- 22.10.2013, 13:31:18
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Raus aus der Energiearmut
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit setzt auf Ideen österreichischer Unternehmen und unterstützt Partnerländer bei der Umsetzung sauberer, nachhaltiger Energielösungen.
Utl.: Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit setzt auf Ideen
österreichischer Unternehmen und unterstützt Partnerländer bei
der Umsetzung sauberer, nachhaltiger Energielösungen. =
Wien (OTS) - "Nachhaltige Energiequellen wie Sonne, Wasser oder Wind
werden noch nicht ausreichend genutzt. Das muss aber geschehen, wenn
das Ziel der Vereinten Nationen 'Nachhaltige Energie für alle'
erreicht werden soll", sagt Martin Ledolter, Geschäftsführer der
Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit, beim DialogEntwicklung im Albert
Schweitzer-Haus.
Leistbare Energieversorgung als Schlüssel für Entwicklung
Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang zu sauberer Energie haben.
Die Energieeffizienz sowie der Anteil an erneuerbaren Energien sollen
weltweit verdoppelt werden. "Die Österreichische
Entwicklungszusammenarbeit unterstützt erfolgreich Programme und
Projekte zur nachhaltigen Energieversorgung. Wir haben Windparks auf
Kap Verde mitaufgebaut, Wasserkraftwerke in Bhutan finanziert und
Know-how für Solarthermie-Anlagen im südlichen Afrika bereitgestellt.
Österreichische Unternehmen und ihr Know-how sind dabei wichtige
Partner, um neue Wege aus der Energiearmut zu ebnen", so Ledolter.
Noch immer muss ein Drittel der Weltbevölkerung ohne verlässliche
Energieversorgung auskommen. Viele Länder kämpfen mit
Versorgungsengpässen, hohen Preisen für fossile Brennstoffen,
Missmanagement oder veralteten Technologien. "Zudem wird der
Energieverbrauch in den kommenden 20 Jahren weltweit um 35 Prozent
steigen. Gute Ideen für die Versorgung der Menschheit mit sauberer
und leistbarer Energie sind also gefragt", so Ledolter.
Afrika: Energie produzieren wir selbst
Solarthermie - also Sonnenwärme, die genutzt wird, um Wasser zu
erhitzen - ist eine unterschätzte Möglichkeit. "Warmwasser für
Haushalte, Spitäler, Hotels und Schulen sowie
Niedertemperaturprozesswärme für die Industrie mit Strom zu erzeugen,
halte ich für eine Verschwendung", sagt Werner Weiss, Geschäftsführer
des AEE - Instituts für Nachhaltige Technologien. "Durch die Nutzung
der Sonnenwärme kann Wasser ebenso erhitzt werden. Das ist günstiger
und spart Strom", so der steirische Energie-Experte: "Im südlichen
Afrika ist die Sonneneinstrahlung doppelt so hoch wie in Österreich.
Trotzdem werden Solarthermieanlagen viel seltener genutzt als hier
bei uns. Genau das wollen wir durch das Programm SOLTRAIN (Southern
African Solar Thermal Training and Demonstration Initiative) ändern."
Durch SOLTRAIN werden in Südafrika, Namibia, Mosambik, Simbabwe
und Lesotho bestehende Solarthermieanlagen modernisiert und wurden
bisher 65 neue Demonstrationsanlagen in Schulen, Spitälern oder
Kinderheimen gebaut. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
fördert das Programm mit mehr als 2 Millionen Euro. Ein wichtiger
Teil des Programms ist der Aufbau von Kompetenzzentren für
Solarthermie an den Universitäten und in der Berufsbildung im
südlichen Afrika. Praxisorientierte Ausbildungen für politische
Akteure und künftige Solarteure - also Fachkräfte, die sich mit
Solarwärme auskennen - sollen zur stärkeren Nutzung von Solarthermie
führen.
Warmwasser für Ägypten
Auch in Ägypten werden die Weichen in Richtung Solarthermie
gestellt. "Im Rahmen einer Wirtschaftspartnerschaft, gefördert von
der ADA und der Oesterreichischen Entwicklungsbank (OeEB), passen wir
europäische Solarthermie-Systeme an ägyptische Umweltbedingungen an
und bilden Fachkräfte vor Ort aus", sagt Birgit Birnstingl-Gottinger,
Geschäftsführerin der Sekem Energy GmbH Österreich: "Denn durch den
hohen Salzgehalt der Luft und den feinen Wüstensand funktionieren die
empfindlichen Kollektoren ohne fachgerechte Wartung in kürzester Zeit
nicht mehr." Aus der Pilotanlage in Belbeis bei Kairo fließt bereits
warmes Wasser. Es wird in Betrieben zur Verarbeitung von Obst und
Gemüse sowie in Molkereien verwendet.
Mehr Geld für grünen Strom
"Natürlich sind auch in Asien neue Lösungen für saubere Energien
gefragt: In Bangladesch haben rund 80 Millionen Menschen keinen
Zugang zu Strom", sagt Jacqueline Posch, die sich im Rahmen einer
Forschungsarbeit bei Grameen Shakti mit der Mikrofinanzierung von
erneuerbaren Energien beschäftigt hat. "Mit Hilfe von Kleinkrediten
gelingt es Familien, eine ökologische Energieproduktion und
-versorgung fürs eigene Haus zu installieren. Auch Kleinunternehmen
profitieren vom Zugang zu Lieferantenkrediten. Unabhängig von
nationalen Stromnetzen können die Menschen so wichtige Alltagsgeräte
wie Lampen und Telefone benutzen", erklärt Posch beim
DialogEntwicklung, der Diskussionsveranstaltung der Austrian
Development Agency (ADA), in Wien.
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder
in Afrika, Asien, Zentralamerika sowie in Ost- und Südosteuropa bei
ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen
Entwicklung. Das Außenministerium (BMeiA) plant die Strategien und
Programme, die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der
Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, setzt diese gemeinsam
mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und
Unternehmen um.
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