- 14.10.2013, 11:47:36
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Sima/Maresch: Start für Wiens 1. Pflanzenkläranlage
Vollbiologische Kläranlage sorgt im Natura 2000 Gebiet für hygienisch einwandfreie Abwasserentsorgung.
Utl.: Vollbiologische Kläranlage sorgt im Natura 2000 Gebiet für
hygienisch einwandfreie Abwasserentsorgung. =
Wien (OTS) - Die erste Wiener Pflanzenkläranlage wurde heute von
Umweltstadträtin Ulli Sima und dem Umweltsprecher der Wiener Grünen,
Rüdiger Maresch, eröffnet. Wien Kanal hat - wie im rot-grünen
Regierungsprogramm vereinbart - am Bisamberg an der Senderstraße
diese biologische Kläranlage errichtet. "Diese Lösung hat nicht nur
wirtschaftliche, sondern auch ökologische Vorteile", erklärt Sima.
"Ein Kanalbau hätte rund siebenmal so hohe Errichtungskosten
bedeutet, eine Senkgrubenlösung mindestens eine wöchentliche
LKW-Fahrt mit einem Räumfahrzeug", so Sima weiter.
So werden die Abwässer von sechs Objekten der Forstverwaltung der
Stadt Wien künftig über eine moderne dreistufige vollbiologische
Reinigungsanlage gereinigt und in den angrenzenden Sendergraben
abgeleitet. Die Bauzeit der Anlage betrug drei Monate, die Kosten
beliefen sich auf 250.000 Euro. Bei ausgezeichneter
Reinigungsleistung benötigt die vollbiologische Pflanzenkläranlage
gerade so viel Strom, wie vier Haushalte mit vier Personen für Licht,
Warmwasser und Kochen verbrauchen. Die einfache aber effiziente
Betriebsweise verursacht einen sehr geringen Wartungsaufwand von
gerade einmal 1.200 Euro pro Jahr.
"Die Maßnahme wurde bereits 2010 im Übereinkommen der Rot-Grünen
Stadtregierung vereinbart", freut sich Rüdiger Maresch über das
gemeinsame Umweltprojekt. "Der Bisamberg verfügt damit über ein
zeitgemäßes, autarkes Klärsystem, das vor allem den Ansprüchen an den
Schutz dieses sensiblen Lebensraumes gerecht wird.
Reinigen mit der Natur
Nach Planung, dreimonatiger Bauzeit und zweimonatigem Probebetrieb
arbeitet die Anlage nun im Vollbetrieb. Durch die Reinigung durch
einen Bodenfilter kann das gereinigte Wasser nach acht Stunden
Durchlaufzeit nun in den meist trocken Sendergraben geleitet werden,
ohne dabei Probleme hygienischer Art zu verursachen.
"Zunächst wird das ankommende Schmutzwasser in einen
Absetzbehälter geleitet. Dort setzen sich die groben Schmutzstoffe am
Boden des Behälters ab", erläutert Andreas Ilmer, Chef von Wien
Kanal. Leichte Partikel (Schwimmstoffe) schwimmen an der Oberfläche
auf, die durch eine sogenannte Tauchwand am Weiterfluss gehindert
werden.
Reinigungsverfahren im Detail
Vom Absetzbehälter gelangen die Abwässer weiter in den
Belebungsbehälter. Hier findet die biologische Reinigung der Abwässer
wie in einer großen Kläranlage statt. Die hier ausgeführte Anlage
wird im sogenannten Sequencing Batch Reactor (SBR) Verfahren
betrieben. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Kläranlage erfüllt
hierbei ein Behälter sowohl die Aufgabe des Belebungsbeckens als auch
des Nachklärbeckens. Zuerst wird das Abwasser im Behälter belüftet
und dabei durch Mikroorganismen biologisch gereinigt. Im Anschluss
tritt eine Ruhephase ein, in der sich der Schlamm am Boden absetzt.
Das gereinigte Wasser wird an der Oberfläche abgeschöpft. Im
Anschluss wird wieder belüftet und ein neuer Zyklus beginnt.
Die Dauer eines Zyklus ist dabei variabel einstellbar und hängt
unter anderem von der Abwasserbeschaffenheit und der anfallenden
Abwassermenge ab.
Im bepflanzten Bodenfilter findet ein weiterer Abbau der
Abwasserinhaltsstoffe durch die im Boden lebenden Mikroorganismen
statt. Die Pflanzen sorgen dafür, dass der Boden locker und
durchlässig bleibt und bewirken dadurch auch die entsprechende
Belüftung des Bodens. Ein Teil der im Abwasserinhaltsstoffe wird von
den Pflanzen direkt als Nährstoff aufgenommen. Beim Durchfließen des
Bodenfilters wird das sauerstoffarme Wasser aus dem Ablauf der
technischen Stufe der Anlage im Bodenfilter wieder mit Sauerstoff
angereichert. Dadurch wird zusätzlich zur ersten und zweiten
Reinigungsstufe sichergestellt, dass das in den Sendergraben
geleitete Wasser klar und sauber ist und keine unangenehmen Gerüche
aufweist.
rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder
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