Tag der Armutsbekämpfung: Allein in NÖ 43.000 ArbeitnehmerInnen betroffen

AKNÖ-Wieser: "Debatte um Mindestsicherung sachlich führen"

Wien (OTS/AKNÖ) - Morgen ist Tag der Armutsbekämpfung. Nach Ansicht der AKNÖ steht es gerade mit dem Kampf gegen Armut in Österreich nicht zum besten. Allein in Niederösterreich gibt es 43.000 Working Poor - Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können, wie AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser kritisiert. Unzufrieden zeigt er sich auch, wie die Debatte um die Mindestsicherung geführt wird.

43.000 NiederösterreicherInnen verdienen zu wenig, um davon leben zu können. Österreichweit sind es sogar 344.000. Die Statistik gibt ihnen die Bezeichnung "Working Poor". "Dass das in Österreich möglich ist, ist ein Skandal. Eine neue Bundesregierung wird um Lösungsmaßnahmen nicht herumkommen", fordert AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser. So müsse sie die Forderung nach 1.500 Euro Mindestlohn in den Kollektivverträgen unterstützen. "Und die Politik muss hier auch klare Worte an die Wirtschaft richten", sagt Wieser.

Enttäuscht zeigt sich der AKNÖ-Vizepräsident, wie die Debatte um eines der wichtigsten Instrumente zur Armutsbekämpfung geführt wird, die Mindestsicherung: "Sie funktioniert besser als die Sozialhilfe und belastet das Budget deutlich weniger, als man annimmt."

Im Vorjahr bezogen laut Sozialstatistischem Handbuch der AKNÖ in Niederösterreich etwas mehr als 19.000 Menschen Mindestsicherung. Im Durchschnitt bekamen sie 167 Euro. "Das ist meistens eine Aufzahlung auf niedrige Löhne, niedriges Arbeitslosengeld oder niedrige Pensionen", sagt Sozialrechtsexperte Maximilian Weh. "Die Mindestsicherung kostet monatlich eine Flasche Ketchup pro Person in Niederösterreich, nämlich 2 Euro" Die Zahlen belegen, dass die Menschen zurück in die Arbeitswelt wollen: "Die Politik ist gefragt für Alleinerziehende und ältere Beschäftigte, die in Not geraten sind, die Möglichkeiten am Arbeitsmarkt zu verbessern. Mit einer Teilzeitanstellung findet man kein Auskommen. "

Ein wichtiger Beitrag zur Armutsbekämpfung ist für Wieser auch ein höheres Arbeitslosengeld: "Die Nettoersatzrate liegt bei uns bei 55 Prozent - der EU-Schnitt sind knapp 75", sagt Wieser und nimmt die politisch Verantwortlichen in die Pflicht. Er fordert, dass das Arbeitslosengeld in Österreich auf europäisches Niveau angehoben wird.

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