- 09.10.2013, 10:26:47
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Niederösterreich: Kinderbetreuungsinfrastruktur zwischen hervorragend und mäßig
AKNÖ-Analyse zeigt große Unterschiede zwischen Regionen und leichte Verbesserungen
Utl.: AKNÖ-Analyse zeigt große Unterschiede zwischen Regionen und
leichte Verbesserungen =
Wien (OTS/AKNÖ) - Wie gut sich Beruf und Familie vereinbaren lassen,
hängt in Niederösterreich weitgehend davon ab, wo man lebt. Und
davon, wie alt das Kind ist. Das zeigt die Analyse "Institutionelle
Kinderbetreuung in Niederösterreich" der AKNÖ. Gegenüber dem Vorjahr
gab es leichte Verbesserungen. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert
mehr Engagement für ländliche Regionen und bei Einrichtungen für
Kleinkinder.
Ist ein Kind in Niederösterreich drei Jahre alt, funktioniert die
Kinderbetreuung auf den ersten Blick hervorragend. Zu diesem Schluss
kommt Jürgen Lanegger, Autor der AKNÖ-Analyse "Institutionelle
Kinderbetreuung in Niederösterreich": "95,7 Prozent der Kinder im
Alter von drei bis fünf Jahren werden in einer Einrichtung betreut.
Nur im Burgenland sind es noch mehr." Und die meisten
Betreuungseinrichtungen sperren auf, bevor die Eltern zur Arbeit
müssen.
Zu frühe Sperrstunden, leichte Verbesserungen
Ab dann wird es für berufstätige Eltern schwierig, wie die Analyse
zeigt: Der Großteil der Kindergärten sperrt am Nachmittag zu. Nach 17
Uhr haben nur mehr 21 Prozent der Einrichtungen geöffnet. Nach wie
vor hat der Großteil der Kindergärten länger als fünf Wochen im Jahr
geschlossen. Das macht es schwierig, Beruf und Familie zu
vereinbaren. "Knapp 20 Prozent aller Kinder werden in Einrichtungen
betreut, die allen Kriterien für eine Vereinbarkeit von
Vollzeiterwerbstätigkeit und Familie entsprechen", sagt Lanegger. Das
bedeutet eine Verbesserung von etwa fünf Prozentpunkten gegenüber dem
Vorjahr. "Am einfachsten hat man es im Industrieviertel, am
schwierigsten im Wald- und Mostviertel."
Im Bezirk Zwettl keine Betreuungseinrichtung für Kinder unter
zweieinhalb Jahren
Problematisch wird es, wenn man einen Krippenplatz für ein Kind unter
zweieinhalb Jahren braucht. "14 politische Bezirke haben überhaupt
keine Kinderkrippen", sagt Lanegger. In den meisten dieser Bezirke
gibt es wenigstens so genannte altersgemischte Einrichtungen, wo
ebenfalls kleinere Kinder betreut werden. "Im Bezirk Zwettl gibt es
allerdings keines von beiden", schildert Lanegger. "Wer in diesem
Bezirk ein Kind unter zweieinhalb Jahren hat, hat keine Chance, dort
einen Betreuungsplatz für dieses Kind zu bekommen."
Das ist mit ein Grund, dass nicht einmal sechs Prozent aller
einjährigen Kinder einen Platz in einer Kinderbetreuungseinrichtung
haben. Bundesweit sind es 16 Prozent. "Besser sieht es für Kinder ab
zweieinhalb Jahren aus, da ist die Betreuungsquote in
Niederösterreich deutlich höher als im Bundesdurchschnitt."
Haneder: "Mehr Engagement gefordert"
AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert angesichts der Analyse mehr
Engagement für die Kinderbetreuung in Niederösterreich. "Wer Kinder
ab zweieinhalb Jahren hat und nur Betreuung am Vormittag braucht, ist
im Bundesland gut aufgehoben. Das reicht aber nicht. In manchen
Regionen kann man nur halbtags arbeiten, weil das Kind sonst keine
Betreuung hat. Wer ein kleines Kind hat und arbeiten gehen muss, hat
hier leider überhaupt ein Problem, einen Betreuungsplatz zu finden.
Wir brauchen eine flächendeckende Versorgung mit passenden
Öffnungszeiten und genügend Krippenplätzen. Erst dann haben wir echte
Wahlfreiheit für die Eltern", sagt Haneder.
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