- 10.10.2013, 11:02:37
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Fraunhofer Austria Kaminabend: Lean in der Logistik - Nutzen, Einführung und Optimierung
Wien (OTS) - Lean Management bzw. Lean Production steht in der
produzierenden Industrie hoch im Kurs, Logistikdienstleister haben
sich aber bisher weniger mit diesem Thema beschäftigt. Die möglichen
Einsparungspotenziale liegen aber auf der Hand. Deswegen präsentierte
Fraunhofer Austria, gemeinsam mit Quehenberger Logistics, den Nutzen,
die Vorteile und Best Practices von "Lean Logistics" im Rahmen eines
Kaminabends.
In der produzierenden Industrie wird seit zehn bis zwanzig Jahren
mit den Prinzipien des Lean Management bzw. Lean Production effizient
gearbeitet. Erfolgreiche Unternehmen haben Produktionssysteme
eingeführt und setzen auf Lean um Verschwendung zu identifizieren,
Prozesse zu optimieren und somit den Kundenwunsch bestmöglich zu
bedienen. Aber mit Ausnahme einiger weniger Unternehmen wird "Lean"
in der Transportbranche jedoch nach wie vor eher selten praktiziert.
Das liegt vor allem daran, dass sich Lean-Prinzipien nicht einfach so
im Vorbeigehen im Unternehmen implementieren lassen, sondern eine
Neuorientierung der gesamten Firmenphilosophie bedingen. Die
möglichen Einsparungspotentiale sollten viele Unternehmen zum
Umdenken bewegen. "Viele der ursprünglich für die Produktion
gedachten Lean Methoden lassen sich für die Optimierung von
Logistikprozessen und Lagerstandorten adaptieren und verhelfen so zu
großem Erfolg", unterstreicht Stefan Auer, Leiter Logistikmanagement
bei Fraunhofer Austria.
Zusammenarbeit mit Quehenberger als flächendeckender Erfolg
Aus diesem Grund beschritt Quehenberger Logistics, eines der
größten mittelständischen Logistikunternehmen in Zentral- und
Osteuropa, mit Unterstützung von Fraunhofer Austria durch den
umfassenden Ansatz von Lean Logistics neue Wege. Gemeinsam wurde eine
breit angelegte Initiative gestartet und mit der Ausrollung begonnen:
Nach einer gemeinsamen Grobkonzeptionierung wurden zwölf Mitarbeiter
ausgewählt, die im Rahmen einer sechstägigen Schulung an zwei
Quehenberger-Standorten zu Lean Experts ausgebildet wurden und dort
gemeinsam mit Fraunhofer Austria das Quehenberger Lean Excellence
House entworfen haben. Darin ist festgehalten, nach welchen
Gesichtspunkten Quehenberger Logistics in Zukunft agiert und welche
Methoden dabei zum Erfolg führen sollen. Sehr wichtig dabei ist die
Einbeziehung der Mitarbeiter, die im Rahmen eines systematisierten
kontinuierlichen Verbesserungsprozesses aktiv das Unternehmen
mitgestalten können. "Die Lean-Philosophie lässt sich nämlich nicht
einfach von oben verordnen. Ohne die Mitarbeiter ist der Versuch,
diesen Managementansatz in einem Unternehmen umzusetzen, schlichtweg
zum Scheitern verurteilt", weiß auch Christian Fürstaller, CEO bei
Quehenberger Logistics.
Die Standorte, an denen die Schulungen durchgeführt wurden, dienen
als Show Cases für die prototypische Implementierung. Dabei hatten
die Lean Experts gemeinsam mit den Experten von Fraunhofer Austria
die Möglichkeit, unter Anleitung das Gelernte umzusetzen und eigene
Erfahrungen zu sammeln. Gemeinsam wurde auch die weitere
Vorgehensweise zum umfassenden Rollout von Lean in allen Standorten
definiert. Dieser Rollout wird im Rahmen von Einzelprojekten,
sogenannten Lean Waves, durch zumindest drei Lean Experts
durchgeführt und durch ein eigens konzipiertes unternehmensweites
Monitoring überwacht. Die erzielten Ergebnisse in den bisher
betrachteten Standorten zeigen das große Potenzial.
MTM in der Logistik als weitere Methode bei "Lean Logistics"
In weiterer Folge wurde im Rahmen des Kaminabends auch die praktische
Anwendung von MTM, also der Methode zur Analyse von Arbeitsabläufen
und Ermittlung von Plan- und Vorgabezeiten, in der Logistik
vorgestellt. Dabei geht es um die Systematische Bewertung und
Optimierung von Logistikprozessen. MTM als internationaler
Leistungsstandard bietet für die Bewertung logistischer Abläufe
geeignete Prozessbausteine. Diese ermöglichen z.B. die Beschreibung
und zeitliche Bewertung von Kommissioniertätigkeiten, Ein-, Aus- und
Umpackvorgängen, Behälter- und Kartonagenhandling, Handhabung von
Verpackungsmaterialien aber auch Staplerfahrten, Handling mit
Handhubwagen und Kranbewegungen. Experten von Fraunhofer Austria und
der TU Wien koppelten das MTM-Verfahren mit dem Wertstromdesign.
Diese systematische Vertiefung des Wertstromdesigns steigert die
Produktivität durch eine aufeinander abgestimmte Gestaltung und
Verbesserung von (produktions-)logistischen und
arbeitsorganisatorischen Aspekten in Arbeitssystemen.
Kurzinformation zur Fraunhofer Austria Research GmbH:
Die Fraunhofer Austria Research GmbH wurde Ende 2008 als erste
europäische Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft
gegründet. In den beiden Geschäftsbereichen "Produktions- und
Logistikmanagement" in Wien und "Visual Computing" in Graz arbeiten
ca. 45 Forscherinnen und Forscher an anwendungsorientierten Lösungen
zum Nutzen der Wirtschaft und zum Vorteil der Gesellschaft. Forschen
für die Praxis ist die zentrale Aufgabe der Fraunhofer-Einrichtungen.
Weitere Informationen: www.fraunhofer.at
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