"profil"-Interview: Pröll kritisiert Koalition und ÖVP

Pröll: "Glaube an Lernfähigkeit der handelnden Personen" - ÖVP müsse "Achse zur Bevölkerung" verbessern - fordert Rücktritte von FMA-Vorständen in Hypo NÖ-Causa

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) die Koalitionsparteien: "Ohne eine neue Form des Regierens gibt es keine Mehrheit für ÖVP und SPÖ mehr." Jeder müsse wissen, "wo der Abgrund beginnt". Er glaube aber, so Pröll, "an die Lernfähigkeit der handelnden Persönlichkeiten".

Dass Werner Faymann und Michael Spindelegger im Wahlkampf einander die Kanzlereignung absprachen, kommentiert der niederösterreichische Landeshauptmann im "profil" mit Süffisanz: "Ich billige beiden zu, dass sie einander besser kennen als ich beide kenne. Wenn beide daher solches meinen, wird es eine Berechtigung haben."

In Zusammenhang mit dem schlechten Wahlergebnis der ÖVP müsse man hoffen, "dass die Arbeitsmethodik und die Achse zur Bevölkerung besser funktionieren." Pröll: "Die Bürger wollen durch die politischen Parteien serviciert werden."

Nachdem der Verwaltungsgerichtshof einen Strafbescheid der Finanzmarktaufsicht (FMA) gegen die Hypo Niederösterreich in Höhe von 58 Millionen Euro aufhob, fordert Pröll im "profil"-Interview Konsequenzen für die verantwortlichen FMA-Vorstände Helmut Ettl und Kurt Pribil, der mittlerweile in die Nationalbank wechselte. Diese hätten dem österreichischen Finanzmarkt schweren Schaden zugefügt. Das für FMA und Notenbank zuständige Finanzministerium müsse prüfen, "ob die beiden Herren in derart verantwortungsvollen Positionen noch tragbar sind". Pröll: "Ich erwarte mir, dass die amtierende Finanzministerin rasch handelt und diese Schwachstellen rasch beseitigt."

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