ÖSTERREICH: Lacina "nicht sehr optimistisch" in Sachen Rot-Schwarz

Ex-Finanzminister: "ÖVP wartet auf Spaltung beim Team Stronach - Fekters Ruf nach Budgetprovisorium ist "vollkommener Unsinn"

Wien (OTS) - Einer der routiniertesten Koalitionsverhandler der SPÖ ist nicht sehr optimistisch, was eine Neuauflage von Rot-Schwarz betrifft. Der frühere Finanzminister Ferdinand Lacina sagt im Interview mit ÖSTERREICH (Sonntagausgabe): "Ich kann die ÖVP schwer einschätzen. Mein Gefühl ist, dass man auf eine Spaltung des Team Stronach wartet, dann versucht, einige Abgeordnete abzuwerben, um mit der FPÖ eine Regierung bilden zu können."

Bei einer Neuauflage der Großen Koalition müsse es sowohl um Vertrauen gehen als auch um die Fähigkeit, eingefahrene Pfade zu verlassen, meint Lacina: "Es geht um ein gewisses Vertrauensverhältnis. Und dass man auch mal über den eigenen Schatten springt. Die ÖVP bräuchte bei der Bildung doch nur die Position der Caritas zu übernehmen. Ehrlich gesagt, bin ich aber nicht sehr optimistisch, wenn einer der Partner - so wie momentan die ÖVP -alles so hinauszieht und beim Budget Alarmglocken läuten lässt, die absurd sind."

Ob damit Finanzministerin Maria Fekter und ihr Ruf nach einem gesetzlichen Budgetprovisorium gemeint seien? Lacina: "Ja, denn das ist vollkommener Unsinn. Wir haben immer Herbstwahlen gehabt und nie ein Provisorium benötigt. Bis in den Sommer des nächsten Jahres reicht das Geld vollkommen."

Verhandlungen der SPÖ mit der FPÖ lehnt der frühere SPÖ-Spitzenpolitiker übrigens rundweg ab: "Man kann nicht alles aus Taktik opfern. Es käme doch eine katastrophale Regierung heraus:
Zweifellos hat die FPÖ niemanden, den sie präsentabel in ein Ministerium setzen könnte."

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