• 11.10.2013, 12:00:41
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Wie sicher sind Österreichs Kinder? - BILD/GRAFIK/VIDEO

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4714 Im Bild
v.l.n.r.: Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV; Dr. Peter Thirring,
VVO-Vizepräsident; DI Peter Vavken, Generaldirektor der AUVA; Dr.
Louis Norman-Audenhove, Generalsekretär VVO

Wien (OTS) - Ob im Straßenverkehr, am Spielplatz oder in den eigenen
vier Wänden: Unfälle sind die Todesursache Nr. 1 bei Kindern.
Gezielte Aufklärungskampagnen und einfache Sicherheitsmaßnahmen
eignen sich besonders, um Unfälle von Kindern zu vermeiden und eine
sichere Umwelt zu schaffen.

Alle drei Minuten verunglückt in Österreich ein Kind. Das bedeutet
rund 164.000 Kinderunfälle ereignen sich jährlich. Alle eineinhalb
Wochen stirbt dabei ein Kind. Damit gehören Unfälle zu den höchsten
Gesundheitsrisiken für Kinder. "Während kleine Verletzungen bei Spiel
und Sport zur Entwicklung eines Kindes dazu gehören, sind jene
Unfälle, bei denen Kinder aufgrund fehlender Sicherheitsmaßnahmen
sterben oder bleibende Schäden davon tragen besonders bestürzend", so
VVO-Vizepräsident Dr. Peter Thirring: "Im Jahr 2012 verunglückten 28
Kinder unter 15 Jahren tödlich. 10 Kinder kamen davon im
Straßenverkehr ums Leben, 5 Kinder ertranken, 2 Kinder stürzten
tödlich. Viele tragische Unfälle könnten durch Präventivmaßnahmen
vermieden, die meisten dieser Leben gerettet werden", so Thirring.

Kindersicherheit: Österreich an zehnter Stelle im EU-Vergleich
Beim Thema Kindersicherheit rangiert Österreich im EU-Vergleich an
zehnter Stelle (Child Safety Report 2012/31 Länder). "Trotz positiver
Erfolge sind noch viele Anstrengungen notwendig, wenn wir zur Spitze
Europas aufschließen wollen", so Thirring.

"Bis zu 100.000 Kinderunfälle jährlich wären in Österreich
vermeidbar!"

KFV-Analysen von Kinderunfällen zeigen, dass 75 Prozent der
Unfälle zu Hause und in der Freizeit passieren (ca. 125.000 verletzte
Kinder unter 15 Jahren im Jahr 2012), 24 Prozent ereignen sich in der
Schule (2012: ca. 40.000 Schülerunfälle) und 2 Prozent sind
Verkehrsunfälle (2012: rd. 2.900 verletzte Kinder). Mehr als jeder
zweite Unfall (54 Prozent) ereignet sich in der Regel in den eigenen
vier Wänden oder in der näheren Wohnumgebung. Die häufigste Unfallart
sind Stürze, die u.a. Knochenbrüche (47 Prozent), gefolgt von
Prellungen (15 Prozent) und offenen Wunden (11 Prozent) nach sich
ziehen können. "Bis zu 100.000 Kinderunfälle wären durch vorbeugende
Maßnahmen vermeidbar", erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

Gezielte Präventionsprogramme eignen sich besonders gut, um mit
relativ geringen Mitteln eine hohe Wirkung zu erzielen. "Durch die
Analyse von Örtlichkeiten bzw. Situationen mit besonderer
Unfallhäufigkeit können Unfallursachen im Vorfeld erkannt und
potentielle Gefahrenquellen wirksam entschärft werden, noch bevor
etwas passiert", erklärt Thann.

So sind Säuglinge und Kleinkinder vor allem von Unfälle zu Hause
betroffen: Stürze vom Wickeltisch oder Treppen, Verbrühungen mit
heißen Flüssigkeiten oder - besonders dramatisch - Ertrinken z.B. in
der Badewanne oder im Gartenteich. Vorschulkinder verunfallen am
Häufigsten im häuslichen Bereich, in der Freizeit und im
Straßenverkehr. Bei den tödlichen Unfällen stehen nach dem ersten
Lebensjahr die Verkehrsunfälle an vorderster Stelle. Jüngere Kinder
sind vor allem als Mitfahrer im Auto betroffen. Ab dem Schulalter
geraten sie u.a. als Fußgänger oder Radfahrer in Gefahr.

Prävention wirkt!

"Dass die Anzahl der tödlichen Kinderunfälle seit dem Jahr 2002
beinahe um die Hälfte zurückgegangen ist zeigt, welche hervorragenden
Erfolge durch gezielte Präventionsarbeit möglich sind", erläutert
Dipl.-Ing. Peter Vavken, Generaldirektor der AUVA. Die
Herausforderung in der Präventionsarbeit für Kinder liegt darin, die
Maßnahmen genau auf das Alter und die Fähigkeiten der Kinder
abzustimmen: "Wir haben Kindergartenpädagoginnen verschiedene Figuren
entwerfen lassen. Anschließend durften die Kinder selbst wählen und
haben sich für einen kleinen Biber und einen Drachen entschieden -
Bibi und Kiki, unsere Sicherheitsexperten." Besonders wichtig ist,
bereits bei den Kleinsten mit Präventionsmaßnahmen zu beginnen. "Das
ist der effektivste Weg der Vorsorge. Wer bereits als Kind ein gutes
Sicherheitsempfinden erlernt, behält es ein Leben lang", so Vavken
über die Grundlagen erfolgreicher Kindersicherheitsprogramme.

Wussten Sie, dass...

... im Jahr rund 164.000 Kinder einen Unfall erleiden (Durchschnitt
2010-2012)?
... fast alle eineinhalb Wochen ein Kind bei einem Unfall stirbt und
damit Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken für Kinder gehören?
... Kinderunfälle nicht in erster Linie den Straßenverkehr betreffen,
sondern häufiger in der Schule, zu Hause und in der Freizeit
passieren?
... dass mindestens 10 tödliche Kinderunfälle pro Jahr vermeidbar
wären!
... ein Rauchwarnmelder nur etwa 10 Euro kostet, dafür aber Ihr und
das Leben Ihres Kindes retten kann?

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4714

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