- 16.10.2013, 12:34:26
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Tag der Armutsbekämpfung: Allein in NÖ 43.000 ArbeitnehmerInnen betroffen
AKNÖ-Wieser: "Debatte um Mindestsicherung sachlich führen"
Utl.: AKNÖ-Wieser: "Debatte um Mindestsicherung sachlich führen" =
Wien (OTS/AKNÖ) - Morgen ist Tag der Armutsbekämpfung. Nach Ansicht
der AKNÖ steht es gerade mit dem Kampf gegen Armut in Österreich
nicht zum besten. Allein in Niederösterreich gibt es 43.000 Working
Poor - Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können, wie
AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser kritisiert. Unzufrieden zeigt er
sich auch, wie die Debatte um die Mindestsicherung geführt wird.
43.000 NiederösterreicherInnen verdienen zu wenig, um davon leben zu
können. Österreichweit sind es sogar 344.000. Die Statistik gibt
ihnen die Bezeichnung "Working Poor". "Dass das in Österreich möglich
ist, ist ein Skandal. Eine neue Bundesregierung wird um
Lösungsmaßnahmen nicht herumkommen", fordert AKNÖ-Vizepräsident
Markus Wieser. So müsse sie die Forderung nach 1.500 Euro Mindestlohn
in den Kollektivverträgen unterstützen. "Und die Politik muss hier
auch klare Worte an die Wirtschaft richten", sagt Wieser.
Enttäuscht zeigt sich der AKNÖ-Vizepräsident, wie die Debatte um
eines der wichtigsten Instrumente zur Armutsbekämpfung geführt wird,
die Mindestsicherung: "Sie funktioniert besser als die Sozialhilfe
und belastet das Budget deutlich weniger, als man annimmt."
Im Vorjahr bezogen laut Sozialstatistischem Handbuch der AKNÖ in
Niederösterreich etwas mehr als 19.000 Menschen Mindestsicherung. Im
Durchschnitt bekamen sie 167 Euro. "Das ist meistens eine Aufzahlung
auf niedrige Löhne, niedriges Arbeitslosengeld oder niedrige
Pensionen", sagt Sozialrechtsexperte Maximilian Weh. "Die
Mindestsicherung kostet monatlich eine Flasche Ketchup pro Person in
Niederösterreich, nämlich 2 Euro" Die Zahlen belegen, dass die
Menschen zurück in die Arbeitswelt wollen: "Die Politik ist gefragt
für Alleinerziehende und ältere Beschäftigte, die in Not geraten
sind, die Möglichkeiten am Arbeitsmarkt zu verbessern. Mit einer
Teilzeitanstellung findet man kein Auskommen. "
Ein wichtiger Beitrag zur Armutsbekämpfung ist für Wieser auch ein
höheres Arbeitslosengeld: "Die Nettoersatzrate liegt bei uns bei 55
Prozent - der EU-Schnitt sind knapp 75", sagt Wieser und nimmt die
politisch Verantwortlichen in die Pflicht. Er fordert, dass das
Arbeitslosengeld in Österreich auf europäisches Niveau angehoben
wird.
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