Aktion Leben: EU-Pläne zur Abtreibungsregelung "inakzeptabel"

Generalsekretärin Kronthaler: Entschließungsantrag zur "sexuellen und reproduktiven Gesundheit und damit verbundenen Rechten" negiert Grundrechte und wird Betroffenen-Situation nicht gerecht

Wien, 18.10.13 (KAP) Die "Aktion Leben Österreich" hat Abgeordnete des EU-Parlaments dazu aufgefordert, nächsten Dienstag gegen eine EU-weite gesetzliche Neuregelung der Abtreibungsfrage in der im Entschließungsantrag vorgesehenen Form zu stimmen. Die Abstimmung unter der Bezeichnung "Entschließung zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit und den damit verbundenen Rechten" negiere sowohl Grundsätze von UN-Konventionen, besonderen Umstände schwangerer Frauen wie auch nationale Fortschritte und Kompromisse, heißt es in dem von Generalsekretärin Martina Kronthaler unterzeichneten Schreiben.

Der von Aktion Leben kritisierte Entschließungsantrag fordert unter anderem, Alleinstehenden und lesbischen Frauen den Zugang zur Fertilitätsbehandlung und einer medizinisch unterstützen Fortpflanzung zu gewähren. Geschaffen werden solle ferner ein Grundrecht auf Abtreibung durch einen "rechtsbasierten Ansatz zu Diensten im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit". Der Zugang für alle zu hochwertigen Diensten im Bereich des Schwangerschaftsabbruchs innerhalb der Systeme der öffentlichen Gesundheit müsse sichergestellt werden, heißt es weiter, schließlich dürfe ein Schwangerschaftsabbruch nicht "aus Gewissensgründen verweigert", "durch medizinisch unnötige Wartefrist oder voreingenommene Beratung verzögert" werden.

"Inakzeptabel" seien diese Forderungen, da sie mehrere Umstände völlig außer Acht lassen, betonte Kronthaler. Zuerst negierten sie, "dass Kinder ein Recht auf beide Eltern haben, dass deshalb der Zugang von alleinstehenden und lesbischen Frauen zu Methoden der Reproduktionsmedizin kritisch zu bewerten ist", wie dies im Artikel 7, Absatz 1 der UN-Kinderrechtskonvention vom 20. November 1989 durch den Satz "Das Kind hat das Recht, seine Eltern zu kennen und von ihnen betreut zu werden" festlege.

In der besonderen Situation des Schwangerschaftskonfliktes gehe es immer auch um das Leben eines Kindes, so Aktion Leben weiter. Auch dies werde vom Entschließungsantrag negiert, ebenso wie der Umstand, dass die europäischen Länder - auch Österreich - mit ihren Gesetzen diesem besonderen Konflikt bisher Rechnung tragen: Der Schwangerschaftsabbruch ist zwar verboten, aber unter bestimmten Bedingungen straffrei gestellt. "Es sind Kompromisse errungen worden, die sich bewährt haben und sowohl dem Recht auf Leben und der Konfliktsituation der schwangeren Frau Rechnung tragen", heißt es wörtlich.

Insbesonders alleinstehende Frauen und kinderreiche Familien könnten nur dann tatsächlich frei hinsichtlich der weiblichen Reproduktion entscheiden, wenn kein Druck der Armutsgefährdung in höchstem Maße bestehe, bemerkte die Aktion Leben-Generalsekretärin. Auch müsse in der Gesellschaft spürbar sein, dass Kinder willkommen sind. All dies lasse der Entschließungsantrag jedoch ebenso außer Acht.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) per/pwu/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001