Beethovenfries

Die von Rechtsanwalt Alfred Noll vertretene Erbengruppe nach Erich Lederer hat dem Ministerium ihr Gutachten vorgelegt

Wien (OTS) - Nachdem am Donnerstag ein Erbe nach Erich Lederer bekannt gegeben hat, dass er die Rückstellung des Beethovenfrieses begehrt, hat nunmehr die vom Wiener Rechtsanwalt Univ.-Prof. Dr. Alfred J. Noll vertretene Mehrzahl der Erben heute nachgelegt:
Aufgrund jahrelanger Archivrecherche ist es der Kunsthistorikern Sophie Lillie gelungen nachzuweisen, dass zwischen dem Ankauf des Klimt-Frieses im Jahr 1973 durch die Republik Österreich und der über das Bild verhängten Ausfuhrsperre ein unmittelbarer und enger Zusammenhang bestand. Das Gutachten wurde der Kommission für Provinienzforschung vorgelegt.

Der Ankauf des zum damaligen Zeitpunkt schwer beschädigten Klimt-Frieses durch die Republik Österreich erfolgte vor dem Hintergrund einer jahrelangen Zermürbung Erich Lederers durch bürokratische Schikanen, der permanenten Androhung seines finanziellen Ruins und der auf diese Weise hergestellten ausweglosen Situation für Erich Lederer.

Anfang der 70er Jahre gab es in Österreich niemand anderen, der den Klimt-Fries hätte kaufen können oder auch nur wollen. Auch der Klimt-Sammlung Rudolf Leopold hätte damals - anders als vom "Standard" kolportiert - über keine ausreichenden Mittel zum Ankauf des Frieses gehabt.

Dass Elisabeth Lederer der Albertina nach dem Tod Erich Lederers im Jahr 1985 einige Klimt-Skizzen zum Beethovenfries schenkungsweise überlassen hat, das ist - wie Zeugen der damaligen Geschehnisse noch heute berichten können - niemals ein Einverständnis zum Zwangsverkauf im Jahre 1973 gewesen. Die Schenkung erfolgte ausschließlich deshalb, weil sich die Witwe von Erich Lederer den plagenden Nachstellungen der internationalen Kunsthändler ausgesetzt sah, und die trauernde und kranke Elisabeth Lederer sah in einer Schenkung an die Albertina damals die einzige Möglichkeit, sich von diesen Zumutungen zu befreien.

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