermie an den Universitäten und in der Berufsbildung im südlichen Afrika. Praxisorientierte Ausbildungen für politische Akteure und künftige Solarteure - also Fachkräfte, die sich mit Solarwärme auskennen - sollen zur stärkeren Nutzung von Solarthermie führen.

Warmwasser für Ägypten

Auch in Ägypten werden die Weichen in Richtung Solarthermie gestellt. "Im Rahmen einer Wirtschaftspartnerschaft, gefördert von der ADA und der Oesterreichischen Entwicklungsbank (OeEB), passen wir europäische Solarthermie-Systeme an ägyptische Umweltbedingungen an und bilden Fachkräfte vor Ort aus", sagt Birgit Birnstingl-Gottinger, Geschäftsführerin der Sekem Energy GmbH Österreich: "Denn durch den hohen Salzgehalt der Luft und den feinen Wüstensand funktionieren die empfindlichen Kollektoren ohne fachgerechte Wartung in kürzester Zeit nicht mehr." Aus der Pilotanlage in Belbeis bei Kairo fließt bereits warmes Wasser. Es wird in Betrieben zur Verarbeitung von Obst und Gemüse sowie in Molkereien verwendet.

Mehr Geld für grünen Strom

"Natürlich sind auch in Asien neue Lösungen für saubere Energien gefragt: In Bangladesch haben rund 80 Millionen Menschen keinen Zugang zu Strom", sagt Jacqueline Posch, die sich im Rahmen einer Forschungsarbeit bei Grameen Shakti mit der Mikrofinanzierung von erneuerbaren Energien beschäftigt hat. "Mit Hilfe von Kleinkrediten gelingt es Familien, eine ökologische Energieproduktion und -versorgung fürs eigene Haus zu installieren. Auch Kleinunternehmen profitieren vom Zugang zu Lieferantenkrediten. Unabhängig von nationalen Stromnetzen können die Menschen so wichtige Alltagsgeräte wie Lampen und Telefone benutzen", erklärt Posch beim DialogEntwicklung, der Diskussionsveranstaltung der Austrian Development Agency (ADA), in Wien.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder in Afrika, Asien, Zentralamerika sowie in Ost- und Südosteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung. Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, setzt diese gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

Rückfragen & Kontakt:

Austrian Development Agency (ADA),
die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Information und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Doris Gebru-Zeilermayr
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
doris.gebru-zeilermayr@ada.gv.at
www.entwicklung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TRI0001